Seit Januar 2024 sind Spot-Bitcoin-ETFs in den USA zugelassen – ein Meilenstein, der Milliarden an institutionellem Kapital in den Kryptomarkt gespült hat. Dieser Guide erklärt, was ein Bitcoin ETF ist, wie er sich vom direkten Bitcoin-Kauf unterscheidet und welchen messbaren Einfluss die ETF-Zuflüsse auf den BTC-Kurs haben.
Das Wichtigste in Kürze:
- Am 10. Januar 2024 hat die US-Börsenaufsicht SEC 11 Spot-Bitcoin-ETFs gleichzeitig genehmigt.
- Die US-Bitcoin-ETFs verwalten zusammen über 120 Mrd. USD (Stand Anfang 2025).
- BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) erreichte 50 Mrd. USD verwaltetes Vermögen schneller als jeder ETF zuvor.
- Bitcoin stieg von rund 44.000 USD auf über 100.000 USD im Jahr nach der ETF-Zulassung.
- In Deutschland gibt es keinen echten Bitcoin ETF – wohl aber börsengehandelte ETPs und ETNs als Alternative.
Was ist ein Bitcoin ETF? – Definition und Grundlagen
Definition: ETF trifft Kryptowährung
Ein Bitcoin ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der den Bitcoin-Preis abbildet. Du kaufst Anteile über dein normales Wertpapierdepot – genauso wie du einen DAX-ETF oder eine Aktie kaufen würdest.
Das Besondere: Du brauchst weder eine Krypto-Wallet noch einen Account bei einer Kryptobörse. Der Fondsanbieter kauft und verwahrt die Bitcoins für dich.
Einfach erklärt: Ein Bitcoin ETF funktioniert wie ein Gold-ETF. Statt Goldbarren lagern echte Bitcoins in einem digitalen Tresor (Cold Storage). Du besitzt Anteile am Fonds – nicht die Bitcoins selbst.
Unterschied zwischen Spot-ETF und Futures-ETF
Beim Spot-Bitcoin-ETF kauft der Anbieter tatsächlich echte Bitcoins und verwahrt sie. Der Fondskurs bildet den aktuellen Marktpreis nahezu 1:1 ab. Genau diese Variante wurde im Januar 2024 in den USA zugelassen.
Ein Futures-Bitcoin-ETF hält dagegen keine echten Coins, sondern Terminkontrakte auf den Bitcoin-Preis. Solche Produkte gibt es in den USA seit Oktober 2021 – etwa den ProShares BITO.
Achtung: Futures-ETFs leiden unter sogenannten Contango-Kosten. Beim regelmäßigen Rollen der Terminkontrakte können jährlich 5–10 % Rendite verloren gehen. Ein Spot-ETF hat dieses Problem nicht, weil er echte Bitcoins hält.
Wie funktioniert ein Bitcoin ETF technisch?
Der Fondsanbieter – etwa BlackRock oder Fidelity – beauftragt einen spezialisierten Verwahrer (Custodian) mit der sicheren Aufbewahrung. In den meisten Fällen übernimmt Coinbase Custody diese Rolle. Die Bitcoins lagern in Cold Storage, also auf Wallets ohne permanente Internetverbindung.
Sogenannte Authorized Participants (große Banken und Broker) sorgen für die Liquidität. Sie können ETF-Anteile erstellen oder einlösen, indem sie Bitcoin an den Fonds liefern oder daraus entnehmen.
Dieser Mechanismus hält den ETF-Preis eng am tatsächlichen Bitcoin-Kurs. Für dich als Anleger bleibt der Prozess unsichtbar: Du gibst eine Order auf, und der Marktpreis wird in Echtzeit an der Börse gehandelt.
