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Analyse · Stablecoins

Samsung Wallet USDC: In Deutschland zum Start nicht nutzbar

Samsung kündigt die Funktion für die letzte Oktoberwoche 2026 an, nur für berechtigte Galaxy-Nutzer in den USA. Bis dahin ist es eine Ankündigung.

Phil6 Min. LesezeitAktualisiert 9.10.2026

Schwarzes Samsung-Galaxy-Smartphone der ersten Generation von vorn, auf dem Display der Startbildschirm mit dem Schriftzug Samsung Galaxy, vor einer hellen Wand
Foto: Beamish4, CC BY-SA 4.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), via Wikimedia Commons

Samsung bringt USDC, einen auf US-Dollar lautenden Stablecoin, in Samsung Wallet. Ab der letzten Oktoberwoche 2026 können berechtigte Galaxy-Nutzer in den USA damit Geld überweisen, wie Samsung Electronics America am 7. Oktober 2026 mitteilte. Zum Start nennt Samsung 82 Millionen US-Galaxy-Geräte; mit einem Galaxy in Deutschland kannst du die Funktion zum Start nicht nutzen. Laut Samsung verwaltet, wer die Funktion nutzt, keine eigenen privaten Schlüssel, also die Zugangsdaten zu den Coins; die Verwahrung übernimmt Bastion.

Der Start Ende Oktober gilt nur für berechtigte Nutzer in den USA

Samsung nennt als Start die letzte Oktoberwoche 2026, die Solana Foundation und Bastion auf X nennen denselben Zeitraum. Bis dahin ist der Dienst eine Ankündigung.

Zahlenkarte mit drei Angaben: 82 Millionen US-Galaxy-Geräte zum Start, Start der USDC-Überweisungen Ende Oktober 2026 nur in den USA und mehr als 5,25 Billionen US-Dollar Stablecoin-Volumen auf Solana laut Solana Foundation.
Die Zahlen stammen von den beteiligten Parteien: Samsung kündigt den Start für Ende Oktober 2026 an, die Solana Foundation nennt das Netzvolumen, Stand 9. Oktober 2026.

Die 82 Millionen stammen von Samsung und der Solana Foundation, Bastion wiederholt sie. Gezählt sind Geräte, also weder Menschen noch aktive Wallet-Konten, und die Zählbasis hat Samsung bisher nicht offengelegt.

Screenshot der Pressemitteilung von Solana Media mit gelb markierter Passage: „At launch, the feature will be available across 82 million U.S. Galaxy devices“
Screenshot: Solana Media, Pressemitteilung vom 7. Oktober 2026. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle

Zum Start unterstützt Samsung Wallet nur USDC. Wer in der Wallet „Buy Stablecoin“ wählt, bekommt USDC als voreingestellten Dollar-Stablecoin angezeigt.

Der Kern des Angebots: Berechtigte Nutzer schicken USDC direkt aus Samsung Wallet an kompatible Krypto-Wallets im Ausland. Für den Empfänger zählt also, ob seine Wallet zu den kompatiblen gehört.

Das Geld verwahrt Bastion, Coinbase sichert es ab

Das Guthaben liegt bei Bastion. Coinbase sichert als offizieller Unterverwahrer von Bastion alle USDC in Samsung Wallet über Coinbase Prime Vault, so beschreibt es die Samsung-Mitteilung.

Bastion selbst nennt auf X Verwahrung, grenzüberschreitende Überweisungen und regulierte Infrastruktur als seine Rolle.

Betrieben wird die USDC-Funktion gemeinsam mit Bastion und Coinbase. Samsung nennt den Start das nächste Kapitel seiner Zusammenarbeit mit Coinbase.

Samsung stellt Bastion als lizenzierten Stablecoin-Verwahrer und Infrastrukturanbieter unter Aufsicht von US-Finanzbehörden vor.

