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Notfall-Guide

Krypto-Börse gehackt: Was tun?

Dein 8-Schritte-Notfallplan, wenn deine Exchange kompromittiert wurde — schnell handeln, Schäden minimieren, Coins sichern.

Sofort-Checkliste: Die ersten 15 Minuten

Warnung: Zeit ist kritisch

Angreifer agieren oft automatisiert. Jede Minute zählt. Arbeite die folgenden Schritte sofort ab — in genau dieser Reihenfolge.

  1. 1

    Passwort sofort ändern

    Verwende ein neues, einzigartiges Passwort mit mindestens 16 Zeichen. Nutze einen Passwort-Manager.

  2. 2

    2FA prüfen und zurücksetzen

    Stelle sicher, dass deine Zwei-Faktor-Authentifizierung nicht kompromittiert wurde. Wechsle ggf. auf eine neue Authenticator-App.

  3. 3

    Verbleibende Coins abziehen

    Transferiere alle Coins auf ein Hardware-Wallet oder eine nicht betroffene Wallet-Adresse.

  4. 4

    Exchange-Support kontaktieren

    Melde den Vorfall beim Support und bitte um eine temporaere Kontosperre, falls du unautorisierte Aktivitäten bemerkst.

  5. 5

    E-Mail-Konto absichern

    Ändere auch das Passwort deines E-Mail-Kontos und aktiviere dort 2FA — es ist das Einfallstor für Passwort-Resets.

  6. 6

    Andere Börsen prüfen

    Wenn du dasselbe Passwort auf anderen Plattformen verwendet hast, ändere es überall sofort.

  7. 7

    Transaktionshistorie dokumentieren

    Erstelle Screenshots und CSV-Exports aller Transaktionen — du brauchst sie für die Polizei und ggf. die Versicherung.

  8. 8

    Polizei informieren

    Erstatte Anzeige bei der Polizei. In Deutschland ist die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) deines Bundeslandes zuständig.

Woran erkennst du einen Exchange-Hack?

Nicht jeder Hack wird sofort öffentlich bekannt. Achte auf diese Warnsignale:

  • Unbekannte Transaktionen oder Abhebungen in deiner Historie
  • E-Mail-Benachrichtigungen über Passwort-Änderungen, die du nicht angefordert hast
  • Die Börse setzt plötzlich alle Auszahlungen aus
  • Ungewoehnliche Login-Aktivitäten (fremde IP-Adressen, andere Länder)
  • Offizielle Warnmeldungen auf der Website oder in sozialen Medien

Versicherungsschutz: Welche Börsen sichern dich ab?

Einige große Börsen verfügen über Versicherungsfonds, die Nutzerverluste bei Hacks abdecken:

  • Bitvavo — Stichting Bitvavo Payments, reguliert durch die niederländische Zentralbank (DNB)
  • Kraken — Cold-Storage-Infrastruktur, Proof-of-Reserves, strenge interne Sicherheitsprüfungen
  • Coinbase — FDIC-Versicherung für USD-Guthaben, Krypto-Versicherung durch Lloyds of London

Wichtig

Keine Versicherung deckt 100 % aller Szenarien ab. Lagere langfristige Bestände immer auf einem Hardware-Wallet — nicht auf der Börse.

Lessons Learned: Mt. Gox, FTX und Co.

Mt. Gox (2014): Die damals größte Bitcoin-Börse verlor 850.000 BTC durch einen Hack. Nutzer warteten über 10 Jahre auf (Teil-)Entschädigungen. Lektion: Vertraue keiner zentralen Instanz blind.

FTX (2022): Kein klassischer Hack, sondern Betrug und Missmanagement. Kundengelder wurden zweckentfremdet. Milliarden gingen verloren. Lektion: Regulierte Börsen mit Proof-of-Reserves bevorzugen.

Fazit: Diversifiziere deine Aufbewahrung. Nutze mehrere Börsen und ein Hardware-Wallet. Not your keys, not your coins ist keine Floskel — es ist eine Überlebensstrategie.

Prävention: So schützt du dich vor dem nächsten Hack

  • Lagere nie alle Coins auf einer einzigen Börse
  • Nutze ein Hardware-Wallet für langfristige Bestände
  • Aktiviere 2FA mit Authenticator-App (nicht SMS!)
  • Verwende einzigartige Passwörter pro Plattform
  • Prüfe regelmäßig deine Transaktionshistorie
  • Aktiviere E-Mail-Benachrichtigungen für Abhebungen

Coins sicher verwahren: Hardware-Wallets

Die beste Versicherung gegen Exchange-Hacks ist ein Hardware-Wallet. Deine Keys bleiben offline — unerreichbar für Angreifer.

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Häufige Fragen: Börse gehackt

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Exchange-Hacks

Wie erkenne ich, ob meine Krypto-Börse gehackt wurde?
Typische Anzeichen sind: unerwartete Abhebungen oder Transaktionen, die du nicht autorisiert hast; E-Mails über Passwort- oder 2FA-Änderungen, die du nicht vorgenommen hast; die Börse setzt plötzlich alle Auszahlungen aus; offizielle Statements zu einem Sicherheitsvorfall auf der Website oder Social Media. Prüfe regelmäßig deine Transaktionshistorie und aktiviere E-Mail-Benachrichtigungen für Abhebungen.
Bekomme ich meine Coins zurück, wenn eine Börse gehackt wird?
Das hängt von der Börse ab. Große, regulierte Plattformen wie Bitvavo, Kraken oder Coinbase verfügen über Versicherungsfonds (z.B. SAFU bei Binance), die Verluste durch Hacks abdecken können. Bei kleineren oder unregulierten Börsen ist ein Totalverlust möglich — wie bei Mt. Gox (2014) oder FTX (2022). Grundsätzlich gilt: Lagere nur so viel auf einer Börse, wie du aktiv zum Traden brauchst.
Wie schnell muss ich nach einem Hack handeln?
Sofort. Die ersten Minuten sind entscheidend. Ändere umgehend dein Passwort, prüfe deine 2FA-Einstellungen und ziehe verbleibende Coins auf ein Hardware-Wallet ab. Angreifer agieren oft automatisiert und können Konten innerhalb von Sekunden leerräumen. Je schneller du reagierst, desto höher die Chance, deine Coins zu retten.
Sollte ich alle Coins auf einem Hardware-Wallet lagern?
Für langfristige Bestände ist ein Hardware-Wallet die sicherste Option. Lagere auf der Börse nur den Betrag, den du aktiv zum Handeln brauchst. Eine gute Faustregel: Maximal 10-20 % deines Portfolios auf Exchanges, der Rest auf einem Hardware-Wallet wie der BitBox02 oder einem Ledger. So minimierst du das Risiko bei einem Exchange-Hack erheblich.

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