Bitcoin ETF vs. Bitcoin ETP/ETN – Begriffe richtig einordnen
In der DACH-Region werden die Begriffe häufig verwechselt. Die Unterschiede sind allerdings juristisch relevant – besonders beim Insolvenzschutz.
| Merkmal | ETF (Exchange Traded Fund) | ETP / ETN (Exchange Traded Product / Note) |
|---|---|---|
| Rechtsform | Sondervermögen (UCITS) | Besicherte Schuldverschreibung |
| Insolvenzschutz | Ja – Fondsvermögen ist geschützt | Nein – Emittentenrisiko besteht |
| In der EU verfügbar | Nein (UCITS verbietet Einzelwert-Fonds) | Ja – z. B. über Xetra |
| Typische Gebühren | 0,15–0,25 % p.a. | 0,35–2,00 % p.a. |
| Beispiele | IBIT, FBTC, ARKB (nur USA) | ETC Group Physical BTC, 21Shares BTC ETP |
Gut zu wissen: Die EU-Regulierung (UCITS-Richtlinie) verbietet Fonds, die ausschließlich in einen einzelnen Vermögenswert investieren. Deshalb gibt es in Europa keine „echten" Bitcoin ETFs – sondern nur ETPs und ETNs. Funktional sind sie ähnlich, aber der rechtliche Schutz ist geringer.
Die wichtigsten Bitcoin ETFs im Vergleich
Seit der Zulassung im Januar 2024 haben sich unter den elf genehmigten Spot-Bitcoin-ETFs klare Marktführer herauskristallisiert. Die Unterschiede liegen vor allem bei Gebühren, verwaltetem Vermögen und der Wahl des Custodians.
iShares Bitcoin Trust (IBIT) – BlackRock
IBIT ist der unangefochtene Marktführer. BlackRock – der weltweit größte Vermögensverwalter – hat innerhalb weniger Monate über 50 Mrd. USD eingesammelt. Kein anderer ETF in der Geschichte hat diese Marke schneller erreicht.
Die Management-Gebühr liegt bei 0,25 % pro Jahr. Dafür bietet IBIT die höchste Liquidität und die engsten Spreads unter allen Bitcoin-ETFs.
Fidelity Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC)
FBTC belegt Platz zwei nach verwaltetem Vermögen. Fidelity nutzt als einziger großer Anbieter eine eigene Verwahrlösung – Fidelity Digital Assets – statt auf Coinbase Custody zu setzen.
Die Gebühr liegt ebenfalls bei 0,25 % p.a. Ein Pluspunkt: Die direkte Integration in die Fidelity-Brokerage-Plattform mit ihrer großen Bestandskundenbasis.
ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB)
ARKB ist ein Gemeinschaftsprodukt von Cathie Woods ARK Invest und dem Schweizer Krypto-Spezialisten 21Shares. Mit 0,21 % p.a. gehört er zu den günstigeren Optionen im Feld.
Für europäische Anleger besonders relevant: 21Shares bietet über die Muttergesellschaft auch Bitcoin-ETPs an, die an der Xetra und der SIX gehandelt werden.
Grayscale Bitcoin Trust (GBTC)
GBTC existierte bereits vor der ETF-Zulassung als geschlossener Fonds und wurde im Januar 2024 in einen ETF umgewandelt. Mit 1,50 % p.a. ist er allerdings das mit Abstand teuerste Produkt.
Viele Anleger haben nach der Umwandlung ihre GBTC-Anteile in günstigere Alternativen umgeschichtet. Grayscale reagierte mit dem Grayscale Bitcoin Mini Trust (BTC) – dieser kostet nur 0,15 % p.a. und ist damit der günstigste Spot-Bitcoin-ETF überhaupt.
Gebühren, Volumen und Performance im Direktvergleich
| ETF | Ticker | Gebühr p.a. | Custodian | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| iShares Bitcoin Trust | IBIT | 0,25 % | Coinbase Custody | Höchstes AUM & Handelsvolumen |
| Fidelity Wise Origin | FBTC | 0,25 % | Fidelity Digital Assets | Eigene Verwahrung |
| ARK 21Shares | ARKB | 0,21 % | Coinbase Custody | Europäische Wurzeln (21Shares/Schweiz) |
| Bitwise Bitcoin ETF | BITB | 0,20 % | Coinbase Custody | Wallet-Adresse öffentlich einsehbar |
| VanEck Bitcoin Trust | HODL | 0,20 % | Gemini | Einziger ETF mit Gemini als Custodian |
| Grayscale Mini Trust | BTC | 0,15 % | Coinbase Custody | Günstigster Spot-Bitcoin-ETF |
| Grayscale Bitcoin Trust | GBTC | 1,50 % | Coinbase Custody | Legacy-Produkt, teuerster ETF |
Die durchschnittliche Gebühr der Spot-Bitcoin-ETFs (ohne GBTC) bewegt sich zwischen 0,15 % und 0,25 % pro Jahr. Das ist erheblich günstiger als die meisten europäischen Bitcoin-ETPs, die oft 0,95–2,00 % p.a. verlangen.
