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News · Bitcoin

Liquid Network: rund 4.000 Bitcoin abgezogen, 3.400 kamen zurück

Ein Fehler in einem Zwischenspeicher machte ungedeckte L-BTC möglich. 3.400 von rund 4.000 Bitcoin kamen zurück, rund 600 nicht. Was das für dein Guthaben, für Peg-outs und für Auszahlungen an Börsen bedeutet.

Phil4 Min. Lesezeit

Dunkle Grafik mit cyanfarbenem Netzwerkmuster, rechts ein angelehnter Tresor mit cyanem Lichtsaum, links die Kennzeile LIQUID NETWORK • NEWS und die Schlagzeile Rund 4.000 Bitcoin abgezogen, oben die Datenmarke RUND 600 BTC OFFEN.
Grafik: CryptoTuts, Szene erstellt mit Grok Imagine

Rund 4.000 der etwa 4.200 Bitcoin, die als Reserve hinter dem Liquid Network stehen, wurden am Wochenende vor dem 10. September 2026 abgezogen. Diese gerundete Größenordnung nennen die Analyse von Chainalysis und der Vorfallseintrag auf der Blockstream-Statusseite übereinstimmend.

Zum damaligen Zeitpunkt (Stand: Wochenende vor dem 10. September 2026) entsprach das etwa 320 Millionen US-Dollar, eine reine Momentbewertung zum Abzugszeitpunkt. Für dich als Halter von L-BTC zählt vor allem, ob hinter deinen Token noch Bitcoin liegen, ob Peg-outs laufen und ob deine Börse auszahlt.

Was passiert ist und wie viel zurückkam

Möglich wurde der Zugriff nach Darstellung von Chainalysis durch einen Fehler in der Kennzeichnung zwischengespeicherter Prüfergebnisse: Neue Daten konnten für bereits geprüfte gehalten werden, und so ließen sich L-BTC erzeugen, hinter denen keine Bitcoin lagen.

Dunkle Zahlenkarte im Magazin-Stil mit fünf Kennzahlen zum Liquid-Network-Exploit: 4.000 BTC abgezogen, Peg-Operationen seit 10. September 2026 10:00 UTC ausgesetzt, 3.400 BTC zurückgeflossen, 600 BTC verblieben, Zeitwert 320 Millionen US-Dollar.
Dunkle Zahlenkarte mit den Kennzahlen zum Liquid-Network-Exploit: 4.000 BTC abgezogen, Peg-Operationen seit 10. September 2026, 10:00 UTC ausgesetzt, 3.400 BTC zurückgeflossen, 600 BTC verblieben, Zeitwert 320 Millionen US-Dollar, Stand 14. September 2026.

Abgeflossen sind die Bitcoin über den Peg-out Authorization Key von SideSwap, teilt Blockstream mit; kompromittiert worden sei weder dieser noch ein anderer Schlüssel.

Danach meldeten sich die Akteure laut Chainalysis bei Blockstream, nannten sich selbst „whitehats“ und stellten die Rückgabe von „most“, also des größten Teils der Mittel, in Aussicht, sobald der Fehler behoben sei. Eine vollständige Rückgabe war damit nie zugesagt.

Zurück kamen 3.400 BTC in einer einzigen Transaktion, rund 85 Prozent der abgezogenen Menge. Die Rechnung geht auf: 3.400 plus 600 ergibt 4.000. Auf die Gesamtreserve von etwa 4.200 BTC bezogen wären es rund 81 Prozent.

Rund 600 BTC im Gegenwert von etwa 47 Millionen US-Dollar blieben mit Stand Dienstag bei den Akteuren. Warum dieser Rest nicht zurückkam, lässt Chainalysis offen.

Als Finderlohn bestätigt ist er nicht: Eine solche Absprache hat öffentlich keine Seite bestätigt, die Deutung als faktische Prämie stammt von Beobachtern. Die Selbstbezeichnung als Whitehats belegt für sich weder Absicht noch Vereinbarung.

Liquid Network erklärte am Dienstag, die Gespräche über die Rückgabe der verbliebenen Mittel dauerten an.

Was das für dein Guthaben und deine Auszahlungen heißt

Blockstream schrieb in der Erstmeldung, Liquid-Wallets seien beeinträchtigt und die Mitglieder der Föderation arbeiteten an der Wiederherstellung des normalen Netzbetriebs. Worin die Beeinträchtigung besteht, beschreibt die Meldung nicht.

Die Handelsplätze seien informiert worden und hätten Ein- und Auszahlungen von L-BTC pausiert oder würden das noch tun, hieß es in derselben Meldung. Wo deine Bestände liegen, entscheidet also mit; den Unterschied zwischen eigener Verwahrung und Verwahrung durch Dritte erklärt der Leitfaden zu XRP-Wallets.

Andere Liquid-Assets wie USDT, DePix und tokenisierte Realwerte sind nach Angaben von Blockstream nicht betroffen.

Die Peg-Operationen einschließlich der PAK-autorisierten Peg-outs blieben ausgesetzt, während die Wiederherstellung der Reserve aus BTC und L-BTC lief. Das ist der Stand vom 10. September 2026, 10:00 UTC.

Woran du erkennst, ob Liquid wieder normal läuft

Den Fehler hatte Blockstream mit Stand Mittwoch behoben, aktualisierte Software ausgeliefert und den Neustart des Netzes vorbereitet, schreibt Chainalysis.

Für den 10. September 2026, 10:00 UTC meldete Blockstream selbst, die Blockproduktion laufe wieder, vorsorglich ohne Transaktionen und unter Beobachtung des Netzes. Ein normal nutzbares Netz ist das noch nicht.

Die Release-Notes zu elements-23.3.4 führen aus Pull Request 1600 den Eintrag sigcache: harden range proof cache keys and add -norangeproofcache option auf, also gehärtete Schlüssel für den Range-Proof-Zwischenspeicher und eine Option, ihn abzuschalten. Einen Bezug zum Vorfall stellen die Notes nicht her.

Die Deckung selbst kannst du nachrechnen. Der Reserve-Endpunkt von liquid.network weist am 14. September 2026 den Wert 362.986.351.803 aus, zuletzt aktualisiert bei Bitcoin-Block 966.926; in Satoshi gerechnet sind das 3.629,86351803 BTC, wobei die Antwort selbst keine Einheit angibt.

Der Peg-Endpunkt derselben Quelle weist zum selben Abruf 423.239.358.347 aus, bei Liquid-Block 4056623, unter derselben Annahme also 4.232,39358347 L-BTC im Umlauf.

423.239.358.347 minus 362.986.351.803 ergibt 60.253.006.544, also 602,53006544 BTC: Die ausgewiesene Reserve lag zum Abrufzeitpunkt unter der ausgewiesenen Umlaufmenge. Das ist eine eigene Rechnung aus zwei Momentwerten mit verschiedenen Blockständen, kein bestätigter Fehlbetrag und nicht dasselbe wie die rund 600 nicht zurückgegebenen BTC. Ausgewiesener und frei übertragbarer Bestand sind zwei verschiedene Größen, wie die Analyse zum XRP Ledger im zweiten Quartal 2026 zeigt.

Vorsicht bei Phishing

Blockstream warnte am 9. September 2026, der Vorfall erfordere von dir keine Aktion: kein Verschieben von Guthaben, keine Eingabe einer Wiederherstellungsphrase, keine Installation zugesandter Software. Wer per Mail oder Direktnachricht dazu aufgefordert wird