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Analyse · Regulierung

Bitcoin.de Handel pausiert: Was jetzt mit deinen Coins gilt

Laut Betreiberin laufen Krypto-Auszahlungen weiter und es besteht aktuell kein Handlungsbedarf (Stand 7. Oktober 2026). Für Euro-Guthaben im geplanten Partnermodell fehlt eine Zusage.

Phil7 Min. LesezeitAktualisiert 9.10.2026

Lange weiße Gebäudefront der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Bonn unter blauem Himmel, davor Straßenbahnhaltestelle mit Schild, Bäume und eine wartende Person
Foto: Thomas Wolf ( Der Wolf im Wald ), CC0 (creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0/deed.en), via Wikimedia Commons

Die Bitcoin Group SE meldet am 6. Oktober 2026, dass die BaFin der Bitcoin.de-Betreiberin die Zulassung nach der EU-Kryptoverordnung MiCAR verweigert hat. Für dich heißt das nach Angaben der Betreiberin, Stand 7. Oktober 2026: Der Handel ruht vorerst, deine Kryptowerte bleiben verwahrt und auszahlbar. Handlungsbedarf sieht sie derzeit keinen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bitcoin Group meldet die verweigerte MiCAR-Zulassung für die Bitcoin.de-Betreiberin; der Handel ist pausiert.
  • Deine Kryptowerte bleiben laut Betreiberin verwahrt und auszahlbar, tun musst du derzeit nichts. Euro lag laut Werbetext bisher auf deinem eigenen Bankkonto; für das Partnermodell fehlt diese Zusage.
  • Als Nächstes zählen die Zustellung des Bescheids, ein möglicher Widerspruch und die Namen der Partner für Handel und Verwahrung.

Deine Coins kannst du also schon jetzt abziehen, auf Bitcoin.de handeln aber erst wieder über neue Partner. Diesen Weg hat die Bitcoin Group angekündigt. Ihren letzten Neustart, angekündigt für voraussichtlich ab Ende Juni 2026, nannte sie Ende September selbst verzögert.

Deine Coins bleiben verwahrt und auszahlbar, der Handel ruht

Die Nachricht steht in einer Ad-hoc-Mitteilung der Bitcoin Group SE und einer begleitenden Unternehmensmitteilung. Betroffen ist die Tochter futurum bank AG, die ihren Antrag am 27. Juni 2025 gestellt hatte. Das Unternehmen spricht von einer Vorab-Information der BaFin. Den formellen Bescheid erwartete die futurum bank AG am 6. Oktober jederzeit, zugestellt war er also noch nicht.

Screenshot der Ad-hoc-Mitteilung von Bitcoin Group SE mit gelb markierter Passage: „den am 27. Juni 2025 gestellten Antrag ihrer Tochtergesellschaft futurum bank AG auf Erteilung einer Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen …“
Screenshot: Bitcoin Group SE, Ad-hoc-Mitteilung vom 7. Oktober 2026. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle

Den Alltag beschreibt die Kundeninformation auf bitcoin.de mit Stand 7. Oktober 2026. Der Handel bleibt vorerst pausiert, Auszahlungen von Kryptowerten sind weiter möglich, deine bisherigen Zugangsdaten gelten. Starttermin und Euro-Einzahlungen will die Betreiberin bekanntgeben, sobald beides feststeht.

Nach Darstellung des Unternehmens verwahrt die futurum bank AG deine Kryptowerte weiter, bis sie zu einem anderen regulierten Verwahrer wechseln. Alle deine Ansprüche bestehen laut Unternehmen uneingeschränkt fort.

Ein konkreter Fall: Du hast Bitcoin auf Bitcoin.de und willst sie in deine eigene Wallet holen. Diese Auszahlung ist mit Stand 7. Oktober 2026 möglich, so die Betreiberin. Verkaufen kannst du dieselben Bitcoin auf der Plattform erst, wenn der Handel zurück ist.

Für Euro galt bisher ein eigenes Prinzip: Dein Euro-Guthaben lag laut Werbetext der Startseite auf deinem eigenen Bankkonto. Für das geplante Partnermodell fehlt eine solche Zusage bisher.

Die Plattform ist groß: Die Bitcoin Group nennt mehr als 1,1 Millionen registrierte Nutzer, als Mindestwert ohne Stichtag. Die Zahl misst Registrierungen, keine Konten mit aktuellem Guthaben.

