Die japanische Investment-Firma Metaplanet hat für das Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von 605 Millionen USD gemeldet – nachdem sie Milliarden in Bitcoin investiert hat. Trotz des Mark-to-Market-Verlusts plant das Unternehmen, die Bitcoin-Treasury-Strategie fortzusetzen und kündigt Preferred Shares zur Finanzierung weiterer Käufe an.
Das Wichtigste in Kürze:
- Metaplanet meldet 605 Mio. USD Verlust für Geschäftsjahr 2025
- Bitcoin-Käufe im Wert von geschätzten 2+ Milliarden USD (ähnlich MicroStrategy-Modell)
- Plant Preferred Shares zur Finanzierung weiterer BTC-Käufe trotz Verlust
Was ist bei Metaplanet passiert?
Metaplanet, eine japanische Investment-Holding mit Fokus auf Hotels und Immobilien, veröffentlichte am 14. Februar 2026 die Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2025 (endend 31. Dezember). Der Nettoverlust beträgt 88,8 Milliarden Yen (~605 Millionen USD bei aktuellem Wechselkurs).
Der Hauptgrund: Unrealisierte Verluste aus Bitcoin-Holdings. Metaplanet hält nach eigenen Angaben etwa 7.500 BTC (Stand Februar 2026), gekauft zu einem Durchschnittspreis von ~95.000 USD/BTC. Das entspricht Gesamtinvestitionen von ~710 Millionen USD.
Bitcoin-Treasury-Strategie nach MicroStrategy-Vorbild
Metaplanet kopiert die Strategie von MicroStrategy (USA): Das Unternehmen wandelt sich von einem traditionellen Business zur Bitcoin-Holding-Company. Statt operative Gewinne zu erwirtschaften, kauft es massiv Bitcoin als Treasury-Reserve.
Die Finanzierung erfolgt durch Fremdkapital (Anleihen, Kredite) und Aktienverkäufe. Metaplanet emittierte 2024/2025 Wandelanleihen im Wert von 350 Millionen USD und verkaufte neue Aktien für weitere 400 Millionen USD – alles fließt in Bitcoin-Käufe.
Gut zu wissen: Mark-to-Market-Verluste bedeuten: Metaplanet hat Bitcoin nicht verkauft, aber die Bilanz spiegelt den gesunkenen Marktwert wider. Bei Durchschnittskauf ~95k USD und aktuellem Preis ~82k USD (Februar 2026) entsteht ein Paper Loss von ~13% oder ~92 Millionen USD auf die 7.500 BTC.
Preferred Shares als neue Finanzierungsquelle
In der Earnings-Präsentation kündigte Metaplanet an, Preferred Shares (Vorzugsaktien) zu emittieren. Diese Aktien haben keinen Stimmrecht, zahlen aber feste Dividenden – ähnlich Anleihen, aber mit Eigenkapital-Charakter.
Das Ziel: Weitere Bitcoin-Käufe finanzieren ohne verwässernde Common-Stock-Ausgaben. Preferred Shares sind für konservative Investoren attraktiv (feste Rendite 5-8% p.a.), während Common-Stock-Holder vom Bitcoin-Upside profitieren.
Warum macht Metaplanet trotz Verlust weiter?
Die Logik hinter der Bitcoin-Treasury-Strategie ist langfristig: Unrealisierte Verluste sind irrelevant, solange Bitcoin langfristig steigt. Metaplanet verfolgt eine HODL-Philosophie – nie verkaufen, nur akkumulieren.
CEO Simon Gerovich (ehemals Goldman Sachs) argumentiert: "Fiat-Währungen verlieren durch Inflation 2-3% p.a. an Kaufkraft. Bitcoin ist das einzige Asset mit glaubwürdiger Knappheit (21 Millionen Cap). Kurzfristige Volatilität ist der Preis für langfristigen Werterhalt."
MicroStrategy als Blueprint
MicroStrategy (Ticker: MSTR) verfolgt seit 2020 dieselbe Strategie und hält inzwischen 190.000+ BTC. Die Aktie hat seit 2020 +2.400% zugelegt – deutlich mehr als Bitcoin selbst (+800% im gleichen Zeitraum).
Der Grund: MicroStrategy handelt mit Premium über Net Asset Value (NAV). Investoren zahlen 1,50-2,50 USD für jeden 1 USD Bitcoin im Unternehmensbesitz – weil sie auf zukünftige Akkumulation und Leverage-Effekte spekulieren.
