Bitwise investiert massiv in Hyperliquid und macht den HYPE-Token damit zum institutionellen Thema. Der Vermögensverwalter startete den BHYP-ETF mit 0,34% Gebühr und kauft 10% der Einnahmen direkt in den Token – ein ungewöhnlicher Schritt. Für dich bedeutet das: Neue Wege, um an das Projekt zu kommen, aber auch höhere Risiken durch die noch junge Infrastruktur.
Was ist Hyperliquid?
Hyperliquid ist eine dezentrale Handelsplattform, die vor allem für Perpetual Futures bekannt ist – also gehebelte Wetten auf Kursbewegungen ohne Ablaufdatum. Der Unterschied zu zentralisierten Börsen: Die Infrastruktur läuft komplett onchain und soll schneller, liquider und transparenter sein. Aktuell dominiert Krypto-Handel, doch das Projekt expandiert in Aktien, Rohstoffe und Prognosemärkte.
Der HYPE-Token spielt dabei eine zentrale Rolle: 99% der Handelsgebühren fließen in Rückkäufe, was die Nachfrage direkt an die Plattformaktivität koppelt. Bitwise-CIO Matt Hougan vergleicht das Modell mit börsennahen Geschäftsmodellen wie Robinhood oder CME – nicht mit klassischen DeFi-Governance-Token, die oft stark von Spekulation abhängen.
Laut Hougan könnte Hyperliquid annualisierte Umsätze zwischen 800 Mio und 1 Mrd USD erreichen. Das wäre ein Sprung von der Nische zur breiteren Finanzmarkt-Infrastruktur. Derzeit liegt der HYPE-Token bei einer Bewertung von etwa dem 10- bis 14-Fachen seiner Rückkaufströme – für Bitwise ein attraktives Verhältnis im Vergleich zu traditionellen Börsenbetreibern.
Für dich heisst das: Hyperliquid ist nicht mehr nur ein DeFi-Projekt für Trader, sondern könnte sich zu einer All-in-One-Plattform für verschiedene Assetklassen entwickeln. Ob das gelingt, hängt davon ab, wie schnell die Expansion in nicht-Krypto-Märkte voranschreitet. Aktuell dominiert aber noch der Krypto-Handel mit Perpetuals – ein Risiko für Anleger.
Ein konkretes Beispiel: Auf Hyperliquid kannst du bereits heute BTC/ETH-Futures mit bis zu 125-facher Hebelwirkung handeln – deutlich höher als auf vielen zentralisierten Börsen. Die Plattform wirbt damit, dass 99,9% der Orders innerhalb von 50 Millisekunden ausgeführt werden, was für institutionelle Trader entscheidend ist.
Warum Bitwise jetzt handelt
Bitwise kauft HYPE mit ETF-Gebühren – und das ist ungewöhnlich. Der Vermögensverwalter nutzt 10% der Verwaltungsgebühren des BHYP-ETFs, um den Token aktiv zu akkumulieren. Die gekauften HYPE-Coins werden mindestens 12 Monate gehalten, wie Bitwise auf X bestätigte. Das signalisiert Vertrauen in das langfristige Wachstum, birgt aber auch das Risiko, dass der Token kurzfristig volatil bleibt.
„Der Markt unterschätzt Hyperliquid als entstehende Handels-Super-App“, sagte Matt Hougan, CIO von Bitwise, laut CoinDesk. Statt nur Krypto-Derivate anzubieten, könnte die Plattform bald Aktien, Rohstoffe und sogar Prognosemärkte integrieren – ähnlich wie traditionelle Börsen, aber dezentral. Für dich bedeutet das: Wenn das klappt, könnte HYPE von einem viel größeren Nutzerkreis profitieren als heute.
Der BHYP-ETF startete am 15. Mai 2026 an der NYSE und verzeichnete bereits 30 Mio USD verwaltetes Vermögen nach wenigen Tagen. Am ersten Handelstag lag das Volumen bei 4,3 Mio USD – der höchste Wert für neue Altcoin-ETFs dieses Jahr. Die Gebühr liegt bei 0,34%, wird aber für die ersten 500 Mio USD auf null gesetzt, was den Einstieg erleichtert.
Ein weiterer Vorteil für dich: Der ETF bietet internes Staking – eine Seltenheit bei Krypto-ETFs. Das bedeutet, du kannst HYPE über den ETF halten und gleichzeitig von den Rückkaufprogrammen der Plattform profitieren, ohne selbst onchain aktiv sein zu müssen. Allerdings gilt: ETFs sind nicht dasselbe wie direkte Token-Haltung – du hast keine Kontrolle über die Keys.
Kritiker weisen darauf hin, dass Hyperliquid noch keine regulierte Börse ist und die Infrastruktur für nicht-Krypto-Assets noch in den Kinderschuhen steckt. Zudem hängt der Wert von HYPE stark von der Plattformaktivität ab – falls die Expansion stockt, könnte das Token unter Druck geraten. Für deutsche Anleger kommt hinzu, dass der BHYP-ETF nicht über BaFin-lizenzierte Broker handelbar ist – du brauchst einen US-Broker wie Interactive Brokers.
Fazit: Neue Chancen – aber mit Augenmass
Für dich als Privatanleger bedeutet die Entwicklung von Hyperliquid und dem HYPE-Token vor allem eines: Ein neues Projekt rückt stärker in den Fokus institutioneller Anleger, was die Sichtbarkeit erhöht. Der BHYP-ETF bietet einen regulierten Zugang, ohne dass du selbst onchain handeln musst – ein Vorteil, wenn du keine eigene Wallet verwalten willst.
Allerdings gilt: Der HYPE-Token ist kein Blue-Chip-Asset. Die Bewertung hängt stark von der weiteren Entwicklung der Plattform ab, und die Expansion in nicht-Krypto-Märkte ist noch unsicher. Falls du investierst, solltest du das als Spezialisierung auf Derivate-Handel einordnen – nicht als diversifizierte Anlage.
Ein konkreter Schritt für dich könnte sein, den BHYP-ETF über einen US-Broker zu beobachten oder zu testen, falls du Zugang hast. Alternativ kannst du den HYPE-Token direkt auf Börsen wie Binance oder Bybit handeln, musst dann aber die Risiken der Volatilität und der noch jungen Infrastruktur tragen.
Letztlich zeigt das Beispiel Hyperliquid, wie Krypto-Projekte langsam traditionelle Finanzmärkte angreifen. Ob das langfristig gelingt, wird sich zeigen – aber für dich als Anleger bedeutet es: Höhere Liquidität und institutionelle Aufmerksamkeit, aber auch höhere Anforderungen an dein Risikomanagement.
Quelle: CoinPro.ch