Wie beeinflusst ein Bitcoin ETF den BTC-Kurs?
Die zentrale Frage für viele Anleger lautet: Was bedeuten die ETF-Milliarden konkret für den Bitcoin-Kurs? Die Daten seit Januar 2024 liefern eine klare Antwort.
Institutionelles Kapital und Nachfrageschub
Vor den Spot-ETFs war Bitcoin für viele institutionelle Investoren schlicht nicht investierbar. Pensionsfonds, Versicherungen und große Vermögensverwalter unterliegen regulatorischen Vorgaben, die den Direktkauf von Kryptowährungen häufig ausschließen.
Ein börsennotierter ETF ändert das grundlegend. Fondsmanager können Bitcoin-Exposure jetzt über ein reguliertes Wertpapier in ihr Portfolio aufnehmen – ohne sich mit Wallets, Private Keys oder Kryptobörsen befassen zu müssen.
„Der Bitcoin ETF ist ein Legitimierungsmoment für die gesamte Anlageklasse. Institutionelle Anleger, die vorher nicht konnten oder wollten, haben jetzt einen regulierten Zugang." – Larry Fink, CEO von BlackRock
Supply Squeeze: Warum weniger BTC auf Börsen den Preis treibt
Wenn ETF-Anbieter Bitcoin kaufen, wandern diese Coins in Cold Storage und werden dem handelbaren Markt entzogen. Stand Anfang 2025 halten allein die US-Spot-ETFs über 1 Million BTC – das entspricht rund 5 % des gesamten Bitcoin-Angebots.
Gleichzeitig hat das Bitcoin-Halving im April 2024 die Block-Belohnung auf 3,125 BTC halbiert. Die Kombination aus wachsender institutioneller Nachfrage und sinkendem Neuangebot erzeugt einen klassischen Supply Squeeze.
Gut zu wissen: Die Menge an Bitcoin auf Kryptobörsen ist seit der ETF-Zulassung auf den niedrigsten Stand seit 2018 gefallen. Weniger verfügbares Angebot bei gleichbleibender oder steigender Nachfrage führt ökonomisch zu höheren Preisen.
Historische Kursentwicklung seit ETF-Zulassung Januar 2024
Am Tag der Zulassung (10. Januar 2024) notierte Bitcoin bei rund 46.000 USD. In den ersten Wochen folgte ein „Sell the News"-Rücksetzer auf etwa 39.000 USD – ein Muster, das auch bei anderen Großereignissen häufig auftritt.
Ab Februar 2024 setzte eine massive Rallye ein. Getrieben von täglichen ETF-Zuflüssen im dreistelligen Millionenbereich durchbrach Bitcoin im März 2024 sein vorheriges Allzeithoch. Im weiteren Jahresverlauf stieg der Kurs auf über 100.000 USD.
Natürlich sind die ETFs nicht der einzige Kurstreiber. Das Halving, makroökonomische Faktoren und die allgemeine Marktstimmung spielen ebenfalls eine Rolle. Doch die Korrelation zwischen Netto-Zuflüssen und Kursanstieg ist statistisch deutlich sichtbar.
Korrelation zwischen ETF-Zuflüssen und Preisbewegungen
An Tagen mit hohen Netto-Zuflüssen (über 500 Mio. USD) legte der Bitcoin-Kurs überdurchschnittlich zu. Umgekehrt führten Tage mit starken Netto-Abflüssen – vor allem durch GBTC-Verkäufe in den ersten Wochen – regelmäßig zu spürbaren Korrekturen.
Die ETF-Flows sind inzwischen ein dominanter Faktor im täglichen Handelsgeschehen. Professionelle Marktteilnehmer beobachten die täglichen Zufluss- und Abflussdaten genauso aufmerksam wie früher die Orderbücher der großen Kryptobörsen.
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Jetzt bei Bitvavo startenVorteile und Risiken eines Bitcoin ETF
Wie jedes Finanzinstrument hat auch der Bitcoin ETF zwei Seiten. Hier die ehrliche Einordnung – mit konkreten Begründungen statt Marketingfloskeln.
