Der Hash Ribbon Indicator hat erstmals seit fünf Monaten ein Kaufsignal ausgelöst. Die längste Miner-Kapitulation seit 2018 scheint damit ihr Ende zu finden – ein klassisches Zeichen für einen potenziellen Marktboden.
Das Wichtigste in Kürze:
- Hash Ribbon sendet erstes Kaufsignal nach 5 Monaten Dauer-Kapitulation
- Historische Trefferquote: 8 von 9 Signalen lieferten positive Renditen
- BTC fiel zeitweise unter Produktionskosten von rund 52.000 US-Dollar
Hash Ribbon erklärt: Das Ende der Miner-Kapitulation
Der Hash Ribbon gilt unter On-Chain-Analysten als einer der zuverlässigsten Langfristindikatoren für Bitcoin. Er misst Stresssignale im Mining-Sektor durch die Differenz zwischen kurz- und langfristiger Hashrate. Wenn ineffiziente Miner das Netzwerk verlassen müssen, sinkt die Rechenleistung kurzfristig – das „Kapitulationsmuster“ entsteht.
Gut zu wissen: Der Indikator wurde vom Analysten Charles Edwards entwickelt. Er nutzt die ökonomische Realität des Minings: Wenn der BTC-Kurs unter die Stromkosten fällt, müssen ineffiziente Miner ihre Hardware abschalten.
Wie der Indikator funktioniert
Technisch basiert der Hash Ribbon auf zwei Simple Moving Averages der Hashrate: eine 30-Tage- und eine 60-Tage-Linie. Kreuzen sich diese Linien nach unten (schwarze Farbe im Chart), signalisiert dies Stress. Das Ende dieser Phase – das „Grünwerden“ – markiert historisch gesehen oft lokale Böden.
Historische Dimension der aktuellen Phase
Die aktuelle Kapitulationsphase dauerte rund 150 Tage. Damit gehört sie zu den längsten in der Geschichte von Bitcoin. Zum Vergleich: Die berüchtigte „Crypto-Winter“-Phase 2018/19 dauerte ähnlich lang. Die extreme Dauer deutet auf eine tiefe Säuberung des Mining-Marktes hin.
„Die Länge der Kapitulation zeigt, wie stark der Druck auf ineffiziente Miner war. Viele mussten Hardware verkaufen oder Betriebe schließen.“
Warum das wichtig ist
Mining-Kapitulationen sind konträre Indikatoren. Sie signalisieren maximale Panik im Sektor – und damit oft Wendepunkte. Wenn die schwächsten Akteure ausscheiden, stabilisiert sich das Netzwerk. Die verbleibenden Miner arbeiten wieder profitabel und verkaufen weniger BTC, was den Druck auf den Kurs verringert.
Die Zahlen sprechen: Laut historischer Auswertungen lieferten 8 von 9 Hash-Ribbon-Kaufsignalen positive Renditen über die folgenden 12 Monate. Die durchschnittliche Performance lag bei über 4.000 Prozent – allerdings mit extrem hoher Volatilität.
Das aktuelle Signal kommt in einer Phase extremer Marktängste. Der Fear & Greed Index notiert bei 11 (Extreme Fear). Kombiniert mit den unterbrochenen Miner-Zwangsumsätzen entsteht ein technisches Umfeld, das früher oft Bodenbildung begünstigte.
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Zur Bitvavo-RegistrationEinordnung: Akkumulationsphase statt V-Erholung?
Das Hash-Ribbon-Signal markiert selten den absoluten Tiefpunkt am Tag X. Vielmehr beginnt typischerweise eine Akkumulationsphase, die Wochen bis Monate dauern kann. Der Unterschied zum klassischen „Kaufe den Dip“: Hier bestätigt fundamentale Netzwerkdaten (Hashrate-Recovery), dass die Infrastruktur überlebt hat.