Konkreter wird die Unternehmensbeschreibung am Ende der Mitteilung. Danach hält Bastion eine New Yorker Trust-Charter (Bastion Platforms Trust Company, LLC) für die Ausgabe von Stablecoins. Für eine nationale Trust-Bank-Charter hat Bastion eine vorläufige, bedingte Zustimmung der US-Bankenaufsicht OCC; die Charter selbst steht noch aus.

Für dich als Nutzer soll das bequem sein. Woncheol Chai leitet das Digital-Wallet-Team im MX-Geschäft von Samsung Electronics. Nach seinen Worten können berechtigte Nutzer starten, ohne eine weitere App zu installieren oder private Schlüssel selbst zu verwalten.

Jede Überweisung gibst du per biometrischer Authentifizierung auf einem registrierten Galaxy-Gerät frei.

Gebührenfrei ist nur der Versand an kompatible Wallets

Samsung gibt an, dass für USDC-Überweisungen an kompatible Wallets keine Überweisungsgebühren anfallen. Die Zusage gilt genau für diesen Schritt. Preise für den Kauf von USDC, für Ein- und Auszahlungen und für Wechselkurse hat Samsung noch nicht veröffentlicht.

Zum Dienst gehören laut Solana Foundation integrierte Ein- und Auszahlungswege, die in Landeswährung und zurück tauschen. Jeder Umtausch ist damit ein eigener Schritt neben dem Versand.

Ein konkreter Fall: Ein berechtigter Nutzer in den USA kauft über „Buy Stablecoin“ USDC und schickt sie an eine kompatible Wallet im Ausland. Ohne Überweisungsgebühr ist dabei nur der Versand; für den Kauf und jeden Umtausch in Landeswährung nennt Samsung noch keine Preise. Die 82 Millionen Galaxy-Geräte messen die Reichweite zum Start, also auf wie vielen Geräten die Funktion verfügbar sein soll, und nicht die Zahl solcher Sendungen.

Samsungs Begründung für den Dienst ist eine Erwartung. Laut Mitteilung der Solana Foundation sagte Chai, Stablecoins hätten das Potenzial, Geldüberweisungen weltweit schneller und einfacher zu machen. Ob sie für Nutzer auch günstiger werden, zeigen erst die Preise für Kauf und Umtausch.

In der EU regelt MiCA, wer Stablecoins ausgibt und wer Kryptowerte verwahrt

Für dich in Deutschland zählt der europäische Rahmen. Die Kryptoverordnung MiCA regelt, wer Stablecoins ausgeben und wer Kryptowerte für Kunden verwahren darf.

Circle hatte am 1. Juli 2024 mitgeteilt, die französische Gesellschaft habe eine E-Geld-Lizenz der ACPR erhalten und gebe USDC und EURC damit MiCA-konform in der EU aus. Circle stellte das unter den Vorbehalt möglicher Auslegungsklarstellungen der Europäischen Kommission. Welche Circle-Gesellschaft das USDC in Samsung Wallet ausgibt, lässt Samsung offen.

Für Verwahrer beschreibt ein Erwägungsgrund der Verordnung, also einer der begründenden Absätze vor den Artikeln, eine zentrale Pflicht: Sie sollen mit ihren Kunden eine Vereinbarung mit verbindlichen Vertragsbestimmungen schließen.

Für Anbieter aus Drittstaaten kennt MiCA eine Ausnahme von der Zulassungspflicht (Artikel 59). Sie greift, wenn ein Kunde in der EU auf ausschließlich eigenes Betreiben die Kryptowerte-Dienstleistung eines Drittlandunternehmens nutzt. Wirbt das Unternehmen Kunden in der EU an, selbst oder über einen in seinem Namen handelnden oder eng verbundenen Rechtsträger, entfällt sie.

Für dich ergeben sich daraus drei Fragen an jedes vergleichbare Angebot in der EU: Wer gibt den Stablecoin aus, welche Pflichten übernimmt der Verwahrer, und wirbt ein Anbieter aus einem Drittland hier um Kunden? Samsung schreibt, die Funktion starte nach der Etablierung eines regulatorischen Rahmens für Stablecoins, und lässt offen, welcher gemeint ist.

