Strategy’s Preferred Stock STRC notiert erstmals seit Wochen wieder am Nennwert von 100 Dollar. Parallel kündigten drei Unternehmen auf der Strategy World 2026 in Miami an, das instrument in ihre Unternehmens-Treasuries zu integrieren. Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt für institutionelle Bitcoin-Adoption jenseits direkter Krypto-Holdings.
Das Wichtigste in Kürze:
- STRC-Token notieren wieder bei 100 Dollar (Par-Wert) nach vorheriger Unterpari-Phase und erhöhter Volatilität
- Drei Firmen bestätigten auf der Strategy World 2026 die Aufnahme in ihre Treasury-Bestände, ohne direkte Krypto-Custody aufbauen zu müssen
- Strategy (ehemals MicroStrategy) verwaltet über 471.000 Bitcoin (BTC) im Eigenbestand und fungiert als indirekter Hebel auf das Asset
- Die Rückkehr zum Nennwert signalisiert stabile institutionelle Nachfrage trotz regulatorischer Unsicherheiten in den USA
- Anleger partizipieren über STRC an Saylors Bitcoin-Strategie, tragen jedoch das volle Kontrahentenrisiko des Emittenten
Was genau passiert ist
Die Preferred Shares von Strategy haben einen psychologisch wichtigen Meilenstein erreicht. Nach einer Phase erhöhter Schwankungen, in der das Papier zeitweise mit Abschlägen von bis zu 15 Prozent unter dem Nennwert gehandelt wurde, kehrte der STRC-Token zum Par-Wert von 100 Dollar zurück. Diese technische Konsolidierung interpretieren Marktbeobachter als Signal stabilisierender institutioneller Nachfrage.
Die Wertentwicklung von STRC korreliert zwar mit der Performance von Bitcoin, folgt jedoch eigenen Liquiditäts- und Bonitätslogiken. Während BTC in den vergangenen Wochen zwischen 95.000 und 108.000 Dollar oszillierte, zeigte STRC eine relative Stärke, die auf strukturelle Käufe durch Vermögensverwalter hindeutet. Das Handelsvolumen stieg im Vergleich zum Vormonat um rund 40 Prozent, was auf das Einstiegsinteresse der drei neuen Corporate-Treasury-Teilnehmer schließen lässt.
„Die Rückkehr zum Par-Wert zeigt, dass der Markt das strukturierte Produkt als stabile Alternative zu direkten Krypto-Investments akzeptiert. Institutionelle Treasurer suchen nach Exposure, ohne die operativen Risiken von Self-Custody zu übernehmen“, kommentierten Beobachter auf der Strategy World 2026. „Wir sehen hier die Institutionalisierung von Bitcoin-Exposure auf Wertpapierebene, nicht auf der Blockchain-Ebene.“
Neue Treasury-Teilnehmer
Auf der Konferenz in Miami bestätigten drei bisher nicht näher benannte Unternehmen aus dem Technologie- und Finanzdienstleistungssektor, dass sie STRC in ihre Bilanzkassen integrieren werden. Die Entscheidung fiel nach einer mehrmonatigen Due-Diligence-Phase, in der die Rechtsabteilungen die SEC-Compliance des Instruments prüften. Dies markiert den Übergang von einer rein spekulativen Anlage zu einem strukturierten Treasury-Instrument mit definierter Risikostruktur.
Die Firmen folgen damit dem Vorbild von Strategy selbst, die seit Jahren eine aggressive Krypto-Börsen im Vergleich unabhängige Bitcoin-Strategie verfolgen. Der entscheidende Unterschied zur Direktanlage: Statt Bitcoin (BTC) über Krypto-Exchanges zu kaufen und in Cold Storage zu verwalten, setzen die Unternehmen auf ein reguliertes Wertpapier, das indirekt von der Performance des zugrunde liegenden Assets profitiert. Diese Konstruktion eliminiert die Notwendigkeit, interne Wallet-Infrastrukturen aufzubauen oder Private-Key-Management-Systeme zu implementieren.
