Das Wichtigste in Kürze:
- Bitcoin fiel seit dem Allzeithoch im März 2025 um über 25 % auf aktuell 58.515 €
- VanEck verwaltet weltweit ETF-Vermögen von über 100 Milliarden US-Dollar
- Der 4-Jahres-Zyklus basiert auf den Halbierungsevents alle 210.000 Blöcke (ca. alle vier Jahre)
- Historisch folgten auf Kurspeaks Korrekturen von 20–40 %, bevor neue Hochs markiert wurden
- Der Fear & Greed Index notiert bei 14 (Extreme Fear), was historisch oft die Endphase von Bärenmärkten signalisierte
VanEck-CEO Jan van Eck erklärt den „überkomplizierten" Analysten den aktuellen Bitcoin-Kursverlauf: Der 4-Jahres-Zyklus nähert sich seinem Ende, was eine klassische Bodenbildung signalisiere. Seine Einschätzung stützt sich auf über ein Jahrzehnt beobachtete Marktmuster und die fundamentalen Mechanismen der Bitcoin-Supply.
Was genau passiert ist
Jan van Eck, CEO des US-amerikanischen Vermögensverwalters VanEck, hat sich in einem ausführlichen Interview mit CNBC zur aktuellen Marktlage geäußert. Er erklärte die jüngsten Kursrückgänge von Bitcoin (BTC) ausschließlich mit dem natürlichen Ende des 4-Jahres-Zyklus. Seit dem Allzeithoch im März 2025 bei über 73.000 € hat der Kurs um mehr als 25 % nachgegeben und testet aktuell die psychologisch wichtige Marke von 58.000 €.
Van Eck kritisierte die Analystengemeinde scharf. Viele Experten würden die aktuelle Phase überkomplizieren und externe Faktoren wie ETF-Zuflüsse oder makroökonomische Daten suchen, wo einfache zyklische Muster ausreichenden Erklärungswert böten. Der Markt befinde sich in einer typischen Konsolidierungsphase, die für das Ende eines Halving-Zyklus charakteristisch sei.
Die Aussage des VanEck-CEOs
„Die Analysten haben es überkompliziert gemacht. Es ist einfach der Vier-Jahres-Zyklus", sagte van Eck. Er fügte hinzu, dass wir uns am Ende dieses Zyklus befinden, was typischerweise mit einer Bodenbildung einhergehe, bevor die nächste Aufwärtsbewegung beginne.
Van Eck, dessen Unternehmen zu den Pionieren der Bitcoin-ETF-Bewegung zählt, spricht hier aus einer Position heraus, die institutionelle Investoren seit über einer Jahrzehnt begleitet. Seine Aussagen gewichten schwerer als die typischen Social-Media-Prognosen, da VanEck mit dem HODL-ETF direktes Interesse an einer gesunden Marktentwicklung hat.
Historische Korrelation der Zyklen
Der 4-Jahres-Zyklus basiert auf den Halbierungsevents (Halvings), die alle 210.000 Blöcke – also etwa alle vier Jahre – stattfinden. Die letzte Halving-Veranstaltung im April 2024 reduzierte die Block-Belohnung für Miner von 6,25 auf 3,125 BTC. Diese künstliche Verknappung des Angebots hat in der Vergangenheit zu bullischen Phasen geführt, die typischerweise 12 bis 18 Monate nach dem Event ihren Höhepunkt fanden.
Betrachtet man die historischen Daten, zeigt sich ein bemerkenswert konstantes Muster: Nach dem Halving 2012 folgte ein Anstieg bis Ende 2013, gefolgt von einer Korrektur von über 80 %. Nach dem Halving 2016 erreichte Bitcoin im Dezember 2017 sein damaliges Allzeithoch, bevor ein zweijähriger Bärenmarkt einsetzte. Das Halving 2020 führte zum Peak im November 2021. In jedem Zyklus folgten auf die initialen Anstiege Konsolidierungen von 20–40 %, bevor die Märkte entweder neue Hochs markierten oder in längere Korrekturphasen übergingen.
Marktreaktionen und On-Chain-Daten
Die jüngsten Kursrückgänge spiegeln sich auch in den On-Chain-Metriken wider. Die Hash-Rate des Netzwerks bleibt zwar stabil bei über 600 Exahashes pro Sekunde, was auf eine robuste Miner-Loyalität hindeutet, doch die Miner-Reserves sinken leicht. Einige kleinere Mining-Operationen verkaufen BTC-Bestände, um operative Kosten zu decken – ein typisches Verhalten in späten Zyklusphasen.
