Beim Staking hinterlegen Anleger ihre Coins, um am Konsensmechanismus einer Proof-of-Stake (PoS) Blockchain teilzunehmen und das Netzwerk zu sichern. Als Belohnung erhalten sie sogenannte Staking Rewards in Form von neuen Coins. Die steuerliche Behandlung dieser Rewards ist ein zentrales Thema für Krypto-Investoren in Deutschland.
Die Erträge aus Staking gelten nach aktueller Auffassung der Finanzverwaltung als „sonstige Einkünfte“ gemäß § 22 Nr. 3 EStG. Das bedeutet, sie werden nicht mit der pauschalen Abgeltungsteuer für Kapitalerträge besteuert, sondern mit dem individuellen Einkommensteuersatz, der bis zu 45 % betragen kann. Entscheidend für die Besteuerung ist der Wert der erhaltenen Rewards zum Zeitpunkt des Zuflusses. Jeder einzelne Reward-Zufluss muss also mit Datum und Euro-Wert dokumentiert werden. Die Summe dieser Werte wird in der Anlage SO der Steuererklärung angegeben.
Info: Für sonstige Einkünfte gibt es eine Freigrenze von 256 € pro Jahr. Liegen die gesamten sonstigen Einkünfte (inklusive Staking, aber auch z.B. Vermietungseinkünfte) unter diesem Betrag, bleiben sie steuerfrei. Wird die Grenze auch nur um einen Cent überschritten, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig.
Ein praktisches Beispiel: Sie staken 100 ATOM und erhalten über das Jahr verteilt in 50 Transaktionen insgesamt 8 ATOM als Rewards. Für jede dieser 50 Transaktionen müssen Sie den Kurs von ATOM in Euro zum exakten Zeitpunkt des Erhalts ermitteln und dokumentieren. Die Summe all dieser Euro-Beträge ist Ihr steuerpflichtiges Einkommen aus Staking. Angesichts der Komplexität ist die Nutzung spezialisierter Krypto Steuer-Tools wie CoinTracking dringend zu empfehlen, um den Überblick zu behalten.
Eine der größten Kontroversen im Bereich Staking Steuern betrifft die Haltefrist. Laut einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) verlängert sich die Spekulationsfrist für Coins, die für Staking oder Lending verwendet werden, von einem auf zehn Jahre. Das bedeutet, dass Gewinne aus dem Verkauf dieser Coins erst nach zehn Jahren Haltedauer steuerfrei wären. Diese Auslegung ist juristisch stark umstritten, schafft aber Rechtsunsicherheit für Anleger. Mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag, der die Krypto Haltefrist erklärt.
Wichtig: Die 10-Jahres-Frist ist ein entscheidender Faktor. Wenn Sie gestakte Coins innerhalb von zehn Jahren mit Gewinn verkaufen, fällt auf den Gewinn Einkommensteuer an. Dies gilt auch für die erhaltenen Rewards, die ebenfalls dieser Frist unterliegen.
Die korrekte Erfassung ist essenziell. Unsere Krypto Steuern Deutschland Übersicht gibt Ihnen einen breiteren Einblick in die Thematik. Mit unserem Krypto Steuer-Rechner können Sie zudem eine erste Schätzung Ihrer potenziellen Steuerlast vornehmen.
Vorteile
- Potenzial für passives Einkommen durch Rewards.
- Aktive Teilnahme und Unterstützung eines Blockchain-Netzwerks.
Nachteile
- Hoher Dokumentationsaufwand für jeden Reward-Zufluss.
- Mögliche Verlängerung der Haltefrist auf 10 Jahre.
- Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuersatz.