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Analyse · Unternehmen

Citi will Firmenkunden Stablecoin-Zahlungen an der Kasse ermöglichen

Die Ankündigung vom 28. September 2026 gilt zuerst für die USA. Einen Starttermin nennen Citi und Coinbase nicht, und welche Stablecoins unterstützt werden, bleibt offen.

Phil6 Min. Lesezeit

Hochhaus 388 Greenwich Street in Manhattan mit Glas- und Steinfassade und Uhr am Dachaufbau, gesehen vom Hudson River, davor Uferpromenade und Segelboote unter leicht bewölktem Himmel
Foto: Beyond My Ken, CC BY-SA 4.0 (creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0), via Wikimedia Commons

Citi will seinen Firmenkunden ermöglichen, an der Kasse Stablecoin-Zahlungen anzunehmen, ohne dass sie digitale Assets direkt selbst halten müssen. Angekündigt haben Citi und Coinbase das am 28. September 2026; starten soll es zuerst in den USA, einen Termin nennen beide noch nicht, und für dich in Deutschland ist es damit vorerst eine Nachricht aus dem US-Firmenkundengeschäft.

Das Angebot trifft auf einen Rechtsrahmen, der noch entsteht. Die USA haben ihr Stablecoin-Gesetz am 18. Juli 2025 erlassen, die Federal Reserve hat ihre Vorschläge zu den Durchführungsregeln aber erst am 24. September 2026 zur Kommentierung gestellt, 68 Tage nach Ablauf der gesetzlichen Jahresfrist. In Kraft tritt das Gesetz rechnerisch spätestens am 18. Januar 2027. Ob daraus der Schritt in den Alltagshandel wird, von dem Coinbase spricht, zeigt sich an einem Starttermin und an den finalen Regeln.

So soll die Zahlung laufen: Stablecoin rein, Bankgeld raus

Beide Unternehmen erweitern damit ihre Zusammenarbeit, um digitale und Fiat-Zahlungen zu verbinden; den Ablauf beschreibt die Pressemitteilung der Citigroup. Das Angebot läuft über Spring by Citi, Citis Plattform für die Zahlungsannahme. Die Stablecoin-Annahme selbst betreibt Coinbase Payments, der Zahlungsdienst von Coinbase.

Zahlenkarte mit fünf Angaben: GENIUS Act erlassen am 18. Juli 2025, Fed-Vorschläge am 24. September 2026, 68 Tage nach Ablauf der Einjahresfrist, Inkrafttreten nach 18 Monaten sowie über 150 Millionen Stablecoin-Halter laut Mitteilung.
Der GENIUS Act ist seit dem 18. Juli 2025 erlassen, die Fed legte ihre Vorschläge erst am 24. September 2026 vor; Quellen: Gesetzestext, Fed und Citi-Mitteilung, Stand 29. September 2026.

Eine Zahlung soll in drei Schritten laufen:

Screenshot der Pressemitteilung von Citigroup mit gelb markierter Passage: „Citi and Coinbase Expand Collaboration to Connect Digital and Fiat Payments for Corporations and Consumers“
Screenshot: Citigroup, Pressemitteilung. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle
  1. Ein Unternehmen, das institutioneller Kunde von Citi ist, nimmt an der Kasse einen Stablecoin an.
  2. Der Stablecoin wird automatisch in Fiat umgewandelt, also in herkömmliches Geld.
  3. Citi wickelt die Gelder als bank of record ab, also als die Bank, über die die Zahlung abgerechnet wird.

Für den Händler bedeutet das: Er soll digitale Assets nicht direkt halten, verwahren oder verwalten müssen. Auf das Wort „direkt“ kommt es an. Es beschreibt den Bestand beim Händler selbst; Risiken und Pflichten entlang der Zahlungskette bleiben eine eigene Frage.

Zwei Stellen klingen größer, als das Vorhaben ist. Decrypt schrieb, Citi-Kunden könnten Stablecoin-Zahlungen „nun“ annehmen; Citi selbst formuliert im Futur („will enable“). Und der Titel der Mitteilung nennt neben Unternehmen auch Verbraucher, beschrieben wird aber allein das Angebot für Firmenkunden.

Als Reichweite nennt die Mitteilung mehr als 150 Millionen Stablecoin-Halter weltweit, die Händler so bedienen können sollen, ohne Stichtag und Zählweise. Die Zahl beschreibt den Markt der Stablecoin-Halter insgesamt, weder Citi-Kunden noch Nutzer des neuen Dienstes.

Von der Absichtserklärung 2025 zur Kasse 2026

Im Oktober 2025 hatten Citi und Coinbase ihre Zusammenarbeit angekündigt. Die erste Phase sollte sich auf Ein- und Auszahlungen in Fiat für Coinbases On- und Off-Ramps konzentrieren, also die Übergänge zwischen Bankgeld und digitalen Assets, dazu auf die Steuerung von Zahlungsströmen.

Auf der Liste stand damals schon mehr. Beide wollten unter anderem alternative Auszahlungswege prüfen, bei denen aus Fiat Stablecoins onchain werden, also direkt auf einer Blockchain. Das stand unter dem Vorbehalt weiterer Prüfung und regulatorischer Erwägungen.

Screenshot der Pressemitteilung von Citi mit gelb markierter Passage: „Additional details on specific initiatives, including the exploration of creating alternative fiat to onchain stablecoin payout methods, will be shared in …“
Screenshot: Citi, Pressemitteilung. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle

Die Ankündigung vom September 2026 setzt an der Kasse an: Stablecoins kommen beim Citi-Firmenkunden an, abgerechnet wird in Fiat über Citi. Weitere Funktionen wollen beide Unternehmen in den kommenden Monaten gemeinsam entwickeln.