Vorteile: Regulierung, Einfachheit, Steuertransparenz
Der größte Pluspunkt ist die regulatorische Sicherheit. Bitcoin-ETFs werden von der SEC überwacht und unterliegen strengen Transparenz- und Berichtspflichten. Beim Direktkauf auf einer Kryptobörse gibt es dieses Sicherheitsnetz nicht.
Dazu kommt die operative Einfachheit. Kein Wallet einrichten, keine Seed-Phrase sichern, keine Sorge vor Hacking oder Bedienfehler. Alles läuft über das vorhandene Wertpapierdepot.
Risiken: Gebühren, kein echter BTC-Besitz, Marktmanipulation
Der offensichtlichste Nachteil: Du besitzt keine echten Bitcoins. Der Grundsatz „Not your keys, not your coins" trifft hier voll zu. Im Krisenfall hast du lediglich einen vertraglichen Anspruch gegen den Fonds.
Außerdem fallen laufende Gebühren an, die sich über Jahre summieren. Selbst beim günstigsten ETF (0,15 % p.a.) sind das auf 10 Jahre gerechnet über 1,5 % der Investitionssumme. Wer Bitcoin direkt kauft und in einer Hardware-Wallet verwahrt, zahlt nur einmalige Handelsgebühren.
Kontrahentenrisiko und Verwahrungsfragen
Fast alle großen Bitcoin-ETFs setzen auf Coinbase Custody als Verwahrer. Diese Konzentration auf einen einzigen Dienstleister birgt ein Klumpenrisiko: Ein Sicherheitsvorfall bei Coinbase könnte Milliarden an Bitcoin gefährden.
Fidelity ist die einzige nennenswerte Ausnahme mit einer hauseigenen Verwahrlösung. Kritiker fordern seit Langem eine stärkere Diversifikation der Custodians.
Vorteile
- Reguliert und beaufsichtigt: SEC-Aufsicht mit Prospektpflicht und laufenden Transparenzanforderungen
- Einfacher Zugang: Kauf über jedes Standard-Depot, keine Krypto-Infrastruktur nötig
- Steuerlich unkompliziert: Broker erstellt automatisch Steuerdokumente – kein manuelles Tracking
- Hohe Liquidität: Enge Spreads und hohe Handelsvolumina, besonders bei IBIT und FBTC
- Institutionelle Legitimität: Anbieter wie BlackRock und Fidelity als Vertrauensanker
Risiken & Nachteile
- Kein echter Bitcoin-Besitz: Kein Zugriff auf Private Keys, keine On-Chain-Nutzung möglich
- Laufende Kosten: 0,15–1,50 % p.a. Verwaltungsgebühr reduzieren die Rendite über die Jahre
- Custodian-Klumpenrisiko: Nahezu alle ETFs nutzen Coinbase Custody als alleinigen Verwahrer
- Eingeschränkte Handelszeiten: Nur während US-Börsenzeiten – Bitcoin selbst handelt 24/7
- Steuerlicher Nachteil in Deutschland: Keine steuerfreie Haltefrist wie beim Direktkauf von BTC
Achtung: Ein Bitcoin ETF schützt nicht vor Kursverlusten. Rückgänge von 30–50 % innerhalb weniger Wochen sind bei Bitcoin historisch keine Seltenheit. Investiere nur Kapital, dessen vollständigen Verlust du finanziell verkraften kannst.
Bitcoin ETF kaufen – Anleitung für deutsche Anleger
Jetzt wird es praktisch: Wie kommst du als deutscher Anleger an Bitcoin-ETF-Exposure? Die kurze Antwort: Nicht direkt über die US-Produkte – aber es gibt regulierte Alternativen.
Können Deutsche einen US-Bitcoin-ETF kaufen?
Grundsätzlich nein. Die US-Spot-Bitcoin-ETFs (IBIT, FBTC, ARKB und Co.) sind in der EU nicht zum Vertrieb an Privatanleger zugelassen. Die europäische PRIIPs-Verordnung verlangt ein Basisinformationsblatt (KID) in der Landessprache – das fehlt bei US-Produkten.
Einige spezialisierte Broker wie Interactive Brokers ermöglichen den Zugang über den professionellen Anlegerstatus. Für den typischen Privatanleger mit Depot bei einer deutschen Direktbank bleibt dieser Weg aber versperrt.
