Der führende Krypto-Market-Maker Wintermute sieht in der anhaltenden KI-Euphorie eine ernsthafte Konkurrenz für den Kryptomarkt. Laut ihrer Analyse für Februar 2026 fließen institutionelle und private Gelder zunehmend in KI-bezogene Assets statt in digitale Währungen.
Das Wichtigste in Kürze:
- Wintermute identifiziert KI-Begeisterung als Hauptfaktor für gedämpftes Krypto-Wachstum im Februar 2026
- Kapitalflüsse verschieben sich messbar von Krypto- zu KI-bezogenen Investments
- Market Maker sieht strukturelle Konkurrenz zwischen beiden Tech-Sektoren um dieselben Anleger
Wintermute warnt vor KI-bedingter Krypto-Konkurrenz
In ihrem Marktausblick für Februar 2026 zeichnet Wintermute ein klares Bild: Die massive Aufmerksamkeit für künstliche Intelligenz bindet Kapital, das sonst in den Kryptomarkt geflossen wäre. Der Market Maker, der täglich Milliarden-Handelsvolumen in digitalen Assets abwickelt, beobachtet diese Verschiebung in Echtzeit.
Besonders institutionelle Investoren stehen vor der Wahl, ihre Budgets für innovative Technologien zu allokieren. Die KI-Rallye bei Tech-Aktien und spezialisierten Fonds zieht dabei erhebliche Summen ab, die zuvor als potenzielle Krypto-Zuflüsse galten.
Konkurrierende Narrative um Zukunftstechnologie
Wintermute analysiert, dass beide Sektoren um dieselbe Investorengruppe konkurrieren: Tech-affine Anleger mit Risikobereitschaft. Während 2021 bis 2023 Krypto das dominante "Next Big Thing"-Narrativ besaß, hat KI seit 2024 diese Position zunehmend übernommen.
Achtung: Die Analyse betrifft vor allem spekulative Kapitalflüsse. Langfristige Bitcoin-Holder und DeFi-Nutzer zeigen laut On-Chain-Daten weiterhin stabile Aktivität – die fehlenden Neugelder betreffen primär das Wachstumspotenzial.
Messbare Auswirkungen auf Handelsvolumen
Als einer der größten Liquidity Provider im Kryptomarkt verfügt Wintermute über detaillierte Einblicke in Handelsströme. Die Firma berichtet von spürbaren Veränderungen im Orderflow-Verhalten institutioneller Desks seit Jahresbeginn 2026.
Gleichzeitig verzeichnen KI-fokussierte Krypto-Projekte und Token überdurchschnittliche Performance. Dies deutet darauf hin, dass Anleger versuchen, beide Trends zu kombinieren – was jedoch nur einen Bruchteil der KI-Gesamtinvestments ausmacht.
Warum Anleger zwischen KI und Krypto wählen müssen
Die strukturelle Konkurrenz zwischen beiden Sektoren basiert auf begrenzten Risikobudgets. Professionelle Portfolio-Manager haben feste Allokationen für hochvolatile, innovative Assets – und diese müssen zwischen Krypto, KI-Aktien und anderen Emerging-Tech-Bereichen aufgeteilt werden.
Für Privatanleger potenziert sich dieser Effekt: Wer sein verfügbares Investitionskapital in KI-Aktien oder -Fonds steckt, hat schlicht weniger Mittel für neue Krypto-Käufe übrig. Die Performance-Unterschiede zwischen beiden Sektoren verstärken diesen Trend zusätzlich.
Wintermute beobachtet in ihrer Marktanalyse: "Die KI-Rallye absorbiert derzeit einen Großteil des spekulativen Kapitals, das normalerweise in Krypto-Aufwärtsbewegungen fließen würde."
Institutionelle Allokationsentscheidungen
Besonders Family Offices und kleinere Hedgefonds stehen vor konkreten Entscheidungen. Viele dieser Institutionen haben 2024 und 2025 ihre Krypto-Allokationen bereits etabliert und sehen nun in KI die nächste Diversifikationsmöglichkeit – nicht als Ergänzung, sondern als Alternative.
Pensionsfonds und traditionelle Asset Manager, die gerade erst Krypto-Exposure aufbauen, pausieren laut Marktbeobachtern teilweise ihre Pläne. Sie warten ab, welches der beiden Themen sich als nachhaltigeres Investment erweist.
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Die Retail-Seite zeigt ähnliche Muster: Social-Media-Diskussionen, Google-Trends und App-Downloads verschieben sich messbar von Krypto- zu KI-Themen. Plattformen wie Bitvavo, die primär Privatanleger bedienen, berichten von stabilem aber nicht mehr wachsendem Neukundengeschäft.
