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Yield Farming erklärt: Rendite mit DeFi Protokollen

Was ist Yield Farming?

Yield Farming (auch Liquidity Mining genannt) ist eine DeFi-Strategie, bei der du Kryptowährungen in dezentralen Protokollen bereitstellst und dafür Rendite erhältst. Du wirst zum Liquiditätsanbieter und verdienst an Handelsgebühren, Zinsen oder Token-Rewards.

Im Kern funktioniert Yield Farming so: Du zahlst Token in einen Smart Contract ein, der dieses Kapital produktiv einsetzt — etwa als Handelsliquidität auf einer dezentralen Börse oder als Leihkapital in einem Lending-Protokoll.

Die Renditen können deutlich über dem liegen, was Staking oder traditionelle Geldanlagen bieten. Allerdings gehen höhere Renditen fast immer mit höheren Risiken einher. Yield Farming ist daher eher für fortgeschrittene Nutzer geeignet, die die Risiken verstehen und einschätzen können.

Liquidity Pools: Das Fundament von Yield Farming

Ein Liquidity Pool ist ein Smart Contract, der zwei (oder mehr) Token enthält und als automatisierter Marktmacher (AMM) fungiert. Statt eines klassischen Orderbuchs nutzen dezentrale Börsen wie Uniswap, Curve oder PancakeSwap diese Pools.

So funktioniert es:

  • Du zahlst ein Token-Paar im gleichen Wert ein (z. B. 1.000 € in ETH + 1.000 € in USDC).
  • Du erhältst LP-Token, die deinen Anteil am Pool repräsentieren.
  • Jeder Trade, der über diesen Pool läuft, generiert Gebühren (typisch: 0,3 %).
  • Dein Anteil an den Gebühren entspricht deinem Anteil am Pool.

Zusätzlich zu den Gebühren belohnen viele Protokolle Liquiditätsanbieter mit eigenen Governance-Tokens — das ist die eigentliche „Farm-Rendite". Diese Incentives sind oft zeitlich begrenzt und sinken über die Zeit, wenn mehr Liquidität in den Pool fließt.

Impermanent Loss verstehen

Impermanent Loss (IL) ist das größte Risiko beim Yield Farming und Liquidity Providing. Er entsteht, wenn sich das Preisverhältnis der Token in deinem Pool verändert.

Beispiel: Du zahlst 1 ETH (3.000 €) und 3.000 USDC in einen Pool ein. Steigt ETH auf 4.000 €, rebalanciert der AMM deinen Pool automatisch. Beim Abziehen hast du weniger ETH und mehr USDC als bei der Einzahlung. Der Gesamtwert ist geringer als wenn du beide Token einfach gehalten hättest — das ist der Impermanent Loss.

Wie groß ist der Effekt?

  • 25 % Preisänderung → ~0,6 % IL
  • 50 % Preisänderung → ~2,0 % IL
  • 100 % Preisänderung → ~5,7 % IL
  • 200 % Preisänderung → ~13,4 % IL

IL wird erst „permanent", wenn du deine Liquidität abziehst. Solange du im Pool bleibst und die Preise zurückkehren, verschwindet der Verlust. Die Gebühreneinnahmen und Token-Rewards können den IL in vielen Fällen kompensieren — aber nicht immer.

Top-Protokolle für Yield Farming 2026

Diese DeFi-Protokolle sind etabliert, auditiert und bieten attraktive Yield-Farming-Möglichkeiten:

  • Uniswap (Ethereum, Arbitrum, Polygon): Die größte dezentrale Börse. Konzentrierte Liquidität (v3) ermöglicht höhere Renditen bei aktivem Management.
  • Curve Finance (Multi-Chain): Spezialisiert auf Stablecoin-Pools mit niedrigem IL. Ideal für konservative Yield Farmer.
  • Aave (Ethereum, Arbitrum, Polygon): Das führende Lending-Protokoll. Einlagen verdienen Zinsen, Borrower zahlen Gebühren.
  • Raydium (Solana): Die größte DEX auf Solana mit CLMMs (Concentrated Liquidity Market Maker). Niedrige Gasgebühren machen auch kleinere Positionen rentabel.
  • PancakeSwap (BNB Chain): Ähnlich wie Uniswap, aber auf der BNB Chain. Niedrige Gebühren und hohe Liquidität.

Tipp: Nutze Aggregatoren wie DefiLlama, um die aktuellen Renditen verschiedener Protokolle zu vergleichen. Achte dabei auf den TVL (Total Value Locked) als Indikator für Vertrauenswürdigkeit.

Risiken beim Yield Farming

Yield Farming kann lukrativ sein, birgt aber erhebliche Risiken, die du kennen musst:

  • Smart-Contract-Risiko: Bugs oder Exploits im Code können zum Totalverlust führen. Nutze nur auditierte Protokolle mit nachgewiesener Sicherheitshistorie.
  • Impermanent Loss: Wie oben erklärt — kann die Gebühreneinnahmen übersteigen, besonders bei volatilen Token-Paaren.
  • Rug Pulls: Bei neuen, unbekannten Protokollen besteht die Gefahr, dass die Entwickler die Liquidität abziehen und verschwinden.
  • Token-Inflation: Viele Farming-Rewards werden in neuen Token ausgezahlt, die durch ständige Emission an Wert verlieren können.
  • Regulatorisches Risiko: Die Regulierung von DeFi ist noch im Fluss. Gesetzesänderungen könnten den Zugang zu Protokollen einschränken.

Goldene Regel: Investiere nur Kapital, das du bereit bist zu verlieren. Diversifiziere über mehrere Pools und Protokolle. Und: Wenn die Rendite zu gut klingt, um wahr zu sein — ist sie es wahrscheinlich auch.

Mehr zum Thema DeFi-Staking als risikoärmere Alternative findest du im Staking-Guide.

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Häufige Fragen

Ist Yield Farming sicher?
Yield Farming birgt Risiken: Smart-Contract-Bugs, Impermanent Loss und Token-Inflation. Etablierte Protokolle wie Uniswap, Curve oder Aave sind vergleichsweise sicher, aber ein Restrisiko bleibt immer bestehen. Investiere nur Kapital, dessen Verlust du verkraften kannst.
Was ist der Unterschied zwischen Yield Farming und Staking?
Staking sichert ein Blockchain-Netzwerk und liefert moderate, stabile Rewards. Yield Farming stellt Liquidität in DeFi-Protokollen bereit und bietet oft höhere, aber volatile Renditen mit zusätzlichen Risiken wie Impermanent Loss.
Wie viel kann man mit Yield Farming verdienen?
Die Renditen variieren stark: Stablecoin-Pools bringen oft 3–10 % APY, volatile Token-Paare können zweistellige Renditen liefern. Vorsicht bei APYs über 100 % — diese sind meist nicht nachhaltig und basieren auf Token-Inflation.
Muss ich Yield-Farming-Erträge versteuern?
Ja. In Deutschland gelten DeFi-Erträge als sonstige Einkünfte. Jeder Token-Zufluss (Rewards, Gebühren) ist zum Marktwert bei Zufluss steuerpflichtig. Zusätzlich können LP-Ein- und Auszahlungen als steuerrelevante Tauschvorgänge gelten.