Krypto-Börsen im Vergleich
7 EU-regulierte Anbieter, 20 Kriterien, eine Tabelle. Gebühren, Regulierung und Funktionsumfang direkt nebeneinander.
Von Phil (CryptoTuts) getestet
Alle 20 Kriterien im Detail
Wir stellen unsere Anbieter-Verlinkungen gerade um. Bis das abgeschlossen ist, führt nur der Testsieger zu einem Angebot. Alle übrigen Anbieter sind vollständig gelistet und bewertet, ihre Schaltflächen sind vorübergehend inaktiv.
Wischen oder blättern für alle 7 Anbieter. Mit * markierte Links sind Partnerlinks.
Das Wichtigste in Kürze
Testsieger ist Bitvavo mit 8,7 von 10 Punkten: 0,15 % Maker / 0,25 % Taker Handelsgebühr, 430+ Kryptowährungen und eine eigene MiCA-Lizenz der AFM (Niederlande).
Ein Kauf über 500 Euro kostet je nach Anbieter zwischen 0,75 € und 11,50 €. Bei einem monatlichen Sparplan summiert sich das, ohne dass die Leistung sich unterscheidet.
Nur 7 der 13 geprüften Anbieter halten eine eigene MiCA-Lizenz. Andere stützen sich auf einen lizenzierten Verwahrer, was im Streitfall die Haftung verschiebt.
Quelle: Anbieterangaben und eigene Auswertung, Stand 6. August 2026
Die 7 Anbieter im Einzelnen
Alle hier gelisteten Anbieter halten eine eigene MiCA-Zulassung, führen echte Kryptowährungen und erlauben die Auszahlung auf ein eigenes Wallet. Die Unterschiede liegen woanders: bei den tatsächlichen Kosten eines Kaufs, bei der Frage, ob diese Kosten vorher sichtbar sind, und dabei, wo das Euro-Guthaben liegt.
Bitvavo: Der günstigste Anbieter im Feld und derjenige mit der klarsten Kostendarstellung.
- Kosten pro 500 €
- 1,30 €
- Aufsicht
- AFM (Niederlande)
Bitvavo rechnet nach dem Maker-Taker-Modell ab. Wer zum aktuellen Marktpreis kauft, zahlt den Taker-Satz, wer ein Preislimit setzt, den niedrigeren Maker-Satz. Die Handelsspanne liegt im Schnitt bei etwa 0,01 Prozent und fällt damit kaum ins Gewicht. Entscheidend ist aber weniger die Höhe als die Darstellung: Die Gebühr steht vor dem Kauf in Euro auf dem Bildschirm, statt im Kurs zu verschwinden.
Bitvavo: Vor- und Nachteile
- Vorteil:
Gesamtkosten sind vor dem Kauf in Euro sichtbar, nicht im Spread versteckt
- Vorteil:
Eigene MiCA-Lizenz der AFM (Niederlande), nicht über einen Verwahrer beliehen
- Vorteil:
Handelsspanne von durchschnittlich rund 0,01 Prozent
- Vorteil:
Auszahlung auf ein eigenes Wallet ist kostenlos
- Vorteil:
Euro-Verrechnungskonto bei der deutschen Sutor Bank
- Nachteil:
Sparplan lässt sich derzeit nur in der App einrichten, nicht im Browser
- Nachteil:
Einlagensicherung gilt nur für das Euro-Guthaben, nicht für die Coins
Das Euro-Guthaben liegt auf einem Verrechnungskonto der deutschen Sutor Bank und fällt damit unter die deutsche Einlagensicherung. Für die Coins selbst gilt sie nicht, das ist bei jedem Anbieter so. Der Transfer auf ein eigenes Wallet ist kostenlos, was bei kleineren Beträgen mehr ausmacht als der Unterschied in der Handelsgebühr.
Der Sparplan lässt sich derzeit nur in der App einrichten, nicht im Browser. Wer regelmäßig kauft, sollte das vorher wissen.
Finst: Der niedrigste Kaufpreis im Feld, mit einer Einschränkung, die erst beim Auszahlen sichtbar wird.
- Kosten pro 500 €
- 0,75 €
- Aufsicht
- AFM (Niederlande)
Finst kommt aus Amsterdam und wurde von zwei früheren DEGIRO-Managern aufgebaut, Julien Vallet und Marcel Putina. Man merkt der Plattform an, wo die Gründer herkommen: eine einzige Gebühr, keine Staffel nach Handelsvolumen, keine Unterscheidung zwischen einfacher und günstiger Oberfläche. 0,15 Prozent auf Kauf, Verkauf und Tausch, dazu kein Aufschlag im Kurs. Auf einen Kauf über 500 Euro sind das 75 Cent und damit der niedrigste Wert in dieser Tabelle, auch gegenüber unserem Testsieger.