Vertiefen kannst du das mit unseren Beiträgen zu Trust-Gesellschaften als Krypto-Verwahrer und dazu, wie Circle die MiCA-Einlagenpflicht ersetzen will. Was eine fehlende MiCA-Zulassung praktisch heißt, zeigt unser Beitrag zu Binance ohne MiCA-Lizenz; den Kurs der Aufsicht beschreibt der Beitrag dazu, was die ESMA bei MiCA für Staking- und DeFi-Zugänge ändern will.

Solana ist ein Netzwerkpartner unter mehreren

Für Solana-Anleger lohnt der Blick auf die Partnerliste. Laut Samsung sollen separate Partner, darunter Solana und Sui, Infrastruktur und Netzwerkunterstützung bereitstellen, in bisher offener Aufteilung. Die Solana Foundation nennt in ihrer Mitteilung nur das eigene Netz.

Umgekehrt spricht nur die Solana Foundation von Stablecoins auf Solana auch für Samsung Pay. Samsung erwähnt Samsung Pay in der eigenen Mitteilung lediglich als Zahlungsoption in der Coinbase-App.

Die Solana Foundation verweist auf mehr als 5,25 Billionen US-Dollar Stablecoin-Volumen, das 2026 über Solana abgewickelt worden sei, eine Selbstangabe ohne Methode und Stichtag. Die Zahl umfasst alle Stablecoin-Transaktionen im Netz; der Samsung-Dienst startet erst Ende Oktober.

Zahlungen mit Stablecoins online oder per Antippen eines Galaxy-Geräts im Geschäft nennt Samsung als mögliche künftige Funktionen, ohne Termin.

Wie ein Dollar-Stablecoin auf einem anderen Netz wächst, zeigt unsere Analyse zu RLUSD und dem XRP Ledger im zweiten Quartal 2026.


Unterm Strich: Samsung bringt USDC-Überweisungen ab der letzten Oktoberwoche 2026 in Samsung Wallet, zum Start nur für berechtigte Nutzer in den USA. Für dich in Deutschland ist der Dienst zum Start ein Blick auf den US-Markt. Wer ihn nutzt, überlässt die Verwahrung Bastion und Coinbase und bekommt eine Gebührenzusage nur für den Versand.

Woran du erkennst, ob der Dienst so kommt wie angekündigt: an einer Freischaltung in der letzten Oktoberwoche 2026 und an veröffentlichten Kriterien, welche Galaxy-Nutzer berechtigt sind. Ebenso wichtig sind Preise für Kauf und Umtausch und eine Liste der kompatiblen Wallets.

Offen ist zum Stand 9. Oktober 2026 vor allem, wer die Ein- und Auszahlungswege in Landeswährung betreibt und was sie kosten.

* Werbehinweis: Anzeige: Dieser Beitrag enthält eine Partnerbox von Coinbase. Wenn du über sie ein Angebot abschließt, erhält CryptoTuts möglicherweise eine Provision. Die redaktionellen Aussagen des Beitrags bleiben davon unberührt. Mehr erfahren

Quellen

  1. Samsung Wallet to Bring Stablecoin Access to Eligible Galaxy Users in the US · Samsung Electronics America
  2. Samsung Partners with Solana to Natively Deliver Stablecoins in Samsung Wallet to 82 Million U.S. Galaxy Devices · Solana Foundation
  3. X-Post von Bastion zur Samsung-Wallet-Partnerschaft · Bastion
  4. Solana partners with Samsung to integrate USDC in 82 million phones · CoinDesk
  5. Samsung Wallet taps Solana for USDC transfers on 82M US Galaxy devices · Decrypt
  6. ESMA Interim MiCA Register: Issuers of EMT · ESMA
  7. Verordnung (EU) 2023/1114 über Märkte für Kryptowerte (MiCA) · EUR-Lex, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union
  8. Circle is First Global Stablecoin Issuer to Comply with MiCA, EU's Landmark Crypto Law · Circle

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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