Parallel dazu zeigen die ETF-Flüsse eine gemischte Bildung. Während die Spot-Bitcoin-ETFs in den USA seit ihrer Zulassung im Januar 2024 netto über 40 Milliarden Dollar an Zuflüssen verzeichneten, verlangsamte sich das Wachstum in den letzten Wochen. Der VanEck Bitcoin Trust (Ticker: HODL) verzeichnete dabei konstante, wenn auch nicht spektakuläre Zuflüsse, während Branchenriese BlackRock mit dem IBIT den Großteil der institutionellen Nachfrage absorbierte.
Warum das wichtig ist
Gut zu wissen: VanEck gehört zu den Pionieren der Bitcoin-ETF-Bewegung. Deren Spot-Bitcoin-ETF (Ticker: HODL) zählt zu den erfolgreichsten Fonds dieser Kategorie in den USA und verwaltet Milliarden an Assets under Management. Die Einführungsgebühren von nur 0,20 % unterbieten viele Konkurrenten und signalisieren den strategischen Langfristansatz des Emittenten.
Die Einschätzung eines ETF-Schwergewichts wie VanEck trägt besonderes Gewicht. Das Unternehmen verwaltet weltweit über 100 Milliarden Dollar und hat früh in Krypto-Anlagen investiert, bereits bevor die SEC 2024 die Spot-ETFs zuließ. Während kleinere Analysten oft als „Rausgeher" oder „Permabulls" wahrgenommen werden, spricht hier ein institutioneller Schwergewichtler mit direktem Marktzugang.
Die Aussage kommt zudem in einer Phase extremer Marktängste. Der Fear & Greed Index notiert aktuell bei 14 (Extreme Fear), ein Niveau, das zuletzt während der Korrektur im August 2024 erreicht wurde. Solche Extreme haben in der Vergangenheit oft die Endphase von Bärenmärkten markiert, wenngleich sie kurzfristig weitere Verkaufsdruckwellen nicht ausschließen.
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Jetzt bei Bitvavo handelnEinordnung: Zyklustheorie unter modernen Bedingungen
Die traditionelle Zyklustheorie steht zunehmend im Kreuzfeuer der Kritik. Neue Marktrealitäten wie die massiven ETF-Zuflüsse seit Januar 2024 und die zunehmende institutionelle Adoption könnten die historischen Muster dauerhaft verändern. Während frühere Zyklen primär von Retail-Investoren und Minern getrieben wurden, dominiert heute das institutionelle Kapital.
Seit der ETF-Zulassung in den USA flossen über 40 Milliarden Dollar netto in Bitcoin-ETFs. Diese strukturelle Nachfrage war in vorherigen Zyklen nicht vorhanden und könnte den Boden früher und höher legen als historische Vergleichswerte suggerieren. Gleichzeitig reduziert das jüngste Halving die jährliche Inflationsrate von Bitcoin auf unter 1 %, was das Stock-to-Flow-Verhältnis verschärft und langfristig knappe Verhältnisse schafft.
Argumente für den Zyklus
Befürworter verweisen auf die bemerkenswerte Persistenz des Musters über drei vollständige Halbierungszyklen hinweg. Die Psychologie der Märkte wiederholt sich, da Gier und Angst konstante Konstanten im menschlichen Verhalten bleiben. Die Langfrist-Trendstruktur zeigt weiterhin höhere Hochs und höhere Tiefs, was den übergeordneten bullischen Trend bestätigt. Zudem folgt Bitcoin weiterhin dem 200-Wochen-Gleitenden-Durchschnitt, der als ultimativer Trendindikator gilt.
Gegenstimmen und neue Faktoren
Kritiker argumentieren, dass „diesmal alles anders" sei. Institutionelle Investoren wie BlackRock und Fidelity verfolgen andere Strategien als Retail-Trader. Ihr Fokus liegt auf langfristiger Buy-and-Hold-Strategie statt auf schnellen Trading-Gewinnen, was die Volatilität dämpfen könnte. Zudem könnte die zunehmende Korrelation mit traditionellen Märkten (S&P 500, Nasdaq) Bitcoin anfälliger für makroökonomische Schocks machen, die die zyklischen Muster überlagern.