Die Verwahrungszusage kommt vom Unternehmen, der letzte Prüfbeleg ist von Januar 2025

Wie viel trägt die Zusage, dass deine Bestände verwahrt bleiben? Sie steht gleichlautend in beiden Mitteilungen und auf bitcoin.de und ist eine Selbstauskunft des Unternehmens. Den jüngsten externen Beleg nennt die Startseite: Eine öffentlich bestellte deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfte die Bitcoin-Kundenbestände zuletzt zum Stichtag 14. Januar 2025. Eine spätere Prüfung führt die Seite nicht auf.

Zahlenkarte mit fünf Angaben zu Bitcoin.de: gut 15 Monate Verfahrensdauer, letzte beworbene Bestandsprüfung am 14.01.2025, über 98 Prozent Cold Wallets laut Werbetext, 199 Mio. Euro Krypto-Eigenbestand und 3,9 Mio. Euro liquide Mittel der Gruppe.
Die Zahlen stammen aus Mitteilungen und Werbetexten der Bitcoin Group und von bitcoin.de und sind kein unabhängiger Deckungsnachweis (Stand: 8. Oktober 2026).

Zur Aufbewahrung wirbt die Startseite mit einer zweiten, undatierten Angabe. Über 98 Prozent der Bitcoin-Kundenbestände lägen offline in sogenannten Cold Wallets. Den Rest von rund 2 Prozent in der Hot Wallet, die mit dem Internet verbunden ist, übersteige das eigene Euro- und Bitcoin-Vermögen der futurum bank AG um ein Vielfaches.

Liniendiagramm: Kurs von Bitcoin (BTC) in US-Dollar über 30 Tage, zuletzt −1 % in 7 Tagen
Kursverlauf von Bitcoin (BTC) in US-Dollar über 30 Tage, gestrichelt die Mitteilung vom 6. Oktober 2026. Daten: CoinGecko, Stand 08.10.2026, 10:15 Uhr.

Die Halbjahresmitteilung vom 29. September 2026 beziffert den Netto-Bestand eigener Kryptowerte der Gruppe zum 30. Juni 2026 auf 199 Millionen Euro. Ende 2025 waren es 293 Millionen Euro, zum 30. Juni 2025 rund 356 Millionen Euro. Die liquiden Mittel lagen am 30. Juni 2026 bei 3,9 Millionen Euro, nach 12,6 Millionen Euro Ende 2025. Das EBITDA des ersten Halbjahres 2026 betrug minus 3,25 Millionen Euro.

Diese Zahlen zeigen die Finanzlage der Gruppe zu Stichtagen; deine Coins sind Kundenvermögen und stecken nicht darin. Für das Gesamtjahr 2026 rechnete der Vorstand am 29. September 2026 unter erheblichen Unsicherheiten erneut mit einem negativen EBITDA. Diese Prognose entstand vor der Nachricht über die verweigerte Zulassung.

Gut 15 Monate bis zum Nein, und das Unternehmen sieht es anders

MiCAR ist die EU-Verordnung über Märkte für Kryptowerte. Wer Kryptowerte-Dienstleistungen anbietet, braucht danach eine Zulassung. In einem Fachartikel vom 22. Januar 2025 beschreibt die BaFin die allgemeine Regel: Unvollständige, inkonsistente oder nach Form und Umfang unangemessene Anträge müssen Aufsichtsbehörden ablehnen, wenn der Anbieter das in der kurzen Frist nicht behebt.

Derselbe Artikel erklärt den Übergang: Bestandsinstitute, die schon vor MiCAR mit ihrer Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) Finanzdienstleistungen mit Kryptowerten anbieten durften, konnten bis zur Entscheidung über ihren MiCAR-Antrag weiter tätig bleiben. Für die futurum bank AG sprechen die Mitteilungen der Bitcoin Group von einer Duldung, die nach einem Hinweis der BaFin nicht mehr besteht. Rechtsgrundlage und Ende dieser Duldung lassen die Mitteilungen offen. Verwahrung und Krypto-Auszahlungen laufen nach Darstellung der Betreiberin weiter.

Screenshot der Pressemitteilung von Bitcoin Group SE mit gelb markierter Passage: „Damit besteht auch die bisherige Duldung der Erbringung von Kryptowerte-Dienstleistungen durch die futurum bank AG nicht mehr.“
Screenshot: Bitcoin Group SE, Pressemitteilung vom 7. Oktober 2026. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle

Die Begründung der BaFin kennst du bisher aus der Wiedergabe von CEO Moritz Eckert. Danach reichten der aktuelle Grad und der kurzfristig erzielbare Fortschritt bei Implementierung und Operationalisierung ihrer Anforderungen nicht aus, eine Verweigerung sei zum jetzigen Zeitpunkt alternativlos. Eckert hält dagegen: „Dies sehen wir anders.“

Das Verfahren dauerte gut 15 Monate, vom Antrag am 27. Juni 2025 bis zur Mitteilung am 6. Oktober 2026. Das Unternehmen selbst spricht von einer Verzögerung. Noch am 29. September 2026 nannte die Bitcoin Group den Abschluss des Lizenzverfahrens als Voraussetzung, um den Kryptohandel auf bitcoin.de wieder aufzunehmen. Eine Woche später setzt sie für den Neustart auf Partner.