Die Absicherung ist auf dem Niveau der etablierten Anbieter. Finst hält seit Juli 2025 eine eigene MiCA-Zulassung der niederländischen AFM und darf damit EU-weit anbieten. Das Euro-Guthaben liegt bei der niederländischen bunq und fällt unter die dortige gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Die Coins verwahrt Fireblocks über verteilte Schlüssel, versichert mit 30 Millionen US-Dollar. Für die Coins selbst greift keine Einlagensicherung, das ist aber bei jedem Anbieter so.
Wo die Erzählung von den transparenten Kosten Risse bekommt, ist die Auszahlung. Wer seine Coins auf ein eigenes Wallet holt, zahlt die Netzwerkgebühr plus 2,50 Euro Aufschlag pro Vorgang. Bei Bitvavo und Bison ist derselbe Transfer kostenlos. Wer regelmäßig ins Self-Custody überträgt, hat den Vorsprung aus der Handelsgebühr nach wenigen Vorgängen wieder verloren. Auch beim Staking lohnt der zweite Blick: Finst behält zwischen 25 und 45 Prozent der Erträge ein. Die beworbene Rendite ist bereits der Nettosatz, der Abzug steht nur im Gebührenverzeichnis. Wer die fertigen Krypto-Körbe nutzt, zahlt zusätzlich 0,1 Prozent pro Monat auf deren Wert, also rund 1,2 Prozent im Jahr.
Finst: Vor- und Nachteile
- Vorteil:
0,15 Prozent auf jeden Handel, ohne Aufschlag im Kurs und ohne Volumenstaffel
- Vorteil:
Günstigster Kaufpreis im Vergleich: 75 Cent auf 500 Euro
- Vorteil:
Eigene MiCA-Zulassung der AFM seit Juli 2025, Registernummer 41000015
- Vorteil:
Euro-Guthaben bei der bunq mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro
- Vorteil:
Verwahrung über Fireblocks, versichert mit 30 Millionen US-Dollar
- Vorteil:
Ein- und Auszahlung in Euro kostenlos, kein Mindestbetrag pro Order
- Nachteil:
Krypto-Auszahlung kostet 2,50 Euro zusätzlich zur Netzwerkgebühr
- Nachteil:
Staking-Erträge werden um 25 bis 45 Prozent gekürzt, die Körbe kosten 1,2 Prozent im Jahr
- Nachteil:
Keine Kreditkarte, kein PayPal, nur Überweisung und iDEAL
- Nachteil:
Kein Profi-Modus, keine Limit-Orders für erfahrene Trader
- Nachteil:
Seit 2023 am Markt und in Deutschland kaum bekannt, Android-Bewertung nur 2,5 von 5
Der zweite Punkt ist das Alter der Plattform. Finst ist seit 2023 am Markt und in Deutschland kaum bekannt. Auf Trustpilot steht eine 4,0 aus 15.638 Bewertungen, ein solider Wert aus einer belastbaren Stichprobe. Die beiden App-Stores widersprechen sich dagegen deutlich: 4,2 von 5 im App Store aus 125 Bewertungen, 2,5 von 5 bei Google Play aus 275. Dieselbe App, 1,7 Punkte Unterschied. Wiederkehrend sind Berichte über zähe Verifizierung und schwer erreichbaren Support, wie sie bei jungen Plattformen im Wachstum üblich sind.
Damit landet Finst auf dem zweiten Platz, obwohl es bei den Gebühren die volle Punktzahl bekommt und unser Testsieger nicht. Der Preis ist eines von sechs Kriterien und macht ein Viertel der Note aus; den Rest geben Bedienung und Funktionsumfang ab. Wer wenige Male im Jahr kauft und die Coins auf der Plattform liegen lässt, fährt bei Finst günstiger als überall sonst in dieser Tabelle. Wer regelmäßig auf ein Hardware-Wallet überträgt, mit Limit-Orders arbeitet oder eine Plattform mit längerer Historie und breiterer Erfahrungsbasis will, ist bei Bitvavo besser aufgehoben.
Kraken: Die Wahl für alle, die häufiger und in größeren Summen handeln.
