Der Handel mit Kryptowährungen ist volatil und nicht jeder Trade führt zu einem Gewinn. Realisierte Verluste sind jedoch nicht nur ärgerlich, sondern können auch einen steuerlichen Vorteil bieten. Wenn Sie eine Kryptowährung innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist für Kryptos mit Verlust verkaufen, gilt dies als privates Veräußerungsgeschäft. Diese Verluste können Sie in Ihrer Steuererklärung geltend machen.
Die Verrechnung von Verlusten ist ein zentraler Bestandteil der Steueroptimierung. Konkret bedeutet das: Verluste aus dem Verkauf von Kryptowährungen können im selben Kalenderjahr mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften (§ 23 EStG) verrechnet werden. Dazu zählen nicht nur Gewinne aus anderen Krypto-Trades, sondern beispielsweise auch aus dem Verkauf von Gold, Kunst oder Oldtimern. Das Ergebnis ist eine geringere Bemessungsgrundlage und somit eine niedrigere Steuerlast. Sollten in einem Jahr die Verluste die Gewinne übersteigen, kann dieser überschüssige Verlust per Verlustvortrag in die folgenden Jahre mitgenommen und dort mit zukünftigen Gewinnen verrechnet werden.
Gut zu wissen: Die Verrechnung ist nur „horizontal“ möglich. Krypto-Verluste können nicht mit anderen Einkunftsarten wie Gehalt aus Anstellung, Dividenden aus Aktien oder Zinserträgen verrechnet werden, sondern nur mit Gewinnen aus der gleichen Einkunftsart (§ 23 EStG).
Ein praktisches Beispiel: Sie kaufen im Januar 0,5 Bitcoin für 20.000 €. Im Mai verkaufen Sie diese für 15.000 € und realisieren einen Verlust von 5.000 €. Im September verkaufen Sie Ethereum mit einem Gewinn von 8.000 €. Sie können den Verlust von 5.000 € mit dem Gewinn von 8.000 € verrechnen. Somit müssen Sie nur noch 3.000 € Gewinn versteuern. Ohne die Verrechnung wären Steuern auf die vollen 8.000 € angefallen.
Die genaue Berechnung, insbesondere bei vielen Trades, ist komplex. Es muss eine anerkannte Berechnungsmethode wie FIFO (First-In, First-Out) angewendet werden. Hierbei helfen Krypto-Steuerprogramme wie CoinTracking, die alle Transaktionen automatisch erfassen und die Gewinne und Verluste korrekt berechnen. In unserer Krypto Steuern Übersicht finden Sie weitere Details zu diesem Thema. Sie können Ihre Steuerlast auch vorab mit dem Online-Steuerrechner für Krypto berechnen.
Wichtig: Sogenannte „Wash Sales“ – der schnelle Verkauf mit Verlust und sofortige Rückkauf desselben Assets – zur reinen Generierung von steuerlichen Verlusten könnten vom Finanzamt als Gestaltungsmissbrauch angesehen werden. Lassen Sie zwischen Verkauf und erneutem Kauf eine gewisse Zeit verstreichen.
Vorteile
- Reduzierung der Steuerlast durch Verrechnung mit Gewinnen.
- Verlustvortrag in Folgejahre möglich, wenn Verluste Gewinne übersteigen.
- Wichtiges Instrument zur strategischen Steuerplanung.
Nachteile
- Verrechnung nur mit Gewinnen aus privaten Veräußerungsgeschäften möglich.
- Erfordert eine lückenlose und genaue Dokumentation aller Transaktionen.
- Verluste bei Verkäufen nach Ablauf der Haltefrist sind steuerlich irrelevant.