Besonders jüngere Anleger, die 2021 über Krypto in die Investmentwelt einstiegen, experimentieren nun mit KI-fokussierten ETFs und Einzelaktien. Diese Gruppe war traditionell ein Wachstumstreiber für Krypto-Handelsvolumen.
Was das für den Kryptomarkt 2026 bedeutet
Wintermutes Analyse impliziert nicht zwingend fallende Kurse, aber ein gedämpftes Wachstumstempo. Ohne die erhofften massiven Kapitalzuflüsse könnten die optimistischen Prognosen vieler Analysten für 2026 zu ambitioniert sein.
Der Markt befindet sich damit in einer Phase der Konsolidierung statt exponentiellen Wachstums. Bestehende Krypto-Holder bleiben mehrheitlich investiert, aber der fehlende Zustrom neuer Gelder verhindert die klassische Bull-Run-Dynamik vergangener Zyklen.
Gut zu wissen: Diese Konkurrenzsituation ist nicht neu – 2017 konkurrierten ICOs mit Tech-Aktien, 2020 DeFi mit Covid-Recovery-Plays. Historisch wechseln Kapitalflüsse zwischen Trend-Sektoren, bis fundamentale Faktoren wieder dominieren.
Bitcoin als möglicher Profiteur
Interessanterweise könnte Bitcoin als etablierteste Kryptowährung von dieser Entwicklung weniger betroffen sein als Altcoins. Institutionelle Investoren, die bereits Bitcoin-Positionen halten – etwa über die seit 2024 verfügbaren Bitcoin-ETFs – zeigen stabile Haltemuster.
Die Konkurrenzsituation trifft vor allem spekulative Altcoin-Investments und neue DeFi-Protokolle. Diese Bereiche sind traditionell stärker von Momentum-getriebenen Retail-Zuflüssen abhängig.
Langfristige Marktstruktur-Veränderungen
Market Maker wie Wintermute beobachten auch strukturelle Veränderungen: Die durchschnittliche Haltedauer von Positionen steigt, während die Handelsfrequenz sinkt. Dies deutet auf einen reiferen Markt hin, in dem Spekulation durch strategischere Allokation ersetzt wird.
Für erfahrene Anleger, die ihre Krypto-Assets in einer sicheren Hardware Wallet verwahren, ändert sich operativ wenig. Die Verschiebung betrifft primär kurzfristige Trading-Strategien und Wachstumserwartungen.
Chancen der Konsolidierung
- Reduzierte Volatilität macht institutionelle Allokationen planbarer und nachhaltiger
- Qualitätsprojekte setzen sich durch, wenn spekulatives Kapital abnimmt
- Längere Akkumulationsphasen ermöglichen günstigere Einstiegskurse für langfristige Investoren
- Regulatorische Klarheit entwickelt sich schneller in ruhigeren Marktphasen
Risiken der KI-Konkurrenz
- Ausbleibende Neugelder verhindern erwartete Kursexplosionen trotz solider Fundamentaldaten
- Krypto-fokussierte Unternehmen und Fonds leiden unter reduziertem Interesse und Mittelabflüssen
- Längere Seitwärtsphasen testen die Geduld von Retail-Investoren und erhöhen Kapitulationsrisiko
- Innovation im Krypto-Bereich könnte sich verlangsamen, wenn Talente und Venture-Capital zu KI abwandern
Worauf du jetzt achten solltest
Die Wintermute-Analyse liefert konkrete Anhaltspunkte für Anlageentscheidungen in diesem veränderten Umfeld. Diese fünf Faktoren solltest du in den kommenden Monaten besonders beobachten:
Kapitalfluss-Indikatoren verfolgen
Beobachte ETF-Zuflüsse bei Bitcoin- und Ethereum-Produkten im Vergleich zu KI-fokussierten Tech-ETFs. Stabile oder wachsende Krypto-ETF-Zuflüsse würden Wintermutes These widerlegen, während Abflüsse sie bestätigen würden.
On-Chain-Metriken wie Exchange-Nettoflüsse geben zusätzlichen Aufschluss: Bewegen sich Coins von Börsen in Self-Custody, deutet dies auf langfristige Halteabsichten hin – ein positives Signal trotz fehlendem Neukapital.
Relative Performance-Vergleiche
Vergleiche die Performance-Entwicklung führender Kryptowährungen mit KI-Aktien wie Nvidia, Microsoft oder spezialisierten KI-ETFs. Überdurchschnittliche Krypto-Performance würde signalisieren, dass die Konkurrenzsituation überschätzt wird.
Achte besonders auf Phasen allgemeiner Marktschwäche: Entwickeln sich beide Sektoren parallel oder zeigt Krypto größere Resilienz? Dies gibt Hinweise auf die tatsächliche Unabhängigkeit der Asset-Klassen.
