Michael Saylors Investmentfirma Strategy hat erneut Bitcoin gekauft – diesmal zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen erwarb 1.142 BTC für 90 Millionen USD zu einem Durchschnittspreis von 78.800 USD, während Bitcoin in derselben Woche kurzzeitig auf 60.000 USD gefallen war.
Das Wichtigste in Kürze:
- Strategy kaufte 1.142 BTC für 90 Mio. USD zum Durchschnittspreis von 78.800 USD
- Der Kauf erfolgte, während BTC in derselben Woche kurzzeitig auf 60.000 USD gefallen war
- Strategy zahlte damit rund 31 % über dem temporären Tiefpunkt
- Das Unternehmen hält nun insgesamt über 528.000 BTC im Wert von mehr als 40 Mrd. USD
Strategy kauft Bitcoin für 90 Millionen Dollar – zum falschen Zeitpunkt?
Strategy hat zwischen dem 3. und 9. Februar 2025 insgesamt 1.142 Bitcoin für 90 Millionen USD erworben. Der durchschnittliche Kaufpreis lag bei 78.800 USD pro BTC – eine bemerkenswerte Zahl, wenn man bedenkt, dass Bitcoin in derselben Woche kurzzeitig auf unter 60.000 USD gefallen war.
Das bedeutet: Strategy zahlte rund 31 % mehr als der temporäre Tiefpunkt. Bei einem Volumen von 90 Millionen USD hätten zum Preis von 60.000 USD theoretisch 1.500 BTC gekauft werden können – statt der tatsächlich erworbenen 1.142 BTC.
Die Zahlen im Detail
Laut der offiziellen Mitteilung des Unternehmens erfolgte der Kauf zwischen dem 3. und 9. Februar. In diesem Zeitraum schwankte der Bitcoin-Kurs erheblich: Am 3. Februar lag BTC noch bei rund 95.000 USD, fiel dann auf ein lokales Tief von ca. 60.000 USD und erholte sich anschließend wieder auf über 70.000 USD.
Strategy kaufte offenbar nicht gezielt während des Dips, sondern verteilte die Käufe über die gesamte Woche. Das Ergebnis ist ein Durchschnittspreis, der deutlich über dem günstigsten verfügbaren Einstiegspunkt liegt.
Achtung: Der Kauf zeigt ein zentrales Problem starrer Akkumulationsstrategien: Selbst institutionelle Investoren mit professionellen Teams können volatile Märkte nur schwer timen. Wer nicht flexibel auf Preisbewegungen reagiert, zahlt oft mehr als nötig.
Warum Strategy den Dip auf 60.000 USD verpasst hat
Strategy verfolgt seit Jahren eine strikte Dollar-Cost-Averaging-Strategie (DCA). Das Unternehmen kauft Bitcoin regelmäßig in festen Intervallen – unabhängig vom aktuellen Kurs. Diese Strategie soll emotionale Entscheidungen vermeiden und langfristige Akkumulation sicherstellen.
Doch genau diese Starrheit führt dazu, dass günstige Einstiegspunkte verpasst werden. Während der Kurs auf 60.000 USD fiel – ein Rückgang von über 35 % innerhalb weniger Tage – kaufte Strategy nicht massiv nach, sondern hielt an seinem vordefinierten Kaufplan fest.
DCA vs. opportunistisches Nachkaufen
Die Frage ist: Hätte Strategy seine Strategie anpassen sollen? Viele private Anleger nutzen DCA als Basis, erhöhen aber ihre Käufe bei starken Kursrückgängen. Strategy scheint diese Flexibilität nicht einzubauen – möglicherweise aus regulatorischen oder internen Compliance-Gründen.
Ein weiterer Faktor: Die schiere Größe der Käufe. 90 Millionen USD in Bitcoin umzusetzen, erfordert Zeit und Liquidität. Möglicherweise konnte Strategy nicht schnell genug reagieren, um den kurzen Dip auf 60.000 USD zu nutzen.
„Wir kaufen Bitcoin, weil wir an seine langfristige Rolle als digitaler Wertspeicher glauben. Kurzfristige Preisschwankungen sind für unsere Strategie irrelevant." – Michael Saylor, Executive Chairman von Strategy
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Jetzt bei Bitvavo startenWas bedeutet das für die Bitcoin-Strategie des Unternehmens?
Strategy hält nun insgesamt 528.185 Bitcoin – mehr als jedes andere börsennotierte Unternehmen weltweit. Bei einem aktuellen Kurs von rund 76.000 USD entspricht das einem Gegenwert von über 40 Milliarden USD.
Der durchschnittliche Einstandspreis des gesamten Portfolios liegt laut Unternehmensangaben bei etwa 67.458 USD pro BTC. Das bedeutet: Trotz des ungünstigen Timings beim jüngsten Kauf liegt Strategy insgesamt noch im Plus – allerdings deutlich weniger als bei einem optimierten Einstieg.
Auswirkungen auf die Bilanz
Da Strategy seine Bitcoin-Bestände nach US-Rechnungslegungsstandards bilanzieren muss, wirken sich Kursschwankungen direkt auf die Bilanz aus. Bei einem Kurs von 76.000 USD liegt der unrealisierte Gewinn bei rund 4,5 Milliarden USD – hätte Strategy zum Durchschnittspreis von 60.000 USD gekauft, wäre dieser Gewinn um mehrere hundert Millionen höher.
Für langfristige Investoren wie Saylor spielt das keine Rolle. Doch Aktionäre und Analysten beobachten diese Kennzahlen genau – besonders in volatilen Marktphasen.