Besonders für mittelständische Unternehmen mit begrenzten Treasury-Ressourcen bietet STRC einen pragmatischen Einstieg. Die Buchung erfolgt über bestehende Wertpapierdepots, die Bilanzierung folgt etablierten Rechnungslegungsstandards für Vorzugsaktien, und die Dividendenzahlungen fließen regulär über Clearing-Stellen. Dies reduziert die Komplexität der Krypto-Adoption auf die Ebene traditioneller Aktienanlagen.
Warum das wichtig ist
Die Entwicklung signalisiert einen Paradigmenwechsel in der Corporate-Adoption. Bisher dominierte die Direktanlage in Bitcoin – etwa bei Tesla, Block oder Metaplanet. Diese Unternehmen akzeptierten die technischen und regulatorischen Hürden der Krypto-Verwahrung, um direktes Exposure zu erhalten. Nun etablieren sich derivative Strukturen als neuer Treasury-Standard, der das Risikomanagement vereinfacht.
Dieser Trend beschleunigt die Integration von Krypto-Assets in traditionelle Portfoliostrukturen. Während Bitcoin-ETFs bereits den Zugang für institutionelle Anleger erleichtert haben, bieten tokenisierte Equity-Produkte wie STRC eine zusätzliche Schicht an Unternehmensfinanzierung. Die Investoren kaufen nicht nur ein Asset, sondern finanzieren indirekt die Bitcoin-Akkumulationsstrategie von Michael Saylor – mit der impliziten Annahme, dass das Management die Kapitalallokation effizienter gestaltet als ein passiver ETF.
Gut zu wissen: STRC (Strategy Convertible Preferred Stock) ist ein Tokenized Equity Product, das Anlegern Rendite durch feste Dividenden und potentielle Aufwertung bietet. Das Instrument ist an die Bitcoin-Strategie von Michael Saylor gekoppelt, aber nicht direkt an den BTC-Kurs gebunden. Die 8-prozentige Cumulative Dividende wird vierteljährlich ausgeschüttet, unabhängig von der Kursentwicklung des zugrunde liegenden Bitcoin-Bestands. Bei einer möglichen Konvertierung in Stammaktien partizipieren Inhaber zudem am Aufwärtspotenzial des Unternehmens.
Für Ethereum (ETH)-Investoren und traditionelle Asset-Manager bietet diese Struktur eine regulierte Brücke zur Krypto-Exposure. Die Unternehmen können das Instrument über traditionelle Broker kaufen, ohne Hardware Wallet Vergleich oder Cold-Storage-Lösungen implementieren zu müssen. Dies senkt die Einstiegshürden erheblich und erlaubt es Chief Financial Officers, Bitcoin-Exposure im Rahmen bestehender Wertpapier-Richtlinien zu genehmigen.
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Jetzt bei Bitvavo tradenEinordnung: Der Reflexions-Effekt
Die Übernahme von STRC durch weitere Unternehmen erzeugt einen Reflexions-Effekt für Strategy selbst. Je mehr Firmen das Instrument halten, desto liquider wird der Sekundärmarkt – und desto einfacher lässt sich zusätzliches Kapital für weitere Bitcoin-Käufe akquirieren. Dieser virtuelle Kreislauf verstärkt Saylors ursprüngliche These: Bitcoin als Treasury-Reserve-Asset.
Allerdings mit einer Zwischenebene, die das Risiko streut und gleichzeitig die Bilanzstruktur optimiert. Strategy kann durch die Emission weiterer Preferred Shares oder ähnlicher Instrumente frisches Kapital aufnehmen, ohne Stammaktien zu verwässern oder Fremdkapital mit strengen Covenants aufzunehmen. Die 8-prozentige Dividende auf STRC ist zwar kostspieliger als typische Unternehmensanleihen, bietet aber Flexibilität bei der Rückzahlung und vermeidet die Bilanzbelastung durch Fremdkapitalkosten.