Vorteile der Zyklustheorie
- Historisch belegt über drei Halbierungszyklen hinweg (2012, 2016, 2020)
- Psychologische Muster wiederholen sich konstant (Euphorie vs. Depression)
- Langfristige Trendstruktur bleibt intakt (Higher Highs, Higher Lows)
- Miner-Ökonomie folgt nach wie vor definierten Anreizstrukturen
Risiken & Kritik
- ETF-Zuflüsse verändern das Angebot-Nachfrage-Verhältnis dauerhaft
- Institutionelle Investoren verhalten sich anders als Retail-Trader (längere Halteperioden)
- Vergangene Performance garantiert keine zukünftige Entwicklung
- Makroökonomische Faktoren (Zinspolitik, Rezessionsängste) könnten übermächtig werden
Achtung: Auch bei einer Bodenbildung bleibt Bitcoin volatil. Der Kurs kann kurzfristig weitere 10-20 % Rückgänge verzeichnen, insbesondere bei technischen Brüchen unterhalb der 55.000 €-Marke. Investiere nur Gelder, deren Verlust du verkraften kannst. Nutze für die Verwahrung einen Hardware Wallet Vergleich anstatt Börsen-Depots.
Worauf du jetzt achten solltest
Beobachte ETF-Flüsse. Die täglichen Nettozuflüsse in Spot-Bitcoin-ETFs sind ein früher Indikator für institutionelles Interesse. Negative Flüsse über mehrere Wochen signalisieren weiterhin Schwäche, während konstante Zuflüsse trotz Kursrückgängen akkumulierendes Verhalten anzeigen. Besonders relevant sind hier die Daten von Fidelity (FBTC) und BlackRock (IBIT), die zusammen den Großteil des Volumens stemmen.
Monitore On-Chain-Metriken. Der MVRV-Z-Score und der NUPL (Net Unrealized Profit/Loss) bieten quantitative Einblicke in die Marktpsychologie. Werte unter Null beim MVRV-Z-Score signalisierten in der Vergangenheit häufig Bodenbildungen. Aktuell nähert sich der Markt diesen Niveaus, ohne sie jedoch vollends zu durchbrechen.
Sichere deine Bestände. In Phasen extremer Volatilität ist die Eigenverwahrung via Hardware Wallet sicherer als Börsen-Depots. Vergleiche dafür unseren Wallet-Vergleich. Achte dabei auf Geräte mit Secure-Element-Chips und offenem Quellcode.
Beachte Steuerfristen. In Deutschland greift die Haltefrist von einem Jahr für steuerfreie Gewinne. Verkäufe vor Ablauf können zu Abgeltungssteuer führen. Tools wie CoinTracking helfen bei der Überwachung (10 % Rabatt über CryptoTuts). Beachte zudem die Freigrenze von 600 € bei privaten Veräußerungsgeschäften.
Vermeide Emotional Trading. Der Fear & Greed Index zeigt aktuell 14 (Extreme Fear) an. Solche Extreme haben historisch gute Einstiegszeitpunkte markiert, garantieren jedoch keine Gewinne. Setze auf Cost-Average-Strategien statt auf Markettiming.
Diversifiziere deine Strategie. Statt Einmalinvestments bietet sich ein Krypto-Sparplan an, um den Cost-Average-Effekt zu nutzen und das Timing-Risiko zu minimieren. Laut Cointelegraph betont van Eck die Einfachheit des Zyklus-Modells, das komplexe Marktanalysen oft überflüssig mache.
Häufige Fragen zum Bitcoin-4-Jahres-Zyklus
Was ist der Bitcoin-4-Jahres-Zyklus?
Der 4-Jahres-Zyklus beschreibt die historische Preisentwicklung von Bitcoin, die sich an den Halving-Events orientiert. Alle etwa vier Jahre halbiert sich die Block-Belohnung für Miner, was zu einer reduzierten Inflation und typischerweise zu einer nachfolgenden Bull-Phase führt. Die Zyklen gliedern sich in Akkumulations-, Aufwärts-, Distributions- und Bärenmarktphasen, wobei die gesamte Periode etwa 48 Monate umspannt.
Ist die Zyklustheorie nach wie vor gültig?
Die Theorie basiert auf soliden historischen Daten über drei Zyklen, wird aber durch neue Faktoren wie Bitcoin-ETFs und institutionelle Adoption modifiziert. Laut unserer Bitcoin Prognose 2026 könnten diese Faktoren die Zyklen verlängern oder die Amplitude der Schwankungen reduzieren. Dennoch bleibt die fundamentale Supply-Knappheit durch das Halving ein unveränderlicher Treiber.
Wie erkennt man eine Bodenbildung bei Bitcoin?
Typische Indikatoren sind extrem niedrige Werte beim Fear & Greed Index (aktuell 14), sinkende Miner-Auszahlungen, eine Stabilisierung des Kurses über mehrere Wochen sowie das Unterschreiten des realisierten Kurses (Realized Price). Dennoch ist das Timing des Marktes extrem riskant, da falsche Boden (Dead Cat Bounces) häufig vorkommen. Für Langfristanleger empfiehlt sich ein Krypto-Sparplan statt Einmalinvestments, um das Risiko eines falschen Einstiegs zu minimieren.





