Zum Inhalt springen

Ratgeber · Krypto Steuern

Sind Krypto-Casinos in Deutschland legal?

Es gibt in Deutschland keinen Anbieter mit Erlaubnis, der Einzahlungen in Kryptowährungen zulässt. Wer trotzdem mitspielt, macht sich strafbar. Und die steuerliche Seite trifft dich unabhängig davon, ob du gewinnst: Schon die Einzahlung ist eine Veräußerung.

Phil · CryptoTuts Gründer5 Fragen beantwortetAlle Steuer-Themen →
Erlaubte Anbieter mit Krypto
keine
Für Spieler
§ 285 StGB
Gewinn
nicht steuerbar

Warum es keinen erlaubten Krypto-Anbieter gibt

Seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 gibt es in Deutschland einen erlaubten Markt für Online-Glücksspiel. Wer eine Erlaubnis hat, steht in einem öffentlichen Verzeichnis. Wer nicht darin steht, bietet unerlaubtes Glücksspiel an, unabhängig davon, wie professionell die Seite aussieht und welche Lizenznummer im Fußzeilentext steht.

  • Der Grund

    Krypto ist als Zahlungsmittel nicht vorgesehen

    Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 verlangt eine Erlaubnis und schreibt nachvollziehbare Zahlungswege samt Spielersperre und Limits vor. Eine Zahlung in Coins passt nicht in dieses System.

  • Die Folge

    Curaçao ist keine Erlaubnis für Deutschland

    Die üblichen Lizenzen aus Curaçao oder vergleichbaren Staaten gelten dort, nicht hier. Für den deutschen Markt zählt allein die Whitelist der GGL.

  • Der Irrtum

    Der Serverstandort schützt nicht

    Maßgeblich ist, wo gespielt wird, nicht wo der Anbieter sitzt. Ein Sitz im Ausland verlagert das Angebot, nicht deine Teilnahme.

Der entscheidende Punkt ist der erste. Die Erlaubnis hängt an Auflagen, die sich mit einer anonymen Zahlung schlecht vertragen: ein monatliches Einzahlungslimit über alle Anbieter hinweg, die Anbindung an das Sperrsystem OASIS, nachvollziehbare Zahlungswege. Ein Angebot, das Coins annimmt, hat diese Auflagen praktisch nie erfüllt.

Was dem Spieler droht

Über die Anbieterseite wird viel geschrieben, über die Spielerseite wenig. Dabei ist sie die, die dich betrifft.

  • § 285 StGB

    Beteiligung ist eine Straftat

    Wer sich an unerlaubtem Glücksspiel beteiligt, macht sich strafbar. Nicht nur der Anbieter, sondern der Spieler.

  • § 73 StGB

    Der Gewinn kann eingezogen werden

    Was aus einer rechtswidrigen Tat erlangt wurde, kann der Einziehung unterliegen. Ein Gewinn ist damit nicht sicher deiner, auch wenn er ausgezahlt wurde.

  • Zivilrecht

    Verluste sind teils zurückholbar

    Deutsche Gerichte haben Einsätze aus unerlaubtem Glücksspiel wiederholt als rechtsgrundlos gezahlt angesehen und Rückzahlung zugesprochen. Das ist die andere Seite derselben Unerlaubtheit.

Die Zahlung in Coins schützt nicht. Eine Blockchain ist öffentlich. Sobald eine Adresse einmal einer Person zugeordnet ist, etwa über eine Auszahlung an eine Börse mit Identitätsprüfung, lässt sich der Weg dorthin nachvollziehen, auch rückwirkend. Wie das im steuerlichen Zusammenhang aussieht, steht auf der Seite dazu, wie das Finanzamt davon erfährt.

So prüfst du, ob ein Angebot erlaubt ist

  1. Whitelist der GGL öffnen

    Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt ein öffentliches Verzeichnis aller Anbieter mit deutscher Erlaubnis, sortiert nach Spielart und mit Erlaubnisnummer.

    Zur Whitelist der GGL →
  2. Die Domain suchen, nicht den Markennamen

    Erlaubt wird eine konkrete Domain. Eine Marke kann mit einer erlaubten und mehreren nicht erlaubten Adressen gleichzeitig auftreten.

    AchtungSteht die Domain nicht drin, ist das Angebot in Deutschland nicht erlaubt.

  3. Die Spielart abgleichen

    Eine Erlaubnis gilt je Spielart. Ein Anbieter kann für Sportwetten erlaubt sein und für virtuelle Automatenspiele nicht.

  4. Auf die Pflichtmerkmale achten

    Erlaubte Angebote sind an das Sperrsystem OASIS angebunden, arbeiten mit einem monatlichen Einzahlungslimit und weisen die Erlaubnis samt Nummer aus.

  5. Krypto als Zahlungsweg ist das Ausschlusskriterium

    Wenn ein Anbieter Einzahlungen in Coins anbietet, brauchst du die vorherigen Schritte praktisch nicht mehr.

Der Teil, den kaum jemand erklärt

Auf die Steuerfrage lautet die übliche Antwort: Glücksspielgewinne sind steuerfrei. Das stimmt und es ist zugleich die unwichtigere Hälfte.

  • Der Gewinn

    Nicht steuerbar

    Glücksspielgewinne fallen unter keine der sieben Einkunftsarten. Sie sind deshalb nicht steuerbar, nicht etwa steuerbefreit. Daran ändert auch die Unerlaubtheit nichts.

  • Der Einsatz

    Sehr wohl ein Steuerfall

    Wer mit Coins einzahlt, gibt sie hin und veräußert sie damit. Liegt der Kauf weniger als ein Jahr zurück und ist der Kurs gestiegen, entsteht dort ein steuerpflichtiger Gewinn.