Japan als Bitcoin-freundlicher Markt
Metaplanet profitiert von Japan's Bitcoin-freundlicher Regulierung. Anders als in den USA (wo Bitcoin als Property gilt und jede Transaktion steuerpflichtig ist) hat Japan 2024 steuerliche Erleichterungen für Corporate Bitcoin Holdings eingeführt.
Unternehmen müssen unrealisierte Gewinne nicht versteuern – nur realisierte. Das macht die HODL-Strategie steuerlich attraktiver. In den USA zahlt MicroStrategy theoretisch Steuern auf unrealisierte Gewinne (obwohl es durch Verlustvorträge bisher vermieden wurde).
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Zum Börsen-VergleichEinordnung: MicroStrategy-Kopie oder eigenständige Strategie?
Metaplanet ist die offensichtlichste MicroStrategy-Kopie außerhalb der USA. Aber sie hat auch Unterschiede: Kleineres Volumen (7.500 BTC vs. 190.000), konservativere Finanzierung (weniger Leverage), und Fokus auf japanischen Retail-Markt.
Die zentrale Frage: Funktioniert die Bitcoin-Treasury-Strategie auch bei fallenden Kursen? 2024/2025 hatten MicroStrategy und Metaplanet Glück – Bitcoin stieg von 40k auf 100k+ USD. 2026 korrigiert Bitcoin auf 75-85k USD, und beide Firmen melden massive Verluste.
Mark-to-Market vs. HODL-Philosophie
Der 605-Millionen-USD-Verlust ist ein Buchhaltungs-Artefakt. Nach IFRS/GAAP müssen Unternehmen Bitcoin zum Marktwert bilanzieren. Fällt der Preis, entsteht ein Verlust – obwohl Bitcoin nicht verkauft wurde.
Für unsere Bitcoin-Prognose 2026 bedeutet das: Wenn Bitcoin unter 70k USD fällt, werden Metaplanet und MicroStrategy weitere Milliarden-Verluste melden. Das könnte Aktionäre nervös machen – trotz HODL-Philosophie.
Risiko: Margin Calls und Liquidation
Metaplanet finanziert Bitcoin-Käufe teilweise durch besicherte Kredite. Falls Bitcoin stark genug fällt (z.B. unter 60k USD), könnten Kreditgeber Margin Calls auslösen – Metaplanet müsste Bitcoin verkaufen, um Sicherheiten aufzustocken.
Das ist der kritische Unterschied zu Retail-HODLern: Privatanleger haben keine Margin Calls (außer bei Leverage-Trading). Unternehmen mit Fremdkapital-Finanzierung sind anfällig für Zwangsverkäufe.
Achtung: Metaplanet's Strategie ist hochriskant für Aktionäre. Falls Bitcoin unter 50k USD fällt, könnten Liquidationen die Firma in Insolvenz treiben – ähnlich wie Celsius, Voyager und andere Krypto-Firmen 2022. Nur investieren, wenn du die Risiken verstehst.
Preferred Shares: Clever oder verzweifelt?
Die Ankündigung von Preferred Shares ist zweischneidig. Positiv: Es zeigt, dass Metaplanet weiter akkumulieren will und Investoren findet, die das finanzieren. Negativ: Preferred Shares mit 5-8% Dividende sind teuer – das bedeutet hohen Cashflow-Druck.
Falls Bitcoin nicht steigt, muss Metaplanet Dividenden aus operativen Gewinnen zahlen. Aber das operative Business (Hotels, Immobilien) macht kaum Gewinn – es wurde vernachlässigt zugunsten der Bitcoin-Strategie.
Argumente für Metaplanet's Strategie
- Bitcoin langfristig bullish: 21 Mio. Cap, Halving-Zyklus, institutionelle Adoption
- Japan-Vorteil: Steuerliche Erleichterungen für Corporate Bitcoin Holdings
- Leverage-Effekt: Aktie kann stärker steigen als Bitcoin selbst (wie bei MicroStrategy)
- Preferred Shares: Konservative Finanzierung, weniger verwässernd als Common Stock
Risiken & Nachteile
- Margin-Call-Risiko: Fremdkapital-Finanzierung macht Firma anfällig für Bitcoin-Crash
- Keine operative Diversifikation: Business vernachlässigt, alles auf Bitcoin-Karte gesetzt
- Cashflow-Druck: Preferred-Share-Dividenden (5-8% p.a.) müssen gezahlt werden – auch bei Bitcoin-Verlust
- Buchhaltungs-Verluste: Mark-to-Market-Regeln erzeugen Verluste, auch wenn nicht verkauft wird
Worauf du jetzt achten solltest
Falls du dich für Bitcoin-Treasury-Strategien oder Metaplanet-Aktien interessierst, beachte folgende Entwicklungen:
- Bitcoin-Kurs unter 70k USD beobachten: Falls Bitcoin unter diese Marke fällt, könnten Metaplanet (und MicroStrategy) Margin Calls erleiden. Das würde Zwangsverkäufe auslösen – ein Downward Spiral. Kritische Zone: 60-65k USD.
