Die Chicago Mercantile Exchange (CME), der weltweit größte Marktplatz für Finanzderivate, plant die Einführung des durchgehenden 24/7-Handels für ihre Bitcoin- und Ether-Futures. Dieser Schritt ist eine direkte Reaktion auf die ununterbrochene Natur des Kryptomarktes und signalisiert eine tiefgreifende Anpassung der traditionellen Finanzwelt.
Das Wichtigste in Kürze:
- Startdatum: Ab dem 29. Mai 2024 soll der Handel von Krypto-Derivaten bei der CME rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, möglich sein.
- Betroffene Produkte: Die Änderung betrifft die äußerst beliebten Futures auf Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH).
- Marktimplikation: Die bisherige Handelspause am Wochenende, die oft zu signifikanten Kurslücken („CME Gaps“) führte, wird damit abgeschafft.
Was genau ändert die CME?
Die CME Group hat angekündigt, ihre Handelszeiten für Krypto-Derivate massiv auszuweiten. Bisher stoppte der Handel am Freitagabend und wurde erst am Sonntagabend wieder aufgenommen, was eine Lücke von rund 48 Stunden schuf.
Diese Pause stand im krassen Gegensatz zum Spot-Markt für Kryptowährungen, der niemals schläft. Die geplante Umstellung auf einen 24/7/365-Betrieb gleicht die Handelszeiten der Derivate an die der zugrundeliegenden Assets an.
Die Schließung des „CME Gap“
Eine der bekanntesten Konsequenzen der bisherigen Regelung war das sogenannte „CME Gap“. Dies beschreibt die Preisdifferenz zwischen dem Schlusskurs der CME-Futures am Freitag und dem Eröffnungskurs am Sonntag.
Da der Bitcoin (BTC) Kurs sich am Wochenende weiterbewegt, entstand regelmäßig eine Kurslücke. Viele Trader nutzten diese Lücken als Handelssignal, da die Kurse statistisch oft dazu neigen, diese „Gaps“ zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu „schließen“.
Gut zu wissen: Mit der Einführung des 24/7-Handels wird diese spezifische Trading-Strategie, die auf dem CME Gap basiert, ihre Grundlage verlieren. Trader müssen ihre Modelle entsprechend anpassen.
Regulatorische Hürden
Der Plan der CME steht noch unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigung. Zuständig ist hier die US-amerikanische Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
Die Signale aus der Behörde sind jedoch positiv. Laut Berichten (Quelle) unterstützt die CFTC solche Schritte, da sie die Marktintegrität und Effizienz fördern können.
Warum dieser Schritt jetzt erfolgt
Die Entscheidung der CME kommt nicht überraschend, sondern ist eine logische Konsequenz aus der wachsenden Verflechtung von traditioneller Finanz und dem Kryptosektor. Mehrere Faktoren spielen hier eine entscheidende Rolle.
Vor allem der Erfolg der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs hat das institutionelle Interesse massiv befeuert und das Handelsvolumen in die Höhe getrieben. Institutionen verlangen nach effizienten Absicherungsinstrumenten, die rund um die Uhr verfügbar sind.
Achtung: Der Handel mit Derivaten wie Futures ist hochspekulativ und mit erheblichen Risiken verbunden. Insbesondere der Einsatz von Hebelwirkung (Leverage) kann zu schnellen und hohen Verlusten führen, die das eingesetzte Kapital übersteigen können.
Zudem wächst der Konkurrenzdruck durch Krypto-native Börsen, die von Anfang an einen 24/7-Handel angeboten haben. Um im Wettbewerb um institutionelle Kunden relevant zu bleiben, muss die Wall Street die Spielregeln des Kryptomarktes übernehmen – nicht umgekehrt.
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Zu Bitvavo (10€ Bonus sichern)Einordnung: Die Wall Street passt sich Krypto an
Die Einführung des 24/7-Handels durch die CME ist mehr als nur eine technische Anpassung. Es ist ein Paradigmenwechsel, der zeigt, wie sehr sich die etablierte Finanzwelt an die dezentrale und ununterbrochene Logik von Kryptowährungen anpasst.
Lange Zeit versuchten traditionelle Finanzakteure, Krypto in ihre bestehenden 9-to-5-Strukturen zu pressen. Dieser Schritt beweist, dass dieser Ansatz gescheitert ist und die Zukunft eine Adaption der Krypto-Prinzipien erfordert.
