Die US-Finanzaufsicht OFAC hat gemeinsam mit britischen und australischen Behörden das russische Hosting-Unternehmen Media Land LLC sanktioniert. Die Infrastruktur unterstützte Ransomware-Gruppen wie LockBit, Underground-Exchanges und Geldwäsche-Dienste über tausende Bitcoin-Adressen.
Das Wichtigste in Kürze:
- USA, UK und Australien sanktionieren Media Land LLC und Betreiber Aleksandr Volosovik
- Chainalysis identifiziert tausende Bitcoin-Adressen mit Millionen USD Transaktionsvolumen
- Infrastruktur unterstützte LockBit-Ransomware, Underground-Exchanges und Malware-as-a-Service
Was wurde sanktioniert?
Am 15. Februar 2026 hat das US-Finanzministerium (Office of Foreign Assets Control, OFAC) Media Land LLC auf die Sanktionsliste gesetzt. Das Unternehmen betrieb sogenanntes "Bulletproof Hosting" für Cyberkriminelle.
Bulletproof Hosting bedeutet: Server-Infrastruktur, die gezielt illegale Aktivitäten ermöglicht und vor Strafverfolgung schützt. Media Land ignorierte Takedown-Requests und bot Anonymität für Kriminelle.
Aleksandr Volosovik: Der Mann hinter Media Land
Im Zentrum der Sanktionen steht Aleksandr Volosovik, auch bekannt unter dem Alias "Yalishanda". OFAC hat eine seiner Bitcoin-Adressen öffentlich sanktioniert.
Laut Blockchain-Analysefirma Chainalysis ist das nur die Spitze des Eisbergs. Die Firma trackt tausende weitere Adressen, die Volosovik und Media Land zugeordnet werden können.
Gut zu wissen: Sanktionierte Bitcoin-Adressen werden von allen regulierten Börsen automatisch blockiert. Wer Coins von sanktionierten Adressen erhält, riskiert Konto-Sperrungen und behördliche Ermittlungen.
Internationale Koordination
Die Sanktionen wurden koordiniert mit dem britischen National Crime Agency (NCA) und den australischen Behörden. Das zeigt: Cybercrime-Bekämpfung ist international vernetzt.
Media Land hatte Server in Russland, aber Kunden weltweit. Die Sanktionen machen Geschäfte mit dem Netzwerk für westliche Unternehmen illegal.
Wie funktionierte das Cybercrime-Netzwerk?
Media Land bot die komplette Infrastruktur für Cybercrime. Von Hosting über Zahlungsabwicklung bis zu Geldwäsche-Services – alles aus einer Hand.
Chainalysis spricht von einem "Cyber Kill Chain"-Modell: Jeder Schritt eines Cyberangriffs wurde durch Media Land ermöglicht.
LockBit-Ransomware und andere Kunden
Zu den prominentesten Kunden gehörte LockBit, eine der größten Ransomware-Gruppen weltweit. Der LockBit-Administrator Dmitry Khoroshev wurde bereits im Juli 2025 sanktioniert.
LockBit erpresste allein 2023 über 1 Milliarde USD von Opfern weltweit. Die Gruppe nutzte Media Land für Command-and-Control-Server und Zahlungsabwicklung.
Achtung: Ransomware-Zahlungen in Bitcoin sind durch Blockchain-Analyse nachverfolgbar. Viele Erpresser nutzen Mixing-Services, um die Spur zu verwischen – doch Chainalysis kann auch diese Transaktionen oft zurückverfolgen.
Underground-Exchanges und Geldwäsche
Media Land betrieb auch illegale Krypto-Börsen ohne KYC-Verfahren. Kriminelle konnten dort erpresstes Geld in andere Kryptowährungen tauschen.
Diese Underground-Exchanges sind das Rückgrat der Krypto-Geldwäsche. Ohne KYC-Pflicht können gestohlene Coins anonym gehandelt werden.
Malware-as-a-Service und Zugangsverkauf
Neben Ransomware hostete Media Land auch Malware-as-a-Service-Plattformen. Dort kaufen Kriminelle fertige Schadsoftware, ohne selbst programmieren zu müssen.
Außerdem wurden gehackte Zugangsdaten verkauft. Hacker verkaufen Firmen-Logins, die dann für Ransomware-Angriffe genutzt werden.
Du willst deine Bitcoin sicher verwahren und nicht in illegale Transaktionen verwickelt werden? Nutze eine regulierte Börse aus unserem Börsen-Vergleich 2026 und eine Hardware-Wallet wie BitBox02 für maximale Sicherheit.
Zur BitBox02Einordnung: Können Bitcoin-Sanktionen Cybercrime stoppen?
Die Sanktionen zeigen ein paradoxes Phänomen: Bitcoin wird für Kriminalität genutzt, aber genau die Blockchain-Transparenz macht Kriminelle verfolgbar.
Jede Bitcoin-Transaktion ist öffentlich. Chainalysis und andere Firmen können Geldflüsse über Jahre zurückverfolgen. Das macht Bitcoin weniger anonym als viele denken.
Blockchain-Transparenz als Ermittlungswerkzeug
OFAC sanktionierte nur eine Bitcoin-Adresse von Volosovik. Chainalysis kennt tausende weitere – und alle Transaktionen zwischen ihnen.
