Ein NFT ist wie ein digitales Echtheitszertifikat. Während du einen Bitcoin gegen einen anderen Bitcoin tauschen kannst ohne Unterschied (fungibel), ist jeder NFT einzigartig – wie ein Gemälde oder eine Konzertkarte.
NFTs werden auf Blockchains wie Ethereum gespeichert. Ein Smart Contract definiert die Eigenschaften: Wer ist der Besitzer? Was repräsentiert der NFT? Welche Rechte sind damit verbunden?
Wie funktionieren NFTs technisch?
Wenn ein Künstler ein digitales Bild als NFT veröffentlicht ("mintet"), wird ein Smart Contract erstellt. Dieser enthält Metadaten: Titel, Beschreibung, Link zum Bild, Ersteller-Adresse.
Das Bild selbst liegt meist nicht auf der Blockchain (zu teuer), sondern auf IPFS oder einem Server. Der NFT ist nur der Eigentumsnachweis – wie eine Urkunde für ein Grundstück.
Info: Der Standard ERC-721 definiert NFTs auf Ethereum. Jeder Token hat eine einzigartige ID. Der Standard ERC-1155 erlaubt Semi-Fungible Tokens – nützlich für Gaming-Items mit limitierten Auflagen.
Wofür werden NFTs genutzt?
Die bekanntesten Use Cases sind digitale Kunst und Sammlerstücke. Bored Ape Yacht Club, CryptoPunks und andere Collections erreichten Verkaufspreise von Millionen Dollar.
Aber NFTs können mehr: Konzertkarten als NFT verhindern Fälschungen. Immobilien-Urkunden als NFT machen Grundbuchämter überflüssig. Gaming-Items als NFT gehören dem Spieler, nicht dem Studio.
Domains, Mitgliedschaften, Zertifikate – alles kann als NFT abgebildet werden. Der Vorteil: Transparenz, Unveränderlichkeit, globaler Handel ohne Zwischenhändler.
Praktisches Beispiel: NFT kaufen
Du möchtest ein NFT kaufen? Brauchst du: 1) Eine Wallet (z.B. MetaMask), 2) Ethereum für den Kauf und Gas-Gebühren, 3) Zugang zu einem NFT-Marktplatz (OpenSea, Blur).
Du verbindest deine Wallet, suchst das gewünschte NFT, klickst "Buy Now" und bestätigst die Transaktion. Nach 15 Sekunden ist der NFT in deiner Wallet – du bist offizieller Besitzer.
Vorteile
- Eindeutiger Eigentumsnachweis ohne zentrale Instanz
- Künstler erhalten Tantiemen bei Weiterverkäufen (Royalties)
- Globaler Handel 24/7 ohne Galerien oder Auktionshäuser
- Programmierbarkeit: NFTs können Funktionen enthalten (z.B. Zugang zu Inhalten)
Nachteile
- Extreme Preisvolatilität – viele NFTs verlieren 90%+ an Wert
- Hohe Gas-Gebühren auf Ethereum (5-50 USD pro Transaktion)
- Umwelt-Kritik (mittlerweile durch Proof-of-Stake entschärft)
- Rechtliche Grauzone: Was kaufst du wirklich? Oft nur die Token-ID, nicht das Urheberrecht
NFTs und Steuern
In Deutschland gelten NFTs als private Veräußerungsgeschäfte. Verkaufst du innerhalb eines Jahres mit Gewinn, zahlst du Einkommensteuer. Nach einem Jahr Haltedauer ist der Verkauf steuerfrei.
Achtung: Das gilt nur für reine Wertspeicher-NFTs. NFTs die Erträge generieren (z.B. Staking-Rewards) haben andere Regeln – am besten Steuerberater fragen.
Wichtig: Die meisten NFT-Projekte scheitern. 95% aller NFT-Collections sind heute wertlos. Investiere nur, was du bereit bist zu verlieren. NFTs sind Spekulation, keine sichere Anlage.
Mehr zum Thema digitale Assets findest du in unserem Krypto-Wissen-Bereich.