Vorteile des 24/7-Handels
- Reduzierte Gapping-Risiken: Anleger sind nicht mehr dem Risiko ausgesetzt, dass über das Wochenende extreme Kursbewegungen stattfinden.
- Bessere Arbitrage: Die Preisfindung zwischen Spot- und Futures-Märkten wird effizienter, was Arbitragemöglichkeiten reduziert.
- Globale Zugänglichkeit: Trader aus allen Zeitzonen können jederzeit auf den Markt zugreifen, was die Liquidität erhöhen kann.
- Angleichung an den Spot-Markt: Die Derivatemärkte spiegeln die Realität des zugrundeliegenden Marktes besser wider.
Risiken & Nachteile
- Wegfall von Trading-Signalen: Die bewährte „CME Gap“-Strategie wird unbrauchbar.
- Höhere Betriebskosten: Börsen und Broker benötigen mehr Personal und robustere Systeme für den Dauerbetrieb.
- Keine „Verschnaufpausen“: Der Markt bietet keine natürlichen Pausen mehr, was zu schnellerer Ermüdung bei Händlern führen kann.
- Potenziell dünnere Liquidität: Außerhalb der Kernhandelszeiten (USA, Europa, Asien) könnte die Liquidität geringer sein.
Diese Entwicklung ist ein weiterer Meilenstein für die Reifung des Kryptomarktes. Für Einsteiger, die die Grundlagen verstehen wollen, bietet unser Krypto Einsteiger Guide eine umfassende Übersicht.
Worauf du jetzt achten solltest
Die Umstellung bei der CME wird spürbare Auswirkungen auf den gesamten Markt haben. Hier sind einige Punkte, die du in den kommenden Wochen beobachten solltest:
- Veränderte Volatilitätsmuster: Analysiere, ob sich die typische Wochenend-Volatilität verändert. Bisher war sie oft geringer, könnte nun aber durch den institutionellen Handel zunehmen.
- Handelsvolumen auf der CME: Beobachte, wie sich das Handelsvolumen nach dem 29. Mai entwickelt. Ein starker Anstieg wäre ein klares Zeichen für die Akzeptanz des neuen Modells.
- Verhalten anderer Börsen: Achte darauf, ob andere traditionelle Derivatebörsen wie die CBOE nachziehen. Dies könnte einen Dominoeffekt auslösen.
- Anpassung von Trading-Bots: Wenn du automatisierte Handelssysteme nutzt, stelle sicher, dass diese für einen 24/7-Markt ohne Gaps konfiguriert sind. Unsere Krypto-Börsen im Vergleich Übersicht hilft bei der Wahl der richtigen Plattform.
- Erfahrungen auf Plattformen: Vergleiche die neuen Gegebenheiten mit den Erfahrungen auf etablierten Plattformen. Unsere Bitvavo Erfahrungen zeigen, wie eine moderne 24/7-Börse funktioniert.
Häufige Fragen zum CME 24/7-Handel
Was ist der „CME Gap“?
Der „CME Gap“ bezeichnet die Kurslücke, die zwischen dem Schlusskurs der CME Bitcoin-Futures am Freitag und dem Eröffnungskurs am Sonntag entsteht. Da der Kryptomarkt am Wochenende weiterläuft, weicht der neue Eröffnungskurs oft vom alten Schlusskurs ab. Diese Lücke wird mit dem 24/7-Handel verschwinden.
Warum ist der 24/7-Handel für institutionelle Anleger wichtig?
Institutionelle Anleger benötigen die Fähigkeit, ihre Positionen jederzeit absichern und verwalten zu können, insbesondere in einem so volatilen Markt wie Krypto. Eine Handelspause am Wochenende stellt ein unkalkulierbares Risiko dar, das durch den 24/7-Handel eliminiert wird. Dies erhöht die Attraktivität und Sicherheit von Krypto-Investments für große Akteure.
Betrifft diese Änderung nur Bitcoin-Futures?
Nein, die Ankündigung der CME bezieht sich explizit auf ihre Futures-Produkte für Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH). Beide gehören zu den liquidesten und am meisten gehandelten Krypto-Derivaten im institutionellen Bereich.