- Kosten pro 500 €
- 2,05 €
- Aufsicht
- Central Bank of Ireland (Irland)
Kraken existiert seit 2011 und ist damit einer der ältesten aktiven Handelsplätze. Für den deutschen Markt zählt vor allem die Unterscheidung zwischen den beiden Oberflächen: Der einfache Direktkauf ist deutlich teurer als der Handel über Kraken Pro. Wer den Aufpreis vermeiden will, muss aktiv in die Pro-Oberfläche wechseln, sie ist auch als eigene App verfügbar.
Das Euro-Guthaben liegt nicht bei einer deutschen Bank, sondern bei Partnerbanken in Großbritannien und Luxemburg. Wer Wert auf die deutsche Einlagensicherung legt, findet sie hier nicht. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in den USA, die EU-Lizenz läuft über Irland.
Bitpanda: Einsteigerfreundlich, aber teurer als der Blick auf die beworbene Gebühr vermuten lässt.
- Kosten pro 500 €
- 7,75 €
- Aufsicht
- BaFin/FMA (Deutschland + Österreich)
Bitpanda kommt aus Österreich, hat die größte Auswahl im Feld und eine Oberfläche, mit der Einsteiger schnell zurechtkommen. Neben Kryptowährungen lassen sich auch Edelmetalle und Wertpapiere handeln, was für ein gemischtes Depot praktisch ist.
Der Haken liegt bei den Kosten. Beworben wird ein Satz von 0,99 Prozent für Bitcoin, bei Altcoins liegt er deutlich höher. Weil der Kurs beim Direktkauf über dem in der Übersicht angezeigten liegt, fallen die tatsächlichen Gesamtkosten höher aus als die genannte Gebühr. In unserer Auswertung landet ein Kauf über 500 Euro deshalb nicht bei rund 5 Euro, sondern klar darüber.
Bison: Die einfachste Bedienung im Feld, bezahlt mit der höchsten Handelsspanne.
- Kosten pro 500 €
- 6,25 €
- Aufsicht
- BaFin (Deutschland)
Bison ist die App der Börse Stuttgart und richtet sich ausdrücklich an Einsteiger. Es gibt keine Orderbücher, keine Charts mit Indikatoren und keine Pro-Oberfläche, sondern einen Kaufknopf. Genau das ist der Punkt.
Bezahlt wird diese Einfachheit über die Handelsspanne. Bison weist keine Gebühr aus, sondern rechnet über den Kurs ab. Rund 1,25 Prozent pro Kauf oder Verkauf sind damit die tatsächlichen Transaktionskosten, auch wenn im Kaufmenü keine Gebühr erscheint. Wer das weiß, kann es abwägen: Für den ersten Einstieg mit kleinen Beträgen ist der Aufpreis überschaubar, für einen laufenden Sparplan summiert er sich.
Dafür ist der Transfer auf ein eigenes Wallet kostenlos, das Euro-Konto liegt bei einer deutschen Bank, und der Steuerreport ist integriert.
Coinbase: Große Marke, börsennotiert, im Alltag aber teuer und wenig transparent.
- Kosten pro 500 €
- 7,45 €
- Aufsicht
- CSSF (Luxemburg)
Coinbase ist die einzige Krypto-Börse im Feld, die selbst an der Börse notiert ist, und veröffentlicht damit regelmäßig Geschäftszahlen. Das ist ein Transparenzvorteil auf Unternehmensebene, den kein anderer Anbieter hier bietet.
Bei den Kosten kehrt sich das um. Der Direktkauf arbeitet mit einer Staffel, die sich erst nach einer Einzahlung vollständig einsehen lässt, und liegt am oberen Ende des Feldes. Die günstigere Advanced-Oberfläche kostet weiterhin mehr als vergleichbare Profi-Oberflächen.
Beim Euro-Guthaben gibt es kein individuelles Verrechnungskonto und keine gesetzliche Einlagensicherung. Nach Angaben des Unternehmens wird das Guthaben als Sondervermögen gehalten und wäre damit im Insolvenzfall nicht Teil der Masse. Das ist etwas anderes als eine gesetzliche Sicherung und sollte man kennen, bevor man größere Beträge liegen lässt.
eToro: Bekannt für Copy-Trading, für den reinen Kauf von Kryptowährungen aber die teuerste Option im Feld.
- Kosten pro 500 €
- 11,50 €
- Aufsicht
- CySEC (Zypern)
eToro ist in erster Linie eine Social-Trading-Plattform. Man kann die Positionen anderer Nutzer kopieren und neben Kryptowährungen auch Aktien und ETFs handeln. Wer genau das sucht, findet hier ein Angebot, das die anderen fünf nicht haben.