Alternativen in Europa: Bitcoin ETPs und ETNs
Die gute Nachricht: An europäischen Börsen (Xetra, SIX, Euronext) werden regulierte Bitcoin-Produkte gehandelt, die funktional einem ETF sehr ähnlich sind. Rechtlich handelt es sich um besicherte Schuldverschreibungen – nicht um Sondervermögen.
| Produkt | ISIN | Gebühr p.a. | Physisch besichert | Handelbar auf |
|---|---|---|---|---|
| CoinShares Physical Bitcoin | GB00BLD4ZL17 | 0,35 % | Ja | Xetra |
| WisdomTree Physical Bitcoin | GB00BJYDH287 | 0,35 % | Ja | Xetra |
| 21Shares Bitcoin ETP | CH0454664001 | 1,49 % | Ja | Xetra, SIX |
| ETC Group Physical Bitcoin | DE000A27Z304 | 2,00 % | Ja | Xetra |
| VanEck Bitcoin ETN | DE000A28M8D0 | 1,00 % | Ja | Xetra |
Tipp: Achte darauf, dass das Produkt „physically backed" ist – also tatsächlich echte BTC als Sicherheit verwahrt. Die günstigsten physisch besicherten ETPs in Europa sind CoinShares und WisdomTree mit jeweils 0,35 % p.a.
Schritt-für-Schritt: Über welchen Broker investieren?
- Schritt 1: Depot prüfen oder eröffnen
Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der den Handel über Xetra anbietet. Gängige Optionen sind Scalable Capital, Trade Republic, ING oder comdirect. Prüfe vorab, ob dein Broker den gewünschten Bitcoin-ETP im Sortiment hat.
- Schritt 2: Bitcoin-ETP auswählen
Suche nach der ISIN des gewünschten Produkts – z. B. GB00BLD4ZL17 für den CoinShares Physical Bitcoin. Vergleiche Gebühren, tägliches Handelsvolumen und ob ein Sparplan verfügbar ist. Niedrigere Gebühren wirken sich über die Jahre erheblich auf die Rendite aus.
- Schritt 3: Kauforder aufgeben
Gib eine Limit-Order auf, um den maximalen Kaufpreis selbst zu bestimmen. Achte auf die Xetra-Handelszeiten (9:00–17:30 MEZ) – außerhalb dieser Zeiten sind die Spreads meist deutlich schlechter.
- Schritt 4: Position dokumentieren und überwachen
Der ETP bildet den Bitcoin-Kurs ab und erscheint in deinem Depot wie jedes andere Wertpapier. Für die Steuererklärung empfehlen wir ein Tracking-Tool wie CoinTracking (10 % Rabatt über CryptoTuts), das auch Wertpapiertransaktionen erfasst.
Steuerliche Behandlung in Deutschland
Bitcoin-ETPs werden steuerlich wie andere Kapitalerträge behandelt. Auf realisierte Gewinne fällt die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag an – insgesamt ca. 26,375 %.
Der entscheidende Unterschied zum Direktkauf: Beim direkten Kauf von Bitcoin über eine Kryptobörse sind Gewinne nach einer Haltefrist von einem Jahr in Deutschland komplett steuerfrei. Diese Regelung gilt für ETPs und ETNs nicht.
Achtung – Steuerlicher Nachteil: Wer Bitcoin direkt kauft (z. B. auf Bitvavo) und länger als 12 Monate hält, zahlt 0 % Steuern auf den Gewinn. Beim Bitcoin-ETP greift dagegen immer die Abgeltungsteuer von ~26,4 %. Bei größeren Summen kann dieser Unterschied schnell mehrere tausend Euro ausmachen. Mehr dazu in unserem Steuer-Guide.
Häufige Fehler beim Investieren in Bitcoin ETFs
Aus unserer redaktionellen Erfahrung und dem Feedback unserer Leser sehen wir immer wieder dieselben Fehler. Hier die vier häufigsten – und wie du sie vermeidest.
FOMO-Käufe nach Kursrallyes
Die ETF-Zulassung erzeugte eine massive Medienpräsenz. Viele Einsteiger kaufen genau dann, wenn die Schlagzeilen am lautesten sind – also nach einem starken Kursanstieg. In der ersten Woche nach der Zulassung fiel Bitcoin um über 15 %.