  • Die Ausnahme

    Planmäßiges Spielen

    Wer planmäßig, dauerhaft und mit Gewinnerzielungsabsicht spielt, kann gewerbliche Einkünfte erzielen. Die Finanzverwaltung hat das bei Pokerspielern mehrfach angenommen.

Ein Beispiel. Du hast vor acht Monaten Bitcoin für 30.000 Euro gekauft. Heute steht er bei 45.000 Euro, und du zahlst diesen Bitcoin bei einem Anbieter ein. Steuerlich hast du damit einen Bitcoin veräußert und 15.000 Euro Gewinn realisiert, steuerpflichtig, weil die Jahresfrist nicht abgelaufen war. Ob du anschließend gewinnst oder alles verlierst, ändert daran nichts.

Umgekehrt gilt: Verlierst du im Spiel, ist das kein steuerlicher Verlust. Es fehlt an einer Veräußerung, und Glücksspiel ist keine Einkunftsart. Der wirtschaftliche Schaden ist real, der steuerliche Abzug existiert nicht.

Bleibt der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften des Jahres unter 1.000 Euro, fällt keine Steuer an. Steuerfrei ist er allerdings nur, solange er weniger als diesen Betrag beträgt. Wie die Jahresfrist zählt, steht auf der Haltefrist-Seite, was sonst noch als Veräußerung gilt, auf der Seite zu Tauschvorgängen.

Wenn du bereits gespielt hast

Zwei Dinge sind dann zu trennen. Die rechtliche Seite gehört in die Hände eines Anwalts, gerade weil deutsche Gerichte Einsätze aus unerlaubtem Glücksspiel wiederholt als rechtsgrundlos gezahlt angesehen haben; das ist ein Anspruch, kein Ratgeberthema.

Die steuerliche Seite kannst du dagegen selbst aufarbeiten, und sie ist die, die still weiterläuft. Jede Einzahlung war eine Veräußerung, jede Auszahlung in Coins eine Anschaffung mit neuer Jahresfrist. Wer über Monate ein- und ausgezahlt hat, hat eine Kette von Vorgängen, die in keinem Börsenexport auftaucht, weil sie nicht auf einer Börse stattfand.

Praktisch heißt das: Adressen und Zeitpunkte zusammentragen, jeden Vorgang mit dem Kurs dieses Moments bewerten und das Ergebnis in die Anlage SO eintragen. Wie das geht, steht auf der Seite zur Anlage SO, der Ablauf drumherum auf der Seite zur Steuererklärung.

Wir nennen auf dieser Seite bewusst keine Anbieter und verlinken keine. Für unerlaubtes Glücksspiel zu werben, ist in Deutschland selbst untersagt.

FAQ

Häufige Fragen

Die häufigsten Fragen zum Thema, kurz beantwortet.

Sind Krypto-Casinos in Deutschland legal?
Nein. Erlaubt ist ein Angebot nur, wenn der Anbieter mit der konkreten Domain und der konkreten Spielart in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder steht. Kein Anbieter mit deutscher Erlaubnis lässt Einzahlungen in Kryptowährungen zu, weil der Glücksspielstaatsvertrag 2021 nachvollziehbare Zahlungswege samt Limits und Spielersperre voraussetzt. Eine Lizenz aus Curaçao gilt für Deutschland nicht.
Mache ich mich als Spieler strafbar?
Ja, die Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel ist nach § 285 StGB strafbar. Dass in Coins gezahlt wurde, ändert daran nichts: Transaktionen auf einer öffentlichen Blockchain sind nachvollziehbar, sobald eine Adresse einer Person zugeordnet ist.
Muss ich Gewinne aus einem Krypto-Casino versteuern?
Der Gewinn selbst ist nicht steuerbar, weil Glücksspielgewinne unter keine der sieben Einkunftsarten fallen. Steuerlich relevant ist etwas anderes: Wer mit Kryptowährungen einzahlt, veräußert diese Coins. Liegt deren Anschaffung weniger als ein Jahr zurück und ist der Kurs seither gestiegen, ist das ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG, ganz unabhängig davon, ob im Spiel etwas gewonnen oder verloren wurde.
Kann der Gewinn wieder weg sein?
Möglich ist beides. Was aus einer rechtswidrigen Tat erlangt wurde, kann nach § 73 StGB eingezogen werden. Umgekehrt haben deutsche Gerichte Einsätze aus unerlaubtem Glücksspiel wiederholt als rechtsgrundlos gezahlt angesehen und Spielern die Rückzahlung ihrer Verluste zugesprochen.
Woran erkenne ich ein erlaubtes Angebot?
An der Whitelist der GGL, und zwar an der Domain statt am Markennamen, weil die Erlaubnis für eine konkrete Adresse und eine konkrete Spielart erteilt wird. Erlaubte Angebote sind zusätzlich an das Sperrsystem OASIS angebunden, arbeiten mit einem monatlichen Einzahlungslimit und weisen ihre Erlaubnisnummer aus.

Über den Autor

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

PhilGründer & Chefredakteur · seit 2017

BitcoinXRPXRP LedgerKrypto-SteuernBörsen-VergleicheOn-Chain-Analyse

Phil ist Gründer von CryptoTuts.de und beschäftigt sich seit 2017 intensiv mit Bitcoin, XRP und der Technik dahinter. Er teilt sein Wissen, um Einsteigern und Fortgeschrittenen fundierte und praxisnahe Inhalte zu bieten: unabhängig, transparent und ohne leere Versprechen.

  • 8+ Jahre Krypto-Erfahrung
  • 200+ Artikel verfasst
  • Investiert in BTC und XRP seit 2017