Projektqualität statt Hype-Momentum
In einem Umfeld mit reduziertem spekulativem Kapital gewinnen fundamentale Faktoren an Bedeutung. Fokussiere dich auf Projekte mit echten Nutzerzahlen, nachweisbaren Einnahmen und funktionierenden Produkten statt auf reine Narrative.
DeFi-Protokolle mit konsistenten Gebühreneinnahmen und etablierte Layer-1-Blockchains mit wachsender Developer-Activity sollten besser performen als spekulative Altcoins ohne Fundamentaldaten.
Steuerliche Vorbereitung: Nutze ruhigere Marktphasen für deine steuerliche Dokumentation. Tools wie CoinTracking helfen dir, alle Transaktionen korrekt zu erfassen – besonders wichtig bei erwarteten Verkäufen in volatileren Zeiten.
Diversifikation zwischen Tech-Trends
Statt einer Entweder-Oder-Entscheidung könnte eine Kombination beider Exposures sinnvoll sein. Kombiniere etablierte Krypto-Positionen (etwa Bitcoin über regulierte Plattformen wie Bitvavo) mit KI-bezogenen Investments.
Diese Strategie positioniert dich für beide Szenarien: Sollte Krypto wider Erwarten doch durchstarten, profitierst du. Falls KI weiter dominiert, bist du ebenfalls dabei. Wichtig ist die realistische Einschätzung deines Risikobudgets.
Makroökonomische Rahmenbedingungen
Die Konkurrenz zwischen Krypto und KI findet nicht im Vakuum statt. Zinsumfeld, Liquiditätsbedingungen und regulatorische Entwicklungen beeinflussen beide Sektoren unterschiedlich stark.
Achte auf Zentralbank-Kommunikation: Lockerere Geldpolitik würde tendenziell beiden Risiko-Assets helfen, während straffere Politik den Wettbewerb um knappes Kapital verschärfen würde. Die makroökonomische Komponente bleibt der Haupttreiber für beide Tech-Sektoren.
Häufige Fragen zur KI-Krypto-Konkurrenz
Bedeutet die KI-Konkurrenz das Ende des Krypto-Bull-Runs?
Nicht zwingend das Ende, aber eine Dämpfung der Dynamik. Wintermute argumentiert, dass ausbleibendes Neukapital explosive Kursanstiege verhindert, nicht aber moderate Wertsteigerungen basierend auf Fundamentaldaten. Historisch wechseln Kapitalströme zwischen Trend-Sektoren – die aktuelle KI-Dominanz könnte temporär sein, wenn Krypto neue katalytische Entwicklungen liefert.
Welche Kryptowährungen sind am stärksten von der KI-Konkurrenz betroffen?
Spekulative Altcoins und neue Protokolle leiden am meisten, da sie auf kontinuierliche Neugeldzuflüsse angewiesen sind. Bitcoin und etablierte Layer-1-Chains wie Ethereum zeigen höhere Resilienz durch institutionelle Verankerung und ETF-Produkte. Projekte ohne klare Nutzungsfälle oder reine Meme-Coins dürften in diesem Umfeld besonders schwer Kapital anziehen können.
Sollte ich als Anleger von Krypto zu KI-Investments wechseln?
Diese Entscheidung hängt von deiner individuellen Strategie und Risikobereitschaft ab. Ein kompletter Switch bedeutet Market-Timing, was statistisch selten funktioniert. Sinnvoller ist eine ausbalancierte Allokation zwischen beiden Sektoren basierend auf deinen Überzeugungen. Bedenke: Beide Bereiche sind hochvolatil und spekulativ – Diversifikation reduziert das Risiko, komplett falsch zu liegen.
Wie lange wird die KI-Dominanz gegenüber Krypto anhalten?
Trend-Zyklen in Tech-Investments dauern typischerweise 18 bis 36 Monate, bevor Ermüdung einsetzt oder fundamentale Bewertungen korrigieren. Die KI-Rallye läuft seit Anfang 2024 intensiv – historische Muster legen nahe, dass gegen Ende 2026 oder 2027 eine Rotation zurück zu anderen Sektoren wahrscheinlich wird. Katalysatoren wie regulatorische Durchbrüche oder technologische Meilensteine könnten diesen Zeitplan aber erheblich beeinflussen.
Gibt es Krypto-Projekte, die von der KI-Begeisterung profitieren?
Ja, Projekte an der Schnittstelle beider Technologien zeigen überdurchschnittliche Performance. Dezentrale KI-Netzwerke, Blockchain-basierte Rechenleistungs-Marktplätze und Token für AI-Datenverarbeitung kombinieren beide Narrative. Diese Nische bleibt jedoch klein im Vergleich zum Gesamtmarkt – die meisten KI-Investments fließen in traditionelle Tech-Aktien statt Krypto-KI-Hybriden.