Dieser Finanzierungsmechanismus könnte zum Blaupause für andere Bitcoin-Treasury-Unternehmen werden. Statt direkt BTC zu kaufen, könnten Firmen ähnliche strukturierte Produkte emittieren, die das Kontrahentenrisiko auf das Emittentenunternehmen verlagern, während die Anleger das BTC-Exposure erhalten. Es entsteht eine Zweiteilung des Marktes: Direkte Holder wie Strategy selbst und indirekte Partizipanten über Wertpapiere.
Vorteile
- Regulatorische Klarheit: STRC handelt als traditionelles Wertpapier mit SEC-Compliance und standardisierter Wertpapierkennnummer
- Keine Custody-Probleme: Unternehmen müssen keine Hardware Wallet-Infrastruktur aufbauen oder Private Keys verwalten
- Feste Dividendenrendite: 8 Prozent p.a. bieten Vorteil gegenüber volatilen Direktinvestments in Kryptowährungen und stabilisieren die Cashflow-Planung
- Einfache Bilanzierung: Buchung als Wertpapierbestand nach HGB/IFRS ohne komplexe Kryptowährungsbewertungen
- Liquidität: Handel an etablierten Börsen ermöglicht schnelle Desinvestition bei Bedarf
Risiken & Nachteile
- Kontrahentenrisiko: Abhängigkeit von Strategy als Emittenten, nicht nur von Bitcoin – bei Insolvenz droht Totalverlust unabhängig vom BTC-Kurs
- Rangordnung bei Insolvenz: Preferred Shares stehen in der Kapitalstruktur hinter Gläubigern und Anleiheinhabern, aber vor Common-Stock-Haltern
- Komplexe Struktur: Verluste bei Bilanzverschlechterung der Muttergesellschaft möglich, selbst wenn Bitcoin steigt
- Geringere Transparenz: Weniger direkte Kontrolle über das zugrunde liegende Asset als bei Self-Custody; Vertrauensbasis in Saylors Management
- Zinsänderungsrisiko: Steigende Marktzinsen können den Marktwert der festverzinslichen Dividendenrendite drücken
Achtung: Preferred Shares sind keine direkten Bitcoin-Investments. Bei einer Insolvenz von Strategy stehen Anleger hinten an – hinter Gläubigern, aber vor Common-Stock-Haltern. Das Kontrahentenrisiko darf nicht unterschätzt werden. Die Dividendenansprüche sind kumulativ, aber nicht garantiert. Ein Ausfall von Strategy würde auch bei einem steigenden Bitcoin-Preis zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.
Worauf du jetzt achten solltest
Die Entwicklung bei STRC hat direkte Implikationen für private und institutionelle Anleger im deutschsprachigen Raum. Fünf konkrete Handlungsfelder erfordern besondere Aufmerksamkeit:
- Liquiditätsprüfung: Der Handelsvolumen von STRC bleibt deutlich unter dem von Bitcoin-ETFs wie IBIT oder COIN. Große Positionen über 500.000 Dollar können den Markt bewegen und zu erhöhten Slippage führen. Limit-Orders sind hier obligatorisch, Market-Orders können zu ungünstigen Ausführungen führen.
- Zinsumfeld: Die Attraktivität der 8-prozentigen Dividendenrendite relativiert sich bei steigenden Leitzinsen. Vergleiche mit T-Bills, Geldmarktfonds und kurzlaufenden Unternehmensanleihen sind essenziell. Bei einer Normalisierung der Zinsstruktur auf 5-6 Prozent verliert STRC an relativem Vorteil, falls das Kontrahentenrisiko konstant bleibt.
- Konzentrationsrisiko: Strategy hält BTC im Verhältnis zur Marktkapitalisierung des Unternehmens extrem konzentriert. Ein Kursrutsch bei Bitcoin belastet STRC überproportional, da die Refinanzierungsfähigkeit und Dividendenfähigkeit des Emittenten direkt von der Bewertung des Krypto-Bestands abhängt.
- Steuerliche Behandlung: Deutsche Anleger müssen Dividenden und mögliche Veräußerungsgewinne beim Finanzamt melden. STRC gilt als ausländisches Wertpapier. Die Abgeltungssteuer von 25 Prozzent zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer greift bei Dividenden. Veräußerungsgewinne sind nach einjähriger Haltefrist steuerfrei, sofern das Produkt nicht als Termingeschäft eingestuft wird. CoinTracking bietet hier spezifische Wertpapier-Module zur Dokumentation der Dividendenströme und Kursgewinne.
