Payoneer hat beim US-Finanzministerium einen Antrag auf eine nationale Banklizenz gestellt. Das Unternehmen reiht sich damit in eine wachsende Liste von Krypto-Fintechs ein, die den Sprung von Zahlungsdienstleistern zu vollwertigen Banken wagen wollen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Crypto.com erhielt am 7. Juli 2025 bedingte Zulassung für Nationalbank-Charter durch die OCC
- Payoneer, Coinbase, World Liberty Financial und Laser Digital befinden sich aktuell im Bewerbungsprozess
- Eine Banklizenz ermöglicht direkten Zugang zum Federal Reserve-System und FDIC-Einlagensicherung bis 250.000 USD
Was passiert ist
Der Antrag von Payoneer
Der Zahlungsdienstleister Payoneer hat offiziell die Genehmigung zur Gründung einer nationalen Bank beantragt. Das Unternehmen, das bisher vor allem grenzüberschreitende Zahlungen für Freelancer und Unternehmen abwickelt, strebt damit eine fundamentale Transformation vom Fintech zur vollwertigen Bank an.
Der Antrag wurde bei der Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eingereicht. Diese Bundesbehörde prüft seit Beginn des Jahres verstärkt Anträge von Krypto-Unternehmen auf Bankcharter. Der Prozess umfasst eine Due-Diligence-Prüfung von Kapitalausstattung, Risikomanagement und Compliance-Strukturen.
Crypto.com als Vorreiter mit bedingter Zulassung
Nur wenige Tage vor dem Payoneer-Antrag hatte die OCC Crypto.com eine bedingte Zulassung erteilt. Die Genehmigung erfolgte am Montag und markiert einen Meilenstein für den singapurischen Krypto-Riesen mit über 80 Millionen Nutzern weltweit.
Gut zu wissen: Eine bedingte Zulassung bedeutet, dass das Unternehmen spezifische regulatorische Auflagen erfüllen muss, bevor die finale Lizenz erteilt wird. Dieser Prozess kann zwischen drei und sechs Monaten dauern.
Neben Payoneer und Crypto.com warten weitere Schwergewichte auf ihre Zulassung. Coinbase, die größte US-Börse für Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH), hatte sich ebenfalls um einen Bankcharter bemüht. Auch World Liberty Financial, das Krypto-Projekt der Trump-Familie, sowie Laser Digital, die Krypto-Tochter des japanischen Finanzkonzerns Nomura, befinden sich in den finalen Prüfphasen.
Warum das wichtig ist
Die Bewerbungswelle markiert einen fundamentalen Strategiewechsel in der Branche. Krypto-Unternehmen streben nicht länger nur Partnerschaften mit traditionellen Banken an, sondern wollen selbst zu Banken werden, um regulatorische Unabhängigkeit zu erlangen.
Background: Bisher mussten Krypto-Börsen wie in unserem Krypto-Börsen im Vergleich gezeigt, auf Kooperationen mit klassischen Banken setzen, um Fiat-Transaktionen abzuwickeln. Diese Abhängigkeit führte wiederholt zu plötzlichen Kontokündigungen und Zahlungsunterbrechungen.
Mit einer eigenen Banklizenz erlangen die Firmen direkten Zugang zum Federal Reserve-System. Sie können Einlagen verzinsen, Kredite vergeben und nutzen die staatliche Einlagensicherung der FDIC bis zu 250.000 US-Dollar pro Kunde. Diese Unabhängigkeit von Zwischenhändlern reduziert Betriebskosten um geschätzte 15-20 Prozent.
Für Nutzer bedeutet dies potenziell stabilere Ein- und Auszahlungswege für digitale Assets. Die direkte Integration ins Bankensystem ermöglicht zudem Echtzeit-Überweisungen über das Fedwire-Network.
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Jetzt bei Bitvavo handelnEinordnung: Der Wendepunkt für Krypto-Banken
Der Trend zur Banklizenzierung repräsentiert eine Reifephase der Krypto-Industrie. Unternehmen wie Payoneer signalisieren damit, dass sie langfristig im regulierten Finanzsystem verankert bleiben wollen, anstatt als parallele Struktur zu operieren.
Achtung: Die Integration in das traditionelle Bankensystem bringt striktere regulatorische Anforderungen mit sich. Kunden müssen mit intensiveren KYC-Prozessen, Transaktionsüberwachung und möglichen Einschränkungen bei der finanziellen Privatsphäre rechnen.
