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Krypto Swap Steuern: Token-Tausch richtig versteuern

Warum ist ein Krypto-Swap steuerpflichtig?

Viele Anleger wissen nicht: Jeder Tausch von einer Kryptowährung in eine andere ist ein steuerpflichtiger Vorgang. Aus steuerlicher Sicht wird ein Swap wie ein Verkauf der abgegebenen Coins und ein gleichzeitiger Kauf der erhaltenen Coins behandelt.

Das gilt unabhängig davon, ob du die Coins in Euro umtauschst oder nicht. Ein Tausch von BTC in ETH, ein Swap auf einer DEX (Uniswap, Jupiter), oder das Wrapping von ETH zu WETH — all das löst ein steuerpflichtiges Ereignis aus.

Die steuerliche Grundlage ist § 23 Abs. 1 Nr. 2 EStG: Jede Veräußerung innerhalb der 1-Jahres-Spekulationsfrist ist steuerpflichtig, und ein Tausch gilt als Veräußerung.

Diese Swap-Arten sind steuerpflichtig

1. Krypto-zu-Krypto-Tausch: Der Klassiker. Du tauschst BTC gegen ETH auf einer Börse. Der Gewinn oder Verlust wird auf Basis des Euro-Gegenwerts zum Zeitpunkt des Swaps berechnet.

2. DEX-Swaps: Trades auf dezentralen Börsen wie Uniswap, SushiSwap oder Jupiter sind genauso steuerpflichtig wie Trades auf zentralen Börsen. Die Dezentralität ändert nichts an der Steuerpflicht.

3. Token-Wrapping: Der Tausch von ETH in WETH oder BTC in WBTC kann steuerlich als Tauschvorgang gewertet werden. Die exakte Behandlung ist umstritten — das BMF hat sich hier noch nicht eindeutig geäußert.

4. Bridge-Transfers: Das Überbrücken von Tokens zwischen Blockchains (z.B. ETH auf Ethereum → ETH auf Arbitrum) ist ein Graubereich. Konservativ betrachtet könnte es als Tausch gelten.

5. Liquidity-Pool Ein-/Auszahlungen: Das Einzahlen von Token in einen Liquidity Pool und das Erhalten von LP-Token ist ein Tauschvorgang.

So berechnest du den Gewinn bei einem Swap

Die Berechnung folgt dem gleichen Prinzip wie bei einem Verkauf:

Gewinn/Verlust = Veräußerungspreis − Anschaffungskosten

Der Veräußerungspreis ist der Euro-Gegenwert der erhaltenen Coins zum Zeitpunkt des Swaps.

Die Anschaffungskosten sind der Euro-Gegenwert, den du beim ursprünglichen Kauf der abgegebenen Coins bezahlt hast.

Beispiel: Du hast 1 BTC für 30.000 € gekauft. Drei Monate später tauschst du 1 BTC gegen 15 ETH, als BTC 45.000 € wert ist. Dein steuerpflichtiger Gewinn: 45.000 € − 30.000 € = 15.000 €.

Die 15 ETH haben nun Anschaffungskosten von 45.000 € (= 3.000 € pro ETH). Die Haltefrist beginnt für die ETH von vorn.

FIFO-Methode: Bei mehreren Käufen werden die ältesten Coins zuerst als getauscht betrachtet.

Haltefrist bei Swaps beachten

Ein Swap unterbricht die Haltefrist. Konkret bedeutet das:

• Die abgegebenen Coins werden veräußert. War die Haltefrist überschritten (>1 Jahr), ist der Gewinn steuerfrei. War sie nicht überschritten, ist er steuerpflichtig.

• Die erhaltenen Coins beginnen mit einer neuen Haltefrist von 0 Tagen. Erst nach erneutem 1 Jahr Halten ist ein späterer Verkauf steuerfrei.

Praxis-Tipp: Überlege vor jedem Swap, ob die abzugebenden Coins bereits die Haltefrist überschritten haben. Wenn ja, ist der Swap steuerfrei. Wenn nein, fällt möglicherweise Steuer an.

