Web3 ist die Vision eines dezentralen Internets. Während Web1 (1990-2005) statische Webseiten waren und Web2 (2005-heute) soziale Medien und Plattformen brachte, soll Web3 die Kontrolle zurück zu den Nutzern geben.
Die Idee: Keine zentralen Server von Google, Facebook oder Amazon. Stattdessen Blockchain-basierte Anwendungen (dApps), die niemand abschalten kann. Nutzer besitzen ihre Daten, Inhalte und digitalen Assets – nicht die Plattformen.
Unterschied Web2 vs. Web3
In Web2 speichert Facebook deine Fotos, Twitter deine Tweets, Spotify deine Playlists. Du hast kein echtes Eigentum – wenn die Plattform dich sperrt, verlierst du alles.
In Web3 liegen deine Daten verschlüsselt auf dezentralen Speichern (IPFS, Arweave). Deine Identität ist deine Wallet-Adresse. Deine Inhalte gehören dir als NFTs. Keine Plattform kann dich zensieren oder ausschließen.
Gut zu wissen: Web3 ist mehr Philosophie als Technologie. Es geht um Ownership, Transparenz und Dezentralisierung. Die technische Umsetzung – ob via Ethereum, Solana oder andere Blockchains – ist zweitrangig.
Kernkomponenten von Web3
Blockchains wie Ethereum bilden die Basis. Smart Contracts ersetzen Backend-Server. Dezentrale Speicher (IPFS) ersetzen AWS und Google Cloud.
Wallets werden zur universellen Login-Methode: Ein Klick auf "Connect Wallet" und du bist drin – keine Passwörter, keine Registrierung, keine Datenweitergabe.
Tokens ermöglichen neue Geschäftsmodelle. Statt Werbung oder Abos können Nutzer für Inhalte mit Micro-Payments bezahlen. Oder sie verdienen Tokens durch Beiträge zur Community.
Praktische Web3-Anwendungen heute
Decentralized Finance (DeFi): Kredite, Sparen, Trading ohne Banken. Protokolle wie Uniswap und Aave sind komplett autonom – keine Firma dahinter.
Dezentrale soziale Netzwerke: Lens Protocol, Farcaster. Du besitzt dein Profil als NFT. Du kannst zu anderen Apps wechseln und nimmst Follower, Posts und Reputation mit.
Gaming: Axie Infinity, The Sandbox. Items gehören Spielern als NFTs. Verdiente Tokens können verkauft werden – "Play to Earn" statt nur spielen.
Vorteile
- Nutzer besitzen ihre Daten und digitalen Assets
- Keine Zensur durch zentrale Plattformen möglich
- Transparenz: Alle Transaktionen sind öffentlich nachvollziehbar
- Neue Verdienstmodelle für Content-Creator ohne Mittelsmänner
- Interoperabilität: Daten und Assets funktionieren plattformübergreifend
Nachteile
- Schlechte User Experience – kompliziert für Nicht-Techies
- Hohe Einstiegshürde: Wallet, Seed Phrase, Gas-Gebühren verstehen
- Langsam und teuer im Vergleich zu zentralen Systemen
- Rechtliche Grauzone bei vielen Anwendungen
- Viele Scams und Rug Pulls – ohne zentrale Aufsicht riskanter
Kritik an Web3
Skeptiker bemängeln: Web3 ist nur Marketing für Krypto-Spekulation. Die Realität sieht ernüchternd aus – die meisten dApps haben wenige Nutzer, schlechte UX und sind teurer als Web2-Alternativen.
Zudem ist Web3 nicht wirklich dezentral. Viele dApps nutzen Infura (zentral), MetaMask (zentral), AWS (zentral) im Backend. Echte Dezentralisierung ist teuer und langsam.
Regulierung ist ein weiteres Problem. Wenn Web3 erfolgreich wird, greifen Staaten ein – siehe China (komplettes Krypto-Verbot) oder USA (SEC verklagt DeFi-Protokolle).
Wichtig: Web3 ist Zukunftsmusik. 2026 nutzen 99% der Internetnutzer Web2. Web3 ist experimentell, langsam und komplex. Investiere Zeit und Geld nur, wenn du die Technologie verstehst und an die Vision glaubst.
Wie startest du in Web3?
Schritt 1: Installiere eine Wallet (MetaMask, Rainbow). Schritt 2: Kaufe etwas Ethereum auf einer Krypto-Börse. Schritt 3: Probiere eine dApp aus – z.B. Uniswap (DeFi) oder Lens (Social).
Mehr Grundlagen findest du in unserem Krypto-Wissen-Bereich.
