Bitcoin erlebte diese Woche einen kurzzeitigen Flash-Crash auf 59.000 USD, der über 2 Milliarden USD an Liquidationen auslöste. Analysten diskutieren nun, ob die 75.000-USD-Marke als Support hält oder ein struktureller bearish Regime Shift bevorsteht.
Das Wichtigste in Kürze:
- Bitcoin-Flash-Crash auf 59.000 USD am 13. Februar löste 2,1 Mrd. USD Liquidationen aus
- 75.000 USD ist kritische Support-Marke – darunter droht Test von 60.000 USD
- Analysten diskutieren bearish Regime Shift vs. Kaufchance im Dip
Was ist diese Woche am Bitcoin-Markt passiert?
Am 13. Februar 2026 erlebte Bitcoin einen dramatischen Flash-Crash von 74.000 USD auf 59.000 USD innerhalb von 15 Minuten. Der Absturz wurde durch eine Liquidationskaskade auf Futures-Märkten ausgelöst.
Nach dem Wick auf 59.000 USD erholte sich Bitcoin innerhalb von 2 Stunden auf 72.000 USD. Aktuell (16. Februar) liegt der Kurs bei etwa 74.500 USD – knapp über der kritischen 75.000-USD-Marke.
2,1 Milliarden USD Liquidationen in 24 Stunden
Der Flash-Crash löste die größte Liquidationskaskade seit August 2024 aus. Laut Coinglass wurden 2,1 Milliarden USD an Leverage-Positionen liquidiert.
95% der Liquidationen betrafen Long-Positionen. Das zeigt: Viele Trader waren übergehebelt und wetteten auf steigende Kurse. Der Crash traf sie vollkommen unvorbereitet.
Achtung: Flash-Crashes entstehen oft durch algorithmisches Trading und dünne Order-Books. Ein einziger großer Verkaufsauftrag kann eine Kaskade auslösen, die den Kurs in Sekunden um 20% fallen lässt. Stop-Loss-Orders werden dann massenweise ausgelöst.
Technische Auslöser des Crashes
Analysten identifizieren drei Hauptfaktoren für den Crash: Überhebelte Futures-Märkte, dünne Liquidität am Wochenende und makroökonomische Unsicherheit.
Das Funding-Rate-Niveau auf Perpetual-Futures-Märkten lag vor dem Crash bei +0,04% (8-Stunden-Rate). Das deutet auf extreme Long-Überhitzung hin. Solche Zustände korrigieren sich oft gewaltsam.
Warum ist die $75K-Marke jetzt entscheidend?
75.000 USD ist keine willkürliche Zahl. Es ist der ehemalige Widerstand aus Dezember 2025, der nun als Support dienen muss. Fällt Bitcoin darunter, droht ein Test der 60.000-USD-Marke.
Charttechnisch liegt das 200-Tage-Moving-Average aktuell bei 82.000 USD. Bitcoin handelt seit 3 Wochen darunter – ein bärisches Signal. Die 75.000-USD-Marke ist die letzte Verteidigungslinie vor einem strukturellen Abwärtstrend.
On-Chain-Daten: Was sagen die Metriken?
Glassnode-Daten zeigen: Long-Term Holder (Wallets mit +6 Monaten Haltedauer) verkaufen nicht. Ihre Bestände stiegen im Februar um 1,8%. Das ist ein bullisches Signal.
Gleichzeitig sind Exchange-Netflow-Daten neutral. Es fließt weder massiv Kapital ab (bullisch) noch zu (bärisch). Der Markt ist in einer Wartehaltung.
On-Chain-Kontext: Die MVRV-Ratio (Market-Value-to-Realized-Value) liegt bei 1,8. Historisch markieren Werte unter 1,0 Boden-Formationen, Werte über 3,0 Tops. 1,8 deutet auf faire Bewertung hin – weder überkauft noch überverkauft.
Makro-Umfeld belastet Bitcoin
Die US-Notenbank Fed hält Zinsen bei 4,5% und signalisiert keine Senkungen für 2026. Das macht Bitcoin als risikoreichen Asset unattraktiv gegenüber sicheren US-Staatsanleihen.
Zudem ziehen Bitcoin-ETFs weiterhin Kapital ab. Im Februar verzeichneten Spot-ETFs netto 1,8 Milliarden USD Abflüsse – der schwächste Monat seit ETF-Launch im Januar 2024.
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Zum Börsen-VergleichEinordnung: Liquidationskaskade oder technische Korrektur?
Die zentrale Frage lautet: War der Flash-Crash auf 59.000 USD ein technischer Ausreißer (Wick) oder der Beginn eines bearish Regime Shifts?
Ein Regime Shift bedeutet: Bitcoin wechselt von einem bullischen in einen bärischen Strukturzustand. Das würde Monate oder Jahre dauern, nicht nur Wochen.
Bull-Case: Nur ein Liquidations-Wick
Optimisten argumentieren: Der 59.000-USD-Crash war ein klassischer Wick – eine kurzfristige Überreaktion, die sofort korrigiert wurde. Bitcoin steht immer noch über 70.000 USD.
Historisch gesehen sind Flash-Crashes in Bitcoin-Bullenmärkten normal. 2021 gab es mindestens 5 Wicks von über 20%, bevor Bitcoin auf 69.000 USD stieg.
Historischer Kontext: Im Mai 2021 fiel Bitcoin von 58.000 USD auf 30.000 USD (-48%) und erholte sich innerhalb von 4 Monaten auf neue Allzeithochs. Wicks und Korrekturen sind Teil des Bitcoin-Zyklus.