- Regulatorische Entwicklungen: Die SEC könnte tokenisierte Equity-Produkte strenger regulieren als traditionelle Aktien. Änderungen bei der Qualifizierung als „Investment Company“ unter dem Investment Company Act von 1940 könnten die Geschäftsfähigkeit von Strategy einschränken und STRC belasten. Ebenso sind Änderungen bei der Bilanzierung von Krypto-Beständen nach FASB-Regeln zu beobachten, die die Volatilität der Muttergesellschaft beeinflussen.
Die Übernahme durch drei zusätzliche Unternehmen ist ein Signal – aber kein Freifahrtschein. Wer Treasury-Strategien kopieren möchte, sollte das Risikoprofil genau verstehen und nicht nur die Renditeaussichten im Blick haben. Die Diversifikation über verschiedene Exposure-Formen (direkter BTC-Kauf, ETFs, Mining-Aktien und strukturierte Produkte wie STRC) kann das Portfoliorisiko senken, ersetzt aber nicht die fundamentale Analyse des Emittentenrisikos.
Häufige Fragen zu STRC und Strategy
Was ist der Unterschied zwischen STRC und direktem Bitcoin-Kauf?
STRC ist ein tokenisiertes Vorzugsaktien-Produkt von Strategy, das Dividenden zahlt und an der Performance der Bitcoin-Strategie des Unternehmens partizipiert. Im Gegensatz zu direktem Bitcoin-Besitz hat der Investor keinen Zugriff auf private Keys und trägt das Kontrahentenrisiko von Strategy. Während direkter BTC-Besitz eine dezentrale, zensurresistente Wertaufbewahrung bietet, ist STRC ein zentralisiertes Wertpapier mit Unternehmensrisiko, aber reguliertem Rahmen und fester Dividende.
Warum kaufen Unternehmen STRC statt Bitcoin?
Unternehmen vermeiden mit STRC die technischen und regulatorischen Hürden der Krypto-Verwahrung. Das Instrument lässt sich über traditionelle Broker kaufen, bietet reguläre Dividendenzahlungen und erfordert keine Integration von Hardware Wallets oder Cold-Storage-Lösungen in die interne IT-Infrastruktur. Zudem vereinfacht es die bilanzielle Behandlung und entspricht eher den klassischen Richtlinien für Treasury-Investments, die oft direkte Krypto-Holdings ausschließen.
Ist STRC für deutsche Anleger steuerlich vorteilhaft?
STRC wird wie ein ausländisches Wertpapier behandelt. Dividenden unterliegen dem Abgeltungssteuerabzug von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag. Veräußerungsgewinne sind nach der Haltefrist von einem Jahr steuerfrei, sofern das Produkt nicht als Termingeschäft eingestuft wird. Im Gegensatz zu direktem Bitcoin-Besitz, bei dem nach einer Jahresfrist Steuerfreiheit gilt, aber keine laufenden Erträge anfallen, bietet STRC laufende Dividendeneinkünfte, die sofort besteuert werden. Eine individuelle steuerliche Beratung ist empfohlen, insbesondere hinsichtlich der Quellensteuer in den USA.
Was passiert mit STRC bei einer Bitcoin-Korrektur?
STRC reagiert indirekt auf Bitcoin-Kursbewegungen, jedoch gedämpft und mit Verzögerung. Eine starke BTC-Korrektur belastet die Bilanz von Strategy und kann die Refinanzierungsfähigkeit sowie die Dividendenzahlungsfähigkeit gefährden. Historisch zeigte STRC eine Beta von etwa 0,3 bis 0,4 zum Bitcoin-Kurs, tendierte aber in Phasen der Unsicherheit zu stärkeren Abschlägen aufgrund des Kontrahentenrisikos. Die feste Dividende von 8 Prozent p.a. wirkt jedoch als Puffer gegenüber zu starken Kursrückgängen.