Bei klassischer Geldwäsche über Banken wäre das unmöglich. Blockchain macht Geldflüsse transparent, auch wenn die Identität hinter einer Adresse zunächst unbekannt ist.
Technischer Hintergrund: Blockchain-Forensik nutzt Clustering-Algorithmen, um zusammengehörige Adressen zu identifizieren. Auch Mixer und Privacy-Coins können oft entschlüsselt werden – wie der Fall Tornado Cash 2022 zeigte.
Grenzen von Sanktionen
Sanktionen treffen nur regulierte Börsen. Underground-Exchanges wie die von Media Land betriebenen ignorieren OFAC-Listen komplett.
Solange es nicht-regulierte Handelsplätze gibt, können Kriminelle sanktionierte Coins weiter nutzen. Das ist ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Behörden und Kriminellen.
Russland als Safe Haven?
Media Land operierte von Russland aus. Die russische Regierung kooperiert nicht mit westlichen Sanktionen und liefert Cyberkriminelle selten aus.
Das macht Russland zum bevorzugten Standort für Cybercrime-Infrastruktur. Ohne internationale Zusammenarbeit bleiben Sanktionen symbolisch.
Vorteile von Blockchain-Sanktionen
- Öffentliche Nachverfolgbarkeit: Jede Transaktion bleibt für immer sichtbar
- Automatische Sperrung auf regulierten Börsen weltweit
- Abschreckung: Kriminelle wissen, dass ihre Adressen identifiziert werden können
- Internationale Koordination möglich (USA, UK, Australien)
Grenzen & Schwächen
- Underground-Exchanges ignorieren Sanktionen komplett
- Russland kooperiert nicht mit westlichen Behörden
- Neue Adressen können jederzeit erstellt werden
- Privacy-Coins und Mixer erschweren die Nachverfolgung
Worauf du jetzt achten solltest
Falls du Bitcoin nutzt, beachte folgende Punkte:
- Nur regulierte Börsen nutzen: Börsen mit AML-Compliance wie Bitvavo blockieren sanktionierte Adressen automatisch. So vermeidest du ungewollt kontaminierte Coins.
- Coin-Herkunft prüfen: Tools wie Chainalysis Reactor zeigen, ob deine Coins mit illegalen Aktivitäten verknüpft sind. Manche Börsen bieten diese Prüfung kostenlos an.
- Hardware-Wallet für langfristige Verwahrung: Coins auf Börsen können gesperrt werden, wenn Behörden ermitteln. Eine Hardware-Wallet gibt dir volle Kontrolle.
- KYC akzeptieren: Anonyme Börsen sind oft illegale Underground-Exchanges. KYC schützt dich vor Geldwäsche-Verdacht.
- Vorsicht bei P2P-Handel: Wenn du Bitcoin von Privatpersonen kaufst, riskierst du sanktionierte Coins zu erhalten. Nutze lieber regulierte Plattformen.
Die Media-Land-Sanktionen zeigen: Bitcoin-Kriminalität wird zunehmend transparent. Wer legale Coins besitzt, profitiert von Blockchain-Forensik – illegale Aktivitäten werden schwerer.
Häufige Fragen zu Bitcoin-Sanktionen
Was passiert mit sanktionierten Bitcoin-Adressen?
Sanktionierte Bitcoin-Adressen werden von allen regulierten Börsen weltweit automatisch blockiert. Coins von diesen Adressen können nicht eingezahlt oder ausgezahlt werden. Wer trotzdem mit sanktionierten Adressen handelt, macht sich in den USA und EU strafbar.
Kann ich versehentlich sanktionierte Coins erhalten?
Ja, wenn du Bitcoin von Privatpersonen oder auf nicht-regulierten Börsen kaufst. Regulierte Börsen wie Bitvavo prüfen alle Transaktionen automatisch und blockieren sanktionierte Coins. Nutze deshalb nur KYC-verifizierte Plattformen, um kontaminierte Coins zu vermeiden.
Ist Bitcoin wirklich nachverfolgbar?
Ja, jede Bitcoin-Transaktion ist öffentlich auf der Blockchain gespeichert. Firmen wie Chainalysis können Geldflüsse über Jahre zurückverfolgen und Adressen zu Personen zuordnen. Nur Privacy-Coins wie Monero sind schwerer nachverfolgbar – aber auch diese werden zunehmend durch Forensik entschlüsselt.
Was ist Bulletproof Hosting?
Bulletproof Hosting sind Server-Dienste, die gezielt illegale Aktivitäten ermöglichen und vor Strafverfolgung schützen. Anbieter wie Media Land ignorieren Takedown-Requests und bieten Anonymität für Hacker, Ransomware-Gruppen und Betrüger. Meist in Russland oder Ländern ohne Rechtshilfe-Abkommen.
Sind alle Bitcoin-Nutzer Kriminelle?
Nein. Chainalysis schätzt, dass weniger als 1% aller Bitcoin-Transaktionen illegal sind. Die überwiegende Mehrheit nutzt Bitcoin für legale Zwecke wie Investment, internationale Überweisungen oder Zahlungen. Blockchain-Transparenz macht Bitcoin sogar sicherer gegen Kriminalität als anonymes Bargeld.
Quelle: Chainalysis Blog