Bear-Case: Struktureller Regime Shift
Pessimisten sehen den Flash-Crash als Vorboten eines längeren Bärenmarkts. Die Argumente: Bitcoin handelt unter dem 200-Tage-MA, ETFs bluten Kapital aus, und die Fed bleibt hawkish.
Ein bearish Regime Shift würde bedeuten: Bitcoin fällt in den kommenden Monaten auf 50.000-60.000 USD und konsolidiert dort für 12+ Monate. Das wäre vergleichbar mit 2022, als Bitcoin von 69.000 USD auf 15.500 USD fiel.
Technische Szenarien für die kommende Woche
Szenario 1 (bullisch): Bitcoin hält 75.000 USD als Support und steigt zurück über 85.000 USD. Das würde den 200-Tage-MA-Bruch negieren und neue Rallys ermöglichen.
Szenario 2 (bärisch): Bitcoin fällt unter 75.000 USD und testet 60.000 USD erneut. Falls auch diese Marke bricht, droht ein Absturz auf 50.000 USD – das wäre ein struktureller Regime Shift.
Argumente für Support bei $75K
- Long-Term Holder akkumulieren weiter (+1,8% im Februar)
- Historisch sind 20% Wicks in Bullenmärkten normal (2017, 2021)
- MVRV-Ratio bei 1,8 deutet auf faire Bewertung, nicht Überhitzung
- 75.000 USD ist ehemaliger Widerstand – klassischer Support-Flip
Risiken für Regime Shift
- Bitcoin unter 200-Tage-MA seit 3 Wochen – bärischer Trend
- ETF-Abflüsse: 1,8 Mrd. USD im Februar – institutionelles Desinteresse
- Fed hält Zinsen hoch – makroökonomischer Gegenwind
- 2,1 Mrd. USD Liquidationen zeigen Fragilität des Marktes
Worauf du jetzt achten solltest
Falls du Bitcoin hältst oder kaufen willst, beachte folgende Punkte:
- 75.000 USD als Scheidelinie: Solange Bitcoin über 75.000 USD handelt, ist der Aufwärtstrend technisch intakt. Fällt der Kurs darunter, wird es kritisch.
- Funding-Rates beobachten: Hohe positive Funding-Rates (über +0,03% / 8h) deuten auf Überheblung hin und erhöhen Liquidations-Risiko. Nutze Coinglass oder CoinGlass für Live-Daten.
- Fed-Meeting am 18. März: Die nächste Zinsentscheidung könnte Bitcoin beflügeln, falls Powell Zinssenkungen andeutet. Bis dahin bleibt das Makro-Umfeld bärisch.
- Dollar-Cost-Averaging nutzen: Statt alles auf einmal zu kaufen, lieber wöchentlich kleine Beträge investieren. Das reduziert Risiko von schlechtem Timing.
- Stop-Loss-Strategie: Falls du auf Börsen tradest, setze Stop-Loss-Orders mindestens 5-10% unter aktuellen Kurs. Flash-Crashes wie der auf 59.000 USD zeigen: Ohne Absicherung drohen massive Verluste.
Unsere Bitcoin-Prognose 2026 analysiert verschiedene Szenarien für den weiteren Jahresverlauf.
Häufige Fragen zum Bitcoin Flash-Crash
Was ist ein Flash-Crash und wie entsteht er?
Ein Flash-Crash ist ein extrem schneller Kursabsturz (oft 10-30% in Minuten), der durch algorithmisches Trading und Liquidationskaskaden ausgelöst wird. Ein großer Verkaufsauftrag trifft auf dünne Order-Books, löst Stop-Loss-Orders aus, die wiederum weitere Verkäufe triggern – eine Kettenreaktion entsteht.
Warum wurde Bitcoin genau bei 59.000 USD gestoppt?
59.000 USD ist keine zufällige Marke. Es war ein wichtiges Support-Level aus November 2025. Viele Trader hatten dort Buy-Orders platziert, was den Absturz stoppte. Zusätzlich wurden alle überhebelten Long-Positionen liquidiert, sodass kein Verkaufsdruck mehr bestand.
Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Bitcoin-Kauf?
Das hängt von deinem Zeithorizont ab. Kurzfristig (1-3 Monate) besteht Risiko für weitere Verluste, falls 75.000 USD Support bricht. Langfristig (12+ Monate) zeigen historische Daten: Käufe nach Flash-Crashes waren oft profitabel. Dollar-Cost-Averaging über mehrere Wochen streut das Risiko.
Was bedeutet bearish Regime Shift?
Ein Regime Shift ist ein struktureller Wechsel von bullischem zu bärischem Marktumfeld. Das bedeutet: Bitcoin fällt nicht nur kurzfristig, sondern konsolidiert über Monate bei niedrigeren Kursen (z.B. 50.000-60.000 USD). Echte Regime Shifts dauern 12-18 Monate und beinhalten -50% bis -70% vom Allzeithoch.
Wie kann ich mich vor Flash-Crashes schützen?
Drei Strategien: 1) Vermeide Leverage-Trading – 95% der Liquidationen betreffen gehebelte Positionen. 2) Nutze Stop-Loss-Orders 10-15% unter Kaufpreis. 3) Verwahre Bitcoin in einer Hardware-Wallet, nicht auf Börsen – dann kannst du nicht in Panik verkaufen. Flash-Crashes erholen sich oft innerhalb von Stunden.
Quelle: Cointelegraph