Zurück zum Handel geht es über zwei Partner, deren Namen noch ausstehen

Den Handel will die futurum bank AG mit zwei regulierten Partnern aus Deutschland zurückbringen. Zunächst soll ein Institut als dein Handelspartner auftreten, eine weitere Partei die Kryptowerte verwahren. Namen und eine geschlossene Vereinbarung stehen noch aus.

Eckert kündigte am 6. Oktober 2026 an, den Handel über regulierte Partner „schnellstmöglich, d.h. innerhalb der nächsten Wochen“ in der technisch erneuerten bitcoin.de-App zu ermöglichen. Das ist eine Absicht ohne festes Datum.

Einen Maßstab liefert die letzte Ankündigung dieser Art. In der Mitteilung vom 26. Juni 2026 stellte die Bitcoin Group den Relaunch voraussichtlich ab Ende Juni 2026 in Aussicht. Am 29. September sprach sie selbst von einem verzögerten Re-Launch und einer verschobenen Migration der Bestandskunden. Die neue Frist kann halten; planen solltest du trotzdem erst mit einem genannten Datum.

Parallel prüfen Bitcoin Group und futurum bank AG die Entscheidung. Widerspruch ist laut Unternehmen binnen eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids möglich, später auch ein Neuantrag.

Was du beim Wechsel tun musst, will die Betreiberin rechtzeitig auf bitcoin.de und über ihre direkten Kundenkanäle ankündigen, zusammen mit Ausgestaltung und Zeitplan. Aktuell sieht sie keinen Handlungsbedarf. Dass beim Umzug zu den Partnern Schritte für Kunden nötig werden können, schreibt sie selbst.

Woran du erkennst, wie es mit deinem Konto weitergeht

Den ersten Hinweis gibt die Zustellung des Bescheids. Mit der Bekanntgabe beginnt die Monatsfrist für einen Widerspruch; ob das Unternehmen ihn einlegt oder später neu beantragt, ist die nächste Weichenstellung. Danach zählen die Namen von Handelspartner und Verwahrer. Mit dem Beginn der Übertragung wechseln deine Kryptowerte von der futurum bank AG zum neuen Verwahrer.

Nur offizielle Kanäle

Starttermin, Zeitplan und nötige Schritte kündigt die Betreiberin auf bitcoin.de und über ihre direkten Kundenkanäle an. Daran misst du jedes andere Angebot, das dir Hilfe beim Zugriff auf deine Coins verspricht; wie solche Maschen aussehen, zeigt die BaFin-Warnung vor angeblicher Krypto-Rückführung über finanzforensik(.)com.

Offen sind vor allem zwei Dinge, die dich direkt betreffen: wie Euro-Guthaben und Euro-Einzahlungen im Partnermodell funktionieren und wie die BaFin ihre Entscheidung selbst begründet. Wie Kunden einer anderen Plattform mit ihren Beständen umgehen können, steht in Binance ohne MiCA-Lizenz: das kannst du mit deinen Beständen jetzt noch tun.

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Quellen

  1. Ad-hoc-Mitteilung: Bafin verweigert beantragte MiCAR-Zulassung der futurum bank AG (06.10.2026) · Bitcoin Group SE
  2. Unternehmensmitteilung: futurum bank AG bereitet alternatives Betriebsmodell für Bitcoin.de vor (06.10.2026) · Bitcoin Group SE
  3. Fachartikel: Kryptowerte-Dienstleister: Welche Vereinfachungen und Herausforderungen es jetzt gibt (22.01.2025) · Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
  4. Unternehmensmitteilung: Halbjahresbericht 2026, Fokus auf Neustart von bitcoin.de (29.09.2026) · Bitcoin Group SE
  5. Unternehmensmitteilung: Geschäftsbericht 2025, strategische Neuausrichtung (26.06.2026) · Bitcoin Group SE
  6. Kundeninformation auf bitcoin.de (Stand 07.10.2026) · futurum bank AG

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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