Coinbase spricht vom Alltagshandel, die US-Regeln sind noch im Bau

Brett Tejpaul, der bei Coinbase das Geschäft mit institutionellen Kunden leitet (Head of Coinbase Institutional), begründet die Partnerwahl in der Mitteilung so:

Citi is exactly the kind of regulated banking partner the digital asset economy needs to move from experimentation to everyday commerce

Citi sei also genau die Art regulierter Bankpartner, die die Digital-Asset-Wirtschaft für den Schritt vom Experiment zum Alltagshandel brauche. Das ist die Deutung einer beteiligten Partei, und sie lässt sich am Stand der US-Regeln messen.

Dass US-Nationalbanken Kryptowerte verwahren und bestimmte Stablecoin-Geschäfte betreiben dürfen, hat die Bankenaufsicht OCC am 7. März 2025 bestätigt, mit Interpretive Letter 1183. Der Brief richtet sich an National Banks und Federal Savings Associations und stammt aus der Zeit vor dem Stablecoin-Gesetz.

Den Rahmen für Payment-Stablecoins, also Stablecoins für Zahlungen, setzt seit dem 18. Juli 2025 der GENIUS Act, erlassen als Public Law 119-27. In Kraft tritt er 18 Monate nach Erlass oder 120 Tage nach finalen Durchführungsregeln der zuständigen Bundesregulierer, je nachdem, was früher eintritt. Rechnerisch ist das spätestens der 18. Januar 2027.

Für die Durchführungsregeln gab das Gesetz den Regulierern ein Jahr, rechnerisch bis 18. Juli 2026, im Verfahren mit öffentlicher Kommentierung. Die OCC legte ihren Regelungsvorschlag am 25. Februar 2026 vor. Das Federal Reserve Board stellte zwei Vorschläge für die von ihm beaufsichtigten Stablecoin-Emittenten am 24. September 2026 zur Kommentierung, 68 Tage nach Ablauf der Jahresfrist (13 Tage im Juli, 31 im August, 24 im September), also gut zwei Monate später.

Hier liegt die Gegenposition zu Tejpauls Satz: Der regulierte Rahmen, auf den er setzt, steht als Gesetz, bei der Fed aber erst als Vorschlag. Sein Satz beschreibt damit ein Ziel, das sich erst mit Regeln und Starttermin belegen lässt.

Keine Staatsgarantie: was das Gesetz für Stablecoins festlegt

Für jeden, der Stablecoins hält, enthält der GENIUS Act einen zentralen Satz: Payment-Stablecoins sind weder staatlich garantiert noch über die US-Einlagensicherung FDIC abgesichert, und wer anderes behauptet, handelt rechtswidrig. Diese Regel greift ab dem Inkrafttreten des Gesetzes.

Rechnerisch ab dem 18. Juli 2028, drei Jahre nach Erlass, dürfen Anbieter digitaler Vermögenswerte Personen in den USA nur noch Payment-Stablecoins zugelassener Emittenten anbieten oder verkaufen, mit den Ausnahmen, die das Gesetz nennt. Welche Stablecoins US-Kunden über solche Anbieter kaufen können, hängt dann an der Zulassung des Emittenten.

Was das für dich in Deutschland heißt und woran du den Start erkennst

Die Mitteilung nennt die USA als ersten Markt und beschreibt allein ein Angebot für Firmenkunden: Sie nehmen Stablecoins an und erhalten, automatisch umgewandelt, Fiat über Citi. Einen Zeitplan für Europa enthält sie nicht. Der Rechtsrahmen in den USA steht als Gesetz, seine Durchführungsregeln liegen zum Teil noch als Vorschlag vor.

Offen sind vor allem die Eckdaten des Starts: welche Stablecoins und Blockchains unterstützt werden, zu welchen Gebühren und ab wann. Auch RLUSD oder USDC nennt die Mitteilung nicht.

Stand 29. September 2026 erkennst du den Fortschritt an drei Größen. Die erste ist ein Starttermin oder eine Produktseite von Spring by Citi, die die unterstützten Stablecoins nennt. Die zweite ist das Inkrafttreten des GENIUS Act, rechnerisch spätestens am 18. Januar 2027, zusammen mit finalen Regeln von OCC und Fed. Die dritte sind weitere Märkte außerhalb der USA oder die neuen Funktionen, die beide Unternehmen für die kommenden Monate angekündigt haben.

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Quellen

  1. Citi and Coinbase Expand Collaboration to Connect Digital and Fiat Payments for Corporations and Consumers (Pressemitteilung, 28.09.2026) · Citigroup
  2. Citi and Coinbase Join Forces to Boost Digital Asset Payment Capabilities for Global Clients (Pressemitteilung, 27.10.2025) · Citigroup
  3. Public Law 119-27 (GENIUS Act), Gesetzestext · U.S. Government Publishing Office (GovInfo)
  4. OCC News Release 2026-9: OCC Requests Comments on Proposal to Implement GENIUS Act · Office of the Comptroller of the Currency
  5. Federal Reserve Board: Vorschläge zum GENIUS Act für beaufsichtigte Stablecoin-Emittenten (24.09.2026) · Board of Governors of the Federal Reserve System
  6. OCC News Release 2025-16: Interpretive Letter 1183 · Office of the Comptroller of the Currency
  7. Decrypt: Bericht zu Citi und Coinbase (Stablecoin-Zahlungen) · Decrypt

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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