Besser: Richte einen monatlichen Sparplan ein (ab 25 € bei vielen Brokern möglich). Der Cost-Average-Effekt glättet Einstiegskurse über die Zeit.
Gebührenstruktur ignorieren
0,15 % vs. 1,50 % klingt nach wenig Unterschied. Auf eine Anlagesumme von 10.000 € und einen Zeitraum von zehn Jahren sind das aber über 1.300 € weniger Rendite beim teuren Produkt. Bei europäischen ETPs reicht die Spanne sogar von 0,35 % bis 2,00 %.
Besser: Vergleiche immer die Total Expense Ratio (TER) und wähle das günstigste Produkt mit ausreichendem Handelsvolumen an deiner Börse.
ETF mit direktem Bitcoin-Kauf verwechseln
Ein Bitcoin-ETF oder -ETP gibt dir kein echtes Bitcoin. Du kannst ETF-Anteile nicht an eine Wallet senden, nicht für Zahlungen nutzen und hast keinen Zugriff auf Private Keys.
Besser: Kläre vorher dein Ziel. Für reines Kurs-Exposure ist ein ETP praktisch. Wer Bitcoin als dezentrales Geld besitzen will, kauft direkt und verwahrt auf einer Hardware-Wallet wie der BitBox02.
Steuerliche Fallstricke unterschätzen
Wie oben erklärt: Die steuerfreie Haltefrist von einem Jahr gilt nur beim Direktkauf – nicht bei ETPs. Wer das übersieht, zahlt unter Umständen tausende Euro unnötig an Steuern.
Besser: Rechne vorab beide Varianten durch. Tools wie CoinTracking helfen dir, die steuerliche Belastung für ETP und Direktkauf zu vergleichen.
Tipp für Einsteiger: Du bist unsicher, ob ETP oder Direktkauf besser zu dir passt? Unser Krypto-Einsteiger-Guide erklärt beide Wege im Detail und hilft dir bei der Entscheidung.
Ausblick: Wie geht es mit Bitcoin ETFs weiter?
Der Bitcoin ETF war der Startschuss. Die Produktlandschaft entwickelt sich 2025 rasant weiter – sowohl in den USA als auch in Europa.
Ethereum ETFs und weitere Krypto-ETFs
Im Juli 2024 hat die SEC auch Spot-Ethereum-ETFs genehmigt. Die Zuflüsse waren bisher moderater als bei Bitcoin, aber das Signal ist eindeutig: Krypto-ETFs werden zur Normalität im traditionellen Finanzsystem.
Anträge für Solana-, XRP- und Litecoin-ETFs liegen der SEC bereits vor. Wann und ob sie genehmigt werden, bleibt offen – doch die Richtung ist klar.
Mögliche EU-Regulierung und UCITS-konforme Krypto-ETFs
In Europa schafft die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) seit 2024 schrittweise einen einheitlichen regulatorischen Rahmen. Es ist denkbar, dass die UCITS-Richtlinie in den kommenden Jahren angepasst wird, um auch Krypto-ETFs zu ermöglichen.
Anbieter wie WisdomTree und 21Shares positionieren sich bereits für diesen Fall. Ein europäischer Bitcoin-ETF mit echtem Sondervermögen-Status wäre für Anleger ein deutlicher Fortschritt gegenüber den heutigen ETPs.
Langfristige Kursprognosen mit ETF-Faktor
Der strukturelle Effekt der ETFs auf den Bitcoin-Markt ist enorm. Jeden Monat fließen hunderte Millionen bis Milliarden Dollar an neuem Kapital in die Produkte. Diese kontinuierliche Nachfrage trifft auf ein mathematisch begrenztes Angebot von maximal 21 Millionen BTC.
Ob das den Kurs dauerhaft weiter treibt, kann niemand seriös garantieren. Doch die Mechanik – steigende institutionelle Nachfrage bei sinkendem Neuangebot – existierte vor 2024 in dieser Form schlicht nicht.
Gut zu wissen: Aktuelle Entwicklungen zu Bitcoin ETFs, neue Zulassungen und Regulierungsänderungen findest du in unserer News-Rubrik.
Fazit: Lohnt sich ein Bitcoin ETF für dich?
Der Bitcoin ETF hat 2024 eine neue Ära eingeleitet. Zum ersten Mal können institutionelle und private Anleger weltweit über ein reguliertes, börsengehandeltes Produkt in Bitcoin investieren – ohne jede technische Hürde.