Gut zu wissen: Strategy finanziert seine Bitcoin-Käufe hauptsächlich durch die Ausgabe von Wandelanleihen und Aktien. Das Unternehmen nimmt bewusst Schulden auf, um mehr Bitcoin zu kaufen – eine aggressive Strategie, die bei steigenden Kursen funktioniert, bei fallenden aber riskant wird.
Einordnung: Cost-Average vs. Market-Timing bei institutionellen Käufern
Der jüngste Kauf von Strategy wirft eine grundsätzliche Frage auf: Ist eine starre DCA-Strategie für institutionelle Investoren optimal – oder sollten sie flexibler auf Marktbewegungen reagieren?
Die Grenzen von Dollar-Cost-Averaging
DCA funktioniert für Privatanleger gut, weil es Disziplin erzwingt und emotionale Fehlentscheidungen verhindert. Doch bei institutionellen Käufern mit professionellen Teams und erheblichen Ressourcen stellt sich die Frage, ob eine vollständig passive Strategie sinnvoll ist.
Ein Hybrid-Ansatz könnte sinnvoller sein: Regelmäßige Basiskäufe kombiniert mit opportunistischem Nachkaufen bei starken Rücksetzern. Genau das praktizieren viele erfolgreiche Bitcoin-Investoren – Strategy scheint diesen Ansatz aber bewusst zu vermeiden.
Langfristige Überzeugung vs. kurzfristiges Timing
Saylors Argument ist klar: Wer an Bitcoins langfristiges Potenzial glaubt, sollte sich nicht um kurzfristige Schwankungen kümmern. In 10 oder 20 Jahren wird es keinen Unterschied machen, ob man bei 60.000 oder 78.800 USD gekauft hat – so die These.
Doch selbst bei dieser Überzeugung bleibt die Frage: Warum nicht die Chancen nutzen, die der Markt bietet? Ein Kauf bei 60.000 statt 78.800 USD hätte 31 % mehr Bitcoin ins Portfolio gebracht – ohne zusätzliches Kapital.
Vorteile der DCA-Strategie
- Emotionale Disziplin: Kein FOMO, kein Panikverkauf – die Strategie läuft automatisch
- Planbarkeit: Klare Budgets und Zeitpläne, einfache Kommunikation gegenüber Aktionären
- Langfristige Perspektive: Ignoriert kurzfristige Volatilität und fokussiert auf fundamentale Überzeugung
Nachteile bei starrer Umsetzung
- Verpasste Chancen: Günstige Einstiegspunkte werden nicht genutzt – wie der Dip auf 60.000 USD
- Höhere Durchschnittskosten: Langfristig teurer als eine flexible Strategie mit opportunistischen Käufen
- Ineffizienter Kapitaleinsatz: Mehr Geld nötig für dieselbe Menge Bitcoin
Worauf du jetzt achten solltest
Wenn du selbst in Bitcoin investierst, kannst du aus dem Strategy-Beispiel lernen. Hier sind die wichtigsten Punkte:
1. Flexibilität bewahren
Eine DCA-Strategie ist gut – aber behalte dir vor, bei außergewöhnlichen Rücksetzern (30 % oder mehr) zusätzlich nachzukaufen. Diese Chancen kommen selten, lohnen sich aber langfristig.
2. Einstiegspreis dokumentieren
Wenn du regelmäßig Bitcoin kaufst, verlierst du schnell den Überblick über deinen Durchschnittspreis. Tools wie CoinTracking (10 % Rabatt über CryptoTuts) helfen dir, alle Käufe zu tracken und steuerlich sauber zu dokumentieren.
3. Nicht nur auf institutionelle Investoren schauen
Strategy ist ein Vorbild für langfristige Überzeugung – aber kein perfektes Modell für Timing. Als Privatanleger hast du den Vorteil, schneller und flexibler zu reagieren. Nutze das.
4. Selbstverwahrung nicht vergessen
Strategy verwahrt seine Bitcoin bei professionellen Custodians. Du kannst deine BTC selbst verwahren – etwa auf einer BitBox02 Hardware-Wallet. Mehr dazu in unserem Wallet-Vergleich.
Tipp: Wenn du eine eigene DCA-Strategie aufsetzen willst, lies unseren Einsteiger-Guide. Dort erklären wir, wie du regelmäßig Bitcoin kaufst, ohne typische Anfängerfehler zu machen.
Häufige Fragen zu Strategys Bitcoin-Käufen
Warum kauft Strategy Bitcoin zu einem höheren Preis als nötig?
Strategy verfolgt eine strikte Dollar-Cost-Averaging-Strategie und kauft Bitcoin in regelmäßigen Intervallen – unabhängig vom aktuellen Kurs. Diese Strategie vermeidet emotionale Entscheidungen, führt aber dazu, dass günstige Einstiegspunkte wie der Dip auf 60.000 USD verpasst werden.
Wie viel Bitcoin hält Strategy insgesamt?
Nach dem jüngsten Kauf hält Strategy 528.185 Bitcoin. Bei einem aktuellen Kurs von rund 76.000 USD entspricht das einem Gegenwert von über 40 Milliarden USD. Der durchschnittliche Einstandspreis liegt bei etwa 67.458 USD pro BTC.
Ist die DCA-Strategie von Strategy für Privatanleger sinnvoll?
Grundsätzlich ja – regelmäßiges Kaufen unabhängig vom Kurs verhindert emotionale Fehlentscheidungen. Allerdings sollten Privatanleger flexibler sein und bei starken Rücksetzern (30 % oder mehr) opportunistisch nachkaufen, um den Durchschnittspreis zu verbessern.