Für den einfachen Kauf einer Kryptowährung sprechen die Zahlen dagegen. Die tatsächlichen Kosten liegen über der beworbenen Handelsgebühr, weil sie zusätzlich in der Handelsspanne stecken und nicht in Euro ausgewiesen werden. Dazu kommen eine vergleichsweise hohe Mindesteinzahlung und mögliche Umrechnungskosten, weil intern in US-Dollar geführt wird.
Wer hier nicht auftaucht und warum
Ein Vergleich ist nur so gut wie die Begründung dafür, wer fehlt. Diese Anbieter haben wir geprüft und bewusst nicht aufgenommen:
Scalable Capital hält nach unserer Prüfung keine eigene MiCA-Zulassung, sondern arbeitet mit einem lizenzierten Verwahrer zusammen.
Trade Republic und BSDEX eigene Zulassung ließ sich nicht belegen, hier fehlt uns die Grundlage für eine Aussage.
CoinEx und BingX keine Aufsicht im EU-Raum, damit außerhalb des Rahmens dieses Vergleichs.
Bybit wird aus Dubai betrieben, Kernprodukt sind Derivate und nicht der Spot-Handel für Privatanleger.
Keine dieser Einordnungen ist ein Urteil über die Qualität eines Anbieters. Sie folgt aus dem Zuschnitt dieses Vergleichs: regulierte Spot-Börsen für Privatanleger in Deutschland, mit eigener Zulassung und der Möglichkeit, die Coins selbst zu verwahren.
Worauf es beim Vergleich ankommt
Was ein Kauf wirklich kostet
Die beworbene Handelsgebühr ist selten der ganze Preis. Dazu kommt die Handelsspanne, also die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs, und die steckt bei einigen Anbietern bereits im angezeigten Kurs. Wer 0 Prozent Gebühren liest, zahlt deshalb nicht null. Wir rechnen deshalb einen Kauf über 500 Euro durch und stellen den Gesamtbetrag in Euro dar, weil sich nur das vergleichen lässt.
Zulassung oder nur Verwahrer
Seit der MiCA-Verordnung braucht jeder Anbieter in der EU eine CASP-Zulassung. Manche halten sie selbst, andere stützen sich auf einen lizenzierten Verwahrer und treten nach außen trotzdem als regulierter Anbieter auf. Im Streitfall ist das ein Unterschied, und er steht auf keiner Werbeseite. Verbindlich nachlesen lässt er sich im öffentlichen CASP-Register der ESMA.
Wo das Euro-Guthaben liegt
Für Euro auf einem Verrechnungskonto gilt die Einlagensicherung des Landes, in dem die Bank sitzt, in der EU bis 100.000 Euro. Für die Kryptowährungen selbst gilt sie nie. Wer größere Beträge zwischenparkt, sollte wissen, bei welcher Bank sie liegen und ob es überhaupt ein individuelles Konto gibt.
Auszahlung auf ein eigenes Wallet
Wer selbst verwahren will, braucht diese Möglichkeit, und sie ist unterschiedlich teuer. Manche Anbieter übernehmen die Netzwerkgebühr, andere rechnen dynamisch ab und zeigen den Betrag erst im letzten Schritt. Bei kleinen Summen kann eine einzige Auszahlung die Ersparnis bei der Handelsgebühr aufheben. Wie die Verwahrung danach funktioniert, steht im Wallet-Vergleich.
Steuern
Gewinne aus dem Verkauf innerhalb eines Jahres sind steuerpflichtig, nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei. Ein integrierter oder exportierbarer Steuerreport spart im Folgejahr viel Arbeit, besonders bei einem Sparplan mit vielen Einzelkäufen. Details dazu stehen im Steuer-Leitfaden.
Bewertung
Wie wir gewichten
- Gebühren
- 25 %
- Sicherheit
- 20 %
- Coin-Auswahl
- 15 %
- Bedienung
- 15 %
- Funktionen
- 15 %
- Support
- 10 %
Provisionen fließen nicht in die Bewertung ein. Anbieter ohne Aufsicht im EU-Raum werden nicht gelistet. Details auf der Methodik-Seite.
Einordnung
Mein Fazit
Nach mehreren Jahren aktivem Handel auf diesen Plattformen ist Bitvavo mein Favorit: niedrige Gebühren, eine saubere Oberfläche und eine eigene MiCA-Lizenz. Einsteigern empfehle ich Bison, Vielhandelnden Kraken. Wer ausschließlich Bitcoin hält, braucht keine Börse mit mehreren hundert Coins.
Phil · Gründer & Chefredakteur · seit 2017 in Krypto
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