Vorteile der aktuellen Situation
- Historisch belegte Trefferquote von rund 90% über 12 Monate
- Effizienzgewinn im Mining-Netzwerk durch Ausscheiden schwacher Akteure
- Reduzierter Verkaufsdruck durch wieder profitable Miner
Risiken & Limitationen
- Makroumfeld (Zinspolitik, ETF-Flüsse) unterscheidet sich von früheren Zyklen
- Signal kann um Wochen verzögert auftreten – kein Timing-Instrument für Tage
- Ein Signal allein garantiert keine Trendwende bei anhaltendem institutionellen Verkauf
Die Kombination aus Hash Ribbon und Preisaktion unter Produktionskosten stärkt die Bodenthese. Dennoch unterscheidet sich das aktuelle Umfeld von früheren Zyklen: Die Dominanz institutioneller Flüsse (ETFs) und die globale Zinspolitik spielen eine größere Rolle als reine On-Chain-Mechanismen.
Achtung: On-Chain-Indikatoren zeigen historische Muster, keine garantierten Zukunftsszenarien. Das letzte Hash-Ribbon-Signal im August 2024 führte zu einer Rallye, doch vorherige Signale sahen auch Seitwärtsphasen von Monaten. Keine Anlageentscheidung allein auf Indikatoren basieren.
Worauf du jetzt achten solltest
Für Anleger ergeben sich aus dem Hash-Ribbon-Signal konkrete Beobachtungspunkte. Die technische Bodenbildung muss sich im Preisgeschehen bestätigen, bevor sich eine nachhaltige Trendwende etabliert.
- Hashrate-Entwicklung: Beobachte, ob die 30-Tage-Linie über der 60-Tage-Linie bleibt. Ein erneutes Kreuzen nach unten würde das Signal invalidieren.
- ETF-Flüsse: Die Nettozuflüsse bei Spot-ETFs bestimmen aktuell den Kurs mehr als Mining-Daten. Negative Flüsse können On-Chain-Signale übertrumpfen.
- Produktionskosten: Bleibt der Kurs über den geschätzten 52.000 Dollar pro BTC, arbeiten die meisten Miner profitabel. Ein erneuter Bruch darunter würde neue Kapitulation auslösen.
- Volatilität: Akkumulationsphasen sind oft trotz Bodens volatil. Hardware Wallets bieten hier Sicherheit gegen Zwangsumsatz bei kurzfristigen Panikbewegungen.
- Zeithorizont: Historisch brauchten Kurse nach dem Signal 3-6 Monate für signifikante Gewinne. Tages- oder Wochentrading basierend auf dem Signal ist statistisch nicht sinnvoll.
Häufige Fragen zum Hash Ribbon Indicator
Was genau misst der Hash Ribbon Indicator?
Der Indikator vergleicht die 30-Tage- mit der 60-Tage-Durchschnitts-Hashrate von Bitcoin. Wenn die kurzfristige Hashrate unter die langfristige fällt, signalisiert dies, dass ineffiziente Miner ihre Hardware abschalten müssen – ein Zeichen von Stress im Netzwerk.
Wie zuverlässig ist das Hash-Ribbon-Kaufsignal?
Historisch lieferten 8 von 9 Signalen positive Renditen über 12 Monate. Allerdings variiert die Zeit bis zur Umkehr stark. Das Signal markiert typischerweise Akkumulationszonen, nicht den exakten Tiefpunkt. Anleger sollten es als langfristigen Indikator nutzen, nicht für Tagestrading.
Was unterscheidet die aktuelle Kapitulation von früheren?
Die aktuelle Phase dauerte rund 150 Tage und gehört damit zu den längsten seit 2018. Zudem spielt heute der institutionelle Markt (ETFs) eine größere Rolle als reines Mining-Ökonomie. Die fundamentale Netzwerkgesundheit bleibt jedoch vergleichbar: Schwache Miner scheiden aus, starke überleben.
Quelle: CoinDesk