- Preferred-Share-Emission tracken: Metaplanet wird Details Q2 2026 veröffentlichen (Volumen, Dividende, Laufzeit). Falls die Emission scheitert (keine Abnehmer), ist das ein Warnsignal – Investoren verlieren Vertrauen.
- Operative Zahlen prüfen: Metaplanet's Hotel/Immobilien-Business macht kaum Gewinn. Falls das operative EBITDA weiter fällt, kann die Firma Preferred-Share-Dividenden nicht aus Cashflow zahlen – sie müsste Bitcoin verkaufen.
- Vergleich mit MicroStrategy: MSTR handelt aktuell mit ~1,5x Premium über NAV (Anfang 2026 war es 2,5x). Falls Metaplanet ähnlich fällt, verlieren Aktionäre – auch wenn Bitcoin stabil bleibt.
- Nicht nachmachen ohne Risikomanagement: Metaplanet's Strategie ist für Retail-Investoren nicht replizierbar. Du hast keinen Zugang zu Fremdkapital zu günstigen Konditionen. Direkter Bitcoin-Kauf ist für Privatanleger sinnvoller – ohne Leverage-Risiko.
Die Bitcoin-Treasury-Strategie funktioniert nur in einem Bullenmarkt. Sobald Bitcoin seitwärts läuft oder fällt, werden die strukturellen Probleme (Fremdkapital-Kosten, Cashflow-Druck, Mark-to-Market-Verluste) sichtbar.
Häufige Fragen zu Metaplanet's Bitcoin-Strategie
Was ist Metaplanet?
Metaplanet ist eine japanische Investment-Holding, die ursprünglich Hotels und Immobilien betrieb. Seit 2024 verfolgt sie eine Bitcoin-Treasury-Strategie (ähnlich MicroStrategy): Das Unternehmen kauft massiv Bitcoin mit Fremdkapital und Aktienverkäufen. Aktuell hält es ~7.500 BTC (~615 Mio. USD bei 82k USD/BTC).
Warum meldet Metaplanet 605 Mio. USD Verlust?
Mark-to-Market-Buchhaltung: Metaplanet kaufte Bitcoin zu ~95k USD/BTC, aktueller Preis ~82k USD. Das ergibt unrealisierte Verluste von ~13% oder ~92 Mio. USD auf 7.500 BTC. Der Rest des Verlusts kommt aus operativem Business-Defizit. Wichtig: Bitcoin wurde nicht verkauft – der Verlust ist nur buchhalterisch.
Was sind Preferred Shares?
Preferred Shares (Vorzugsaktien) sind Aktien ohne Stimmrecht, die feste Dividenden zahlen (z.B. 5-8% p.a.). Sie sind ein Hybrid aus Eigenkapital und Fremdkapital. Für Metaplanet: Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe ohne verwässernde Common-Stock-Ausgaben. Risiko: Dividenden müssen auch bei Bitcoin-Verlust gezahlt werden.
Sollte ich Metaplanet-Aktien kaufen?
Hochriskant. Metaplanet ist ein Leverage-Play auf Bitcoin – mit zusätzlichen Risiken (Margin Calls, Cashflow-Druck, Buchhaltungs-Verluste). Nur für Investoren geeignet, die Bitcoin-Exposure wollen UND Unternehmensrisiken verstehen. Für die meisten ist direkter Bitcoin-Kauf via regulierte Börsen sinnvoller.
Ist die Bitcoin-Treasury-Strategie nachhaltig?
Nur bei steigendem Bitcoin-Kurs. Falls Bitcoin seitwärts läuft oder fällt, entstehen Probleme: Fremdkapital-Kosten (Zinsen auf Anleihen), Cashflow-Druck (Dividenden auf Preferred Shares), Margin-Call-Risiko. MicroStrategy funktioniert seit 2020, weil Bitcoin von 10k auf 100k+ stieg. Eine 2-3-jährige Seitwärtsphase könnte die Strategie brechen.
Quelle: Decrypt