DEX-Swaps und Gas-Fees

Bei Swaps auf dezentralen Börsen fallen zusätzlich Gas-Fees (Transaktionsgebühren) an. Diese sind steuerlich relevant:

Gas-Fees als Werbungskosten: Die Gebühren, die direkt mit einem steuerpflichtigen Swap zusammenhängen, können die Anschaffungskosten erhöhen bzw. den Veräußerungserlös mindern. Das reduziert den steuerpflichtigen Gewinn.

Dokumentation ist entscheidend: DEX-Transaktionen hinterlassen keine CSV-Exporte wie zentrale Börsen. Du brauchst ein Steuertool, das Wallet-Adressen direkt von der Blockchain ausliest — CoinTracking kann das für alle gängigen Blockchains.

Slippage: Wenn der tatsächliche Swap-Kurs durch Slippage vom erwarteten abweicht, gilt der tatsächliche Kurs zum Zeitpunkt der On-Chain-Bestätigung.

Praxis-Tipps für Krypto-Swaps

1. Jeden Swap dokumentieren: Notiere Datum, beteiligte Coins, Mengen und den Euro-Gegenwert zum Swap-Zeitpunkt.

2. Steuertool nutzen: CoinTracking oder ähnliche Tools importieren auch DEX-Transaktionen und berechnen Gewinne/Verluste automatisch.

3. Haltefrist prüfen: Tausche bevorzugt Coins, deren Haltefrist bereits überschritten ist.

4. Freigrenze beachten: Gesamte kurzfristige Gewinne unter 1.000 €/Jahr sind steuerfrei — auch bei Swaps.

5. Wrapping vermeiden: Wenn die steuerliche Behandlung unklar ist (z.B. ETH → WETH), kann es sich lohnen, auf klarere Fälle zu setzen oder konservativ zu dokumentieren.

Steuer-Report automatisch erstellen

CoinTracking importiert alle Transaktionen und berechnet Gewinne, Verluste und Haltefristen automatisch nach FIFO.

Häufige Fragen

Ist ein Tausch von BTC in ETH steuerpflichtig?
Ja. Jeder Krypto-zu-Krypto-Tausch ist steuerlich ein Verkauf der abgegebenen Coins und ein Kauf der erhaltenen. Liegt der Verkauf innerhalb der 1-Jahres-Haltefrist und der Gewinn über der 1.000-€-Freigrenze, fällt Einkommensteuer an.
Wird die Haltefrist durch einen Swap unterbrochen?
Für die abgegebenen Coins endet die Haltefrist (Verkauf). Für die erhaltenen Coins beginnt eine neue Haltefrist von 0 Tagen. Wenn die abgegebenen Coins bereits über 1 Jahr gehalten wurden, ist der Swap steuerfrei.
Muss ich DEX-Swaps versteuern?
Ja, DEX-Swaps sind genauso steuerpflichtig wie Trades auf zentralen Börsen. Die Dezentralität ändert nichts an deiner Steuerpflicht. Du musst die Transaktionen selbst dokumentieren.
Zählt Token-Wrapping als steuerpflichtiger Swap?
Die steuerliche Behandlung von Wrapping (z.B. ETH zu WETH) ist nicht eindeutig geklärt. Konservativ betrachtet kann es als Tausch gewertet werden. Viele Steuertools erfassen es als steuerneutralen Vorgang. Im Zweifel konservativ dokumentieren.

Keine Steuerberatung: Die auf dieser Seite bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Bildung. Sie stellen keine Steuerberatung, Rechtsberatung oder sonstige professionelle Beratung dar und ersetzen nicht die individuelle Beratung durch einen qualifizierten Steuerberater (§ 2 StBerG). Steuergesetze und deren Auslegung können sich jederzeit ändern — insbesondere die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen ist in vielen Bereichen noch nicht abschließend geklärt. Für verbindliche Auskünfte konsultiere bitte einen zugelassenen Steuerberater. Vollständiger Haftungsausschluss