Zum Inhalt springen

Ratgeber · Krypto-Steuern

Krypto und Steuern in Deutschland

Vier Regeln entscheiden über fast jeden Fall. Was darüber hinausgeht, hängt davon ab, wie die Coins zu dir gekommen sind, und dafür gibt es hier 18 Detailseiten.

Phil · CryptoTuts GründerRegeln nach § 23 EStG
Haltefrist
12 Monate
danach steuerfrei
Freigrenze
1.000 €
pro Jahr, darüber zählt alles
Formular
Anlage SO
private Veräußerungsgeschäfte
Detailseiten
18
nach Vorgang sortiert

Das Wichtigste in Kürze

Die vier Regeln.

Wer diese vier kennt, kann die meisten Fälle selbst einordnen. Alles Weitere ist eine Frage des Vorgangs, nicht des Prinzips.

  • 12 Monate

    Haltefrist, dann steuerfrei

    Wer länger als ein Jahr hält, verkauft steuerfrei, unabhängig von der Höhe des Gewinns. Die Frist läuft in Kalenderjahren, nicht in 365 Tagen.

  • 1.000 €

    Freigrenze, kein Freibetrag

    Unter dieser Summe bleiben kurzfristige Gewinne steuerfrei. Ein Euro darüber macht den gesamten Gewinn steuerpflichtig, nicht nur den überschreitenden Teil.

  • FIFO

    Zuerst gekauft gilt als zuerst verkauft

    Die Reihenfolge entscheidet über Haltefrist und Gewinn. Bei mehreren Käufen desselben Coins lässt sich das ohne Aufzeichnung nicht rekonstruieren.

  • Anlage SO

    Dort tragen die Gewinne hin

    Krypto zählt zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Besteuert wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz, nicht mit der Abgeltungssteuer.

Ein Hinweis zur Freigrenze, weil er regelmäßig falsch wiedergegeben wird: Sie ist keine Freistellung eines Betrags, sondern eine Schwelle. Wer sie erreicht, versteuert den gesamten Gewinn. Die Details stehen auf der Haltefrist-Seite.

Werkzeug

Gewinn nach FIFO berechnen.

Trage deine Käufe und einen Verkauf ein, der Rechner ordnet sie nach FIFO zu und zeigt, welcher Teil des Gewinns steuerpflichtig ist.

FIFO-Rechner

Was ist steuerpflichtig?

Erfasse deine Käufe und Verkäufe. Der Rechner matcht nach FIFO-Methode (First-In-First-Out) und zeigt welche Gewinne innerhalb der 12-Monats-Haltefrist liegen (= steuerpflichtig).

Seit 2024: 1.000 € pro Jahr. Davor: 600 €.

Ergebnis

So ordnet FIFO deine Verkäufe zu

0,00 €effektiv steuerpflichtig nach Freigrenze

Steuerpflichtige Gewinne

0,00 €

unter 1 Jahr Haltefrist

Steuerfreie Gewinne

18.400,00 €

über 1 Jahr Haltefrist
  1. 0,4 · Kauf 15.5.2023 Verkauf 15.12.2024Steuerfrei
    Haltezeit 580 TageKosten 9.600,00 €Erlös 28.000,00 €Gewinn 18.400,00 €

Schätzung nach FIFO-Methode (§ 23 EStG). Keine Steuerberatung. Komplexe Fälle (Staking, DeFi, Swaps, Coin-zu-Coin-Tausch) werden vereinfacht. Für die Erklärung nutze zusätzlich ein zertifiziertes Tool oder einen Steuerberater.

FAQ

Häufige Fragen.

Die häufigsten Fragen zu Krypto-Steuern, kurz beantwortet.

Ab wann muss ich Krypto-Gewinne versteuern?
In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowährungen steuerpflichtig, wenn sie innerhalb eines Jahres nach dem Kauf realisiert werden und die Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr erreichen oder überschreiten (seit 2024, vorher 600 Euro). Gewinne nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr sind komplett steuerfrei.
Welcher Steuersatz gilt für Krypto?
Kryptowährungen werden als private Veräußerungsgeschäfte besteuert, es gilt also dein persönlicher Einkommensteuersatz von 14 bis 45 Prozent plus Solidaritätszuschlag. Die Abgeltungssteuer von 25 Prozent greift bei Krypto nicht.
Muss ich Krypto-Gewinne in der Steuererklärung angeben?
Ja, Krypto-Gewinne gehören in die Anlage SO (Sonstige Einkünfte), auch wenn sie unter der Freigrenze liegen. Das Finanzamt erwartet eine vollständige Offenlegung aller Transaktionen.
Was ist die FIFO-Methode bei Krypto-Steuern?
FIFO (First In, First Out) bedeutet, dass beim Verkauf die zuerst gekauften Coins als zuerst verkauft gelten. Diese Methode wird in Deutschland standardmäßig angewendet und ist besonders relevant für die Berechnung der Haltefrist und des Gewinns.
Brauche ich ein Steuertool für Krypto?
Bei mehr als wenigen Trades pro Jahr ist ein Steuertool dringend empfohlen. Es importiert alle Transaktionen, berechnet Gewinne nach FIFO und erstellt einen Bericht, den du der Steuererklärung beilegen kannst. Bei einer Handvoll Käufe genügt eine Tabelle.
Wie werden Staking-Rewards besteuert?
Staking-Rewards gelten als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG und werden mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuert. Es gilt eine separate Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Die Steuerpflicht entsteht zum Zeitpunkt des Zuflusses.
Verlängert Staking die Haltefrist?
Nein. Seit dem BMF-Schreiben von Mai 2022 ist klargestellt, dass Staking und Lending die Haltefrist nicht verlängern. Die Jahresfrist bleibt unverändert bestehen.
Wie werden Airdrops besteuert?
Airdrops gelten als sonstige Einkünfte und werden zum Marktwert bei Zufluss besteuert. Es gilt die 256-Euro-Freigrenze für sonstige Einkünfte. Spätere Kursgewinne beim Verkauf unterliegen der Haltefrist-Regelung.
Ist Krypto-Mining steuerpflichtig?
Ja. Privates Mining wird als sonstige Einkünfte nach § 22 Nr. 3 EStG besteuert. Ab einer gewissen Größenordnung kann Mining als Gewerbe eingestuft werden, dann fallen zusätzlich Gewerbesteuer und weitere Pflichten an.
Kann ich Krypto-Verluste mit Gewinnen verrechnen?
Ja, Verluste aus Krypto-Verkäufen innerhalb der Haltefrist können mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Nicht verrechnete Verluste können per Verlustvortrag in Folgejahre übernommen werden.

Über den Autor

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

PhilGründer & Chefredakteur · seit 2017

BitcoinXRPXRP LedgerKrypto-SteuernBörsen-VergleicheOn-Chain-Analyse

Phil ist Gründer von CryptoTuts.de und beschäftigt sich seit 2017 intensiv mit Bitcoin, XRP und der Technik dahinter. Er teilt sein Wissen, um Einsteigern und Fortgeschrittenen fundierte und praxisnahe Inhalte zu bieten: unabhängig, transparent und ohne leere Versprechen.

  • 8+ Jahre Krypto-Erfahrung
  • 200+ Artikel verfasst
  • Investiert in BTC und XRP seit 2017