Für die Verwahrung von Assets außerhalb des Bankensystems bietet sich ein Hardware Wallet Vergleich an. Selbstverwahrung bleibt die einzige Option für volle finanzielle Souveränität unabhängig von Bankenlizenzen.
Pro und Contra der Bankisierung
Vorteile
- Direkter Zugang zum Federal Reserve-System ohne Abhängigkeit von Zwischenbanken
- FDIC-Einlagensicherung bis 250.000 USD schützt Fiat-Guthaben vor Insolvenz
- Stabile Fiat-On- und Off-Ramps ohne Risiko plötzlicher Partnerschaftsabbrüche
Risiken & Nachteile
- Striktere regulatorische Überwachung durch die OCC und Federal Reserve
- Potenzielle Einschränkung innovativer Krypto-Produkte durch konservative Bankenregulierung
- Zentralisierungsrisiko: Wenige große Player kontrollieren die Infrastruktur
Worauf du jetzt achten solltest
Die Entwicklungen bei Payoneer und Co. haben direkte Auswirkungen auf Nutzer. Wer Krypto-Assets verwahrt oder handelt, sollte die folgenden strategischen Punkte beobachten.
- Prüfe die Einlagensicherung: Nur Institute mit Charter bieten staatliche Einlagensicherung. Fintechs ohne Lizenz bleiben riskanter, da Kundengelder bei Insolvenz nicht geschützt sind.
- Beobachte die Genehmigungsprozesse: Die finalen Entscheidungen der OCC über Payoneer und Coinbase fallen voraussichtlich im vierten Quartal 2025. Bis dahin bleiben diese Anbieter in einer rechtlichen Grauzone.
- Diversifiziere Verwahrung: Halte langfristige Bestände in selbstverwalteten Wallets, kurzfristiges Trading bei lizenzierten Banken. Kombiniere Börsen-Vergleich 2026 mit eigenem Wallet-Vergleich.
- Prüfe regionale Regulierung: US-Banklizenzen gelten nicht automatisch in der EU. Deutsche Nutzer müssen weiterhin auf europäische MiCA-Regulierung achten.
- Steuerreporting beachten: Banken melden Transaktionen automatisch an Steuerbehörden. Nutze Tools wie CoinTracking für korrekte Steuerreporting.
Die Konvergenz von Krypto und traditionellem Banking schreitet voran. Ob diese Entwicklung die Branche stabilisiert oder die ursprüngliche Dezentralisierungsidee untergräbt, wird die nächste Marktphase entscheiden.
Häufige Fragen zu Bankchartern für Krypto-Firmen
Was genau ist ein US-Bankcharter?
Ein Bankcharter ist eine staatliche Lizenz, die ein Unternehmen berechtigt, Bankgeschäfte zu betreiben. In den USA erteilt die Office of the Comptroller of the Currency (OCC) nationale Charters. Mit dieser Lizenz dürfen Institute Einlagen entgegennehmen, Kredite vergeben und direkt am Zahlungsverkehr des Federal Reserve-Systems teilnehmen. Ohne Charter müssen Fintechs auf Partnerschaften mit bestehenden Banken zurückgreifen.
Welche Vorteile bringt eine Banklizenz für Krypto-Nutzer?
Nutzer profitieren von der staatlichen Einlagensicherung der FDIC bis zu 250.000 US-Dollar pro Konto. Zudem entfällt das Risiko plötzlicher Kontokündigungen durch externe Partnerbanken, was Ein- und Auszahlungen deutlich stabilisieren kann. Die direkte Integration ins Bankensystem ermöglicht auch schnellere Überweisungen und niedrigere Gebühren für Fiat-Transaktionen.
Sind meine Krypto-Assets bei einer Krypto-Bank sicher?
Die FDIC-Einlagensicherung gilt nur für Fiat-Einlagen in US-Dollar, nicht für Kryptowährungen selbst. Digitale Assets auf Plattformen bleiben auch bei Banklizenz ungeschützt vor Insolvenz. Für maximale Sicherheit empfiehlt sich die Verwahrung in Hardware Wallets wie dem BitBox02 oder anderen nicht verwahrten Lösungen, bei denen du die privaten Schlüssel selbst kontrollierst.





