Das Crypto-Asset Reporting Framework, kurz CARF, stellt eine bedeutende Entwicklung im regulatorischen Umfeld von Kryptowährungen dar. Entwickelt von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), ist CARF im Wesentlichen das Pendant zum Common Reporting Standard (CRS), der bereits für traditionelle Finanzkonten gilt. CARF verpflichtet Krypto-Dienstleister (Crypto Asset Service Providers, CASPs) wie Börsen, Broker und Wallet-Anbieter, Informationen über ihre Kunden und deren Transaktionen zu sammeln und an die nationalen Steuerbehörden zu melden.
Diese nationalen Behörden tauschen die gesammelten Daten dann automatisch mit den Steuerbehörden des Landes aus, in dem der jeweilige Nutzer steuerlich ansässig ist. Konkret bedeutet das: Das deutsche Finanzamt wird in Zukunft automatisch darüber informiert, welche Krypto-Assets ein deutscher Steuerzahler auf einer Börse in Malta, den USA oder den Kaimaninseln hält und welche Transaktionen er dort durchführt. Der Informationsaustausch umfasst dabei eine breite Palette von Transaktionen, darunter Tauschgeschäfte zwischen Krypto und Fiat, zwischen verschiedenen Kryptowährungen sowie Transferzahlungen.
Info: Die Europäische Union hat CARF im Rahmen der Richtlinie DAC8 bereits in EU-Recht überführt. Die neuen Meldepflichten sollen für die Mitgliedstaaten ab dem 1. Januar 2026 gelten. Der erste automatische Informationsaustausch zwischen den Ländern ist für 2027 geplant und wird die Daten aus dem Jahr 2026 umfassen.
Warum ist das für Krypto-Nutzer wichtig? CARF beendet effektiv die Ära, in der man sich auf die vermeintliche Anonymität von ausländischen Börsen verlassen konnte, um Steuern zu umgehen. Die Steuerehrlichkeit wird damit erzwungen. Es wird für Finanzämter wesentlich einfacher, die Angaben in der Steuererklärung mit den gemeldeten Daten abzugleichen und Unstimmigkeiten aufzudecken. Eine saubere und lückenlose Dokumentation aller Krypto-Aktivitäten wird somit zur absoluten Pflicht. Wer seine Transaktionen nicht nachvollziehbar aufbereiten kann, riskiert empfindliche Nachzahlungen und Strafen. Die Nutzung von Krypto-Steuer Tools im Vergleich, wie zum Beispiel CoinTracking, wird damit unerlässlich.
Die Einführung von CARF unterstreicht die Notwendigkeit, die allgemeinen Regeln für Kryptowährungen und Steuern zu kennen und anzuwenden, unabhängig von der Haltefrist für Krypto-Assets. Mit unserem Steuerrechner für Kryptowährungen können Sie eine Schätzung Ihrer Steuerlast vornehmen und sich auf die neuen Gegebenheiten vorbereiten.
Wichtig: CARF wirkt nicht rückwirkend, aber die ab 2026 gesammelten Daten können Anlass für tiefere Prüfungen vergangener Jahre geben. Wer seine Krypto-Gewinne bisher nicht oder nur unvollständig deklariert hat, sollte dringend eine Nacherklärung in Erwägung ziehen, bevor die Behörden durch CARF auf ihn aufmerksam werden.
Vorteile
- Schafft weltweit einheitliche Wettbewerbsbedingungen für Krypto-Anbieter.
- Erhöht die Legitimität des Krypto-Marktes durch mehr Transparenz.
- Erschwert Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung.
Nachteile
- Massiver Eingriff in die finanzielle Privatsphäre der Nutzer.
- Hoher administrativer Aufwand für Krypto-Dienstleister.
- Potenziell höhere Kosten für Nutzer durch Compliance-Aufwand der Anbieter.