Die Zahlen sind beeindruckend: Über 120 Mrd. USD verwaltetes Vermögen, historisch schnelle Zuflüsse und ein messbarer Einfluss auf den Bitcoin-Kurs. Gleichzeitig solltest du die Einschränkungen kennen – laufende Gebühren, kein echter BTC-Besitz und in Deutschland der steuerliche Nachteil gegenüber dem Direktkauf.
Für wen eignet sich ein Bitcoin-ETP in Europa? Für Anleger, die Bitcoin-Exposure über ihr bestehendes Depot wollen, ohne sich mit Krypto-Infrastruktur auseinanderzusetzen. Wer langfristig investiert, echte Bitcoins halten möchte und die steuerfreie Haltefrist nutzen will, fährt mit dem Direktkauf besser.
Letztlich hängt die Entscheidung von deinem Wissensstand, deiner Risikobereitschaft und deinen steuerlichen Rahmenbedingungen ab. Beide Wege haben ihre Berechtigung – wichtig ist, dass du die Unterschiede kennst.
Bereit für den nächsten Schritt? In unserem Krypto-Börsen-Vergleich 2025 findest du die besten Handelsplattformen für deutsche Anleger. Wenn du Bitcoin direkt kaufen möchtest, ist Bitvavo unser Testsieger – mit 0 % Gebühren auf die erste Order.
Zum Börsen-Vergleich 2025Häufige Fragen zu Bitcoin ETFs
Gibt es einen echten Bitcoin ETF in Deutschland?
Nein, in Deutschland und der gesamten EU gibt es keinen echten Bitcoin ETF. Die UCITS-Richtlinie verbietet Fonds, die ausschließlich in einen einzelnen Vermögenswert investieren. Stattdessen sind physisch besicherte Bitcoin-ETPs und ETNs über die Xetra-Börse handelbar, die den BTC-Kurs funktional ähnlich abbilden.
Was ist der Unterschied zwischen einem Bitcoin ETF und einem Bitcoin ETP?
Ein ETF ist ein Sondervermögen – bei einer Insolvenz des Anbieters bleibt das Fondsvermögen geschützt. Ein ETP ist eine besicherte Schuldverschreibung, bei der ein Emittentenrisiko besteht. Funktional bilden beide Produkte den Bitcoin-Kurs ab, doch der rechtliche Schutz des Anlegers unterscheidet sich grundlegend.
Wie wirkt sich ein Bitcoin ETF auf den Bitcoin-Kurs aus?
ETF-Anbieter müssen für jeden Fondsanteil echte Bitcoins kaufen und verwahren. Das entzieht dem Markt Angebot. Seit der Zulassung im Januar 2024 haben die US-ETFs über 1 Million BTC akkumuliert, was zusammen mit dem Halving-Effekt messbar zum Kursanstieg von ca. 44.000 auf über 100.000 USD beigetragen hat.
Muss ich Steuern zahlen, wenn ich einen Bitcoin ETF verkaufe?
Ja. In Deutschland unterliegen Gewinne aus Bitcoin-ETPs der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (insgesamt ca. 26,4 %). Anders als beim direkten Kauf von Bitcoin gibt es bei Wertpapieren keine steuerfreie Haltefrist von einem Jahr. Dein Broker führt die Steuer in der Regel automatisch ab.
Ist ein Bitcoin ETF sicherer als Bitcoin direkt zu kaufen?
Ein ETF bietet regulatorische Aufsicht und professionelle Verwahrung, schützt aber nicht vor Kursverlusten. Das Risiko eines Hacks oder des Verlusts von Private Keys entfällt, dafür entsteht ein Kontrahentenrisiko beim Custodian. Beide Wege haben unterschiedliche Risikoprofile – keiner ist pauschal sicherer als der andere.
Welcher Bitcoin ETF hat die niedrigsten Gebühren?
In den USA ist der Grayscale Bitcoin Mini Trust (Ticker: BTC) mit 0,15 % p.a. der günstigste Spot-Bitcoin-ETF. In Europa bieten CoinShares Physical Bitcoin und WisdomTree Physical Bitcoin mit jeweils 0,35 % p.a. die niedrigsten Gebühren unter den physisch besicherten Bitcoin-ETPs.





