Kraken Flexline ermöglicht Kreditaufnahme gegen Krypto-Bestände ohne Verkauf. Das Produkt adressiert speziell den deutschen Markt, wo jeder Verkauf die Spekulationsfrist unterbricht.
Das Wichtigste in Kürze:
- Kraken Flexline bietet Loan-to-Value (LTV) von bis zu 60% auf hinterlegte Krypto-Assets
- Kein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn durch vermiedenen Verkauf – Spekulationsfrist läuft weiter
- Unterstützt Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und weitere digitale Assets als Sicherheit
Kraken Flexline: Krypto-Kredite ohne Verkauf
Kraken erweitert sein Produktportfolio um Flexline – ein Lending-Service, der Besitzern von Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) Liquidität verschafft, ohne die Assets zu liquidieren. Die Plattform akzeptiert digitale Währungen als Besicherung und gibt dafür Fiat-Kredite oder Stablecoins aus.
„Flexline löst das Dilemma, mit dem Krypto-Besitzer seit Jahren konfrontiert sind: Entweder Sie halten Ihre Assets für den langen Erfolg, oder Sie verkaufen sie, um an Liquidität zu gelangen. Mit Flexline müssen Sie sich nicht mehr entscheiden.“
— Kraken Product Team, offizielle Ankündigung
Funktionsweise der Besicherung
Der Nutzer hinterlegt Krypto-Assets in einer dedizierten Wallet innerhalb der Kraken-Infrastruktur. Das System berechnet in Echtzeit den Beleihungswert basierend auf aktuellen Marktpreisen. Bei einem Bitcoin-Wert von 60.000 Euro können Nutzer theoretisch bis zu 36.000 Euro (60% LTV) als Kreditlinie abrufen.
Die Besicherung bleibt im Besitz des Nutzers, wird jedoch als Sicherheit gesperrt. Das Modell ähnelt klassischen Lombardkrediten bei traditionellen Banken, adaptiert für digitale Vermögenswerte. Liquidität entsteht also ohne Transfer der Eigentumsrechte.
Warum das wichtig ist
Steuerlicher Vorteil: In Deutschland löst der Verkauf von Krypto-Assets nach einer Haltefrist von einem Jahr steuerfreie Gewinne aus. Wer vorzeitig verkauft, zahlt Abgeltungssteuer. Flexline umgeht dieses Problem komplett.
Der deutsche Markt zeigt besonders hohe Sensitivität gegenüber Steuertriggern. Jede Veräußerung unterbricht die Haltefrist von zwölf Monaten neu. Flexline ermöglicht Liquiditätsbeschaffung, ohne dieses „Tolling“ zu aktivieren. Für Langfristanleger mit hohen unrealisierten Gewinnen ist das ein strategischer Vorteil.
Markt-Kontext: CeFi vs. DeFi
Während DeFi-Protokolle wie Aave oder Compound ähnliche Services anbieten, setzt Kraken auf regulierte Infrastruktur. Die Plattform besitzt europäische Lizenzen und unterliegt der MiCA-Verordnung. Das reduziert Smart-Contract-Risiken, birgt jedoch zentralisierte Gegenparteirisiken.
Risiko-Hinweis: Bei extremen Kurscrashs droht Liquidation. Fällt der Wert der hinterlegten Assets unter die Maintenance-Margin (meist 70-80% LTV), verkauft Kraken automatisch Teile der Sicherheit – mit potenziellen Steuerfolgen und Verlusten.
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Zum Börsen-VergleichEinordnung: Die bessere Alternative zu DeFi-Krediten?
Flexline positioniert sich zwischen traditionellen Banken und dezentralen Protokollen. Die Gebührenstruktur ist transparenter als bei DeFi-Plattformen, wo Gas-Fees und variable Zinsen komplexe Kalkulationen erschweren. Kraken gibt feste Zinssätze vor, die je nach LTV und Laufzeit zwischen 8% und 15% p.a. liegen.
Vergleich mit traditionellen Krediten
Im Gegensatz zu klassischen Banken akzeptiert Kraken volatilere Assets als Sicherheit. Ein Krypto Einsteiger Guide zeigt: Traditionelle Institute verlangen meist 200-300% Besicherung für Krypto-Backed Loans. Kraken arbeitet mit 60-150% Collateral – deutlich effizienter für Kapitalanleger.
Vorteile
- Keine Steuerpflicht durch vermiedenen Verkauf – Spekulationsfrist bleibt intakt
- Schnelle Verfügbarkeit ohne Kreditprüfung oder Schufa-Abfrage
- Flexible Rückzahlung: Nur Zinsen sind fällig, Tilgung beliebig
Risiken & Nachteile
- Liquidationsrisiko bei Kursrückgängen über 40%
- Keine Selbstverwahrung: Assets bleiben auf Custodial Wallet bei Kraken
- Höhere Zinsen als traditionelle Lombardkredite (8-15% vs. 4-7%)
Worauf du jetzt achten solltest
Bevor du Flexline oder ähnliche Produkte nutzt, prüfe diese fünf Punkte:
- LTV-Ratio verstehen: 60% bieten Puffer, aber bei Bear-Market-Volatilität von 50% ist das schnell aufgebraucht.
- Steuerreporting: Nutze Tools wie CoinTracking mit 10% Rabatt, um Kreditaktivitäten korrekt zu dokumentieren – auch wenn keine Veräußerung stattfindet.
- Sicherheit: Für langfristiges Halten empfehlen wir Hardware-Wallets wie den BitBox02 (Swiss Made). Flexline erfordert jedoch Zwischenlagerung auf der Exchange.
- Zinskosten kalkulieren: Bei 12% p.a. und 10.000 Euro Kredit zahlst du 1.200 Euro pro Jahr – das frisst Gewinne, wenn der Markt seitwärts läuft.
- Exit-Plan: Definiere im Vorfeld, bei welchem Kurs du nachbesicherst oder teilweise zurückzahlst, um Liquidation zu vermeiden.
Häufige Fragen zu Kraken Flexline
Was ist Kraken Flexline genau?
Flexline ist ein Krypto-Lending-Produkt, bei dem Nutzer Bitcoin, Ethereum oder andere Assets als Sicherheit hinterlegen und dafür Kredite erhalten. Der entscheidende Vorteil: Die Kryptowährungen werden nicht verkauft, sondern nur gesperrt. Das verhindert steuerpflichtige Veräußerungsgewinne und hält die Spekulationsfrist aufrechterhalten.
Wie unterscheidet sich Flexline von DeFi-Krediten?
Im Gegensatz zu DeFi-Protokollen wie Aave bietet Kraken eine zentralisierte, regulierte Lösung mit fester Gebührenstruktur. DeFi erfordert Interaktion mit Smart Contracts und selbstverwaltete Wallets (Non-Custodial), während Flexline über Krakens regulierte Infrastruktur läuft. Das reduziert technische Risiken, birgt jedoch Gegenparteirisiken der Exchange.
Gibt es steuerliche Vorteile bei Flexline gegenüber Verkauf?
Ja, erhebliche. In Deutschland löst ein Verkauf von Krypto nach weniger als einem Jahr Haltefrist Abgeltungssteuer aus. Da Flexline keinen Eigentumswechsel auslöst, sondern nur eine Besicherung darstellt, bleibt die Haltefrist unberührt. Allerdings fallen Zinsen für den Kredit an, die steuerlich nicht absetzbar sind für private Anleger.
Quelle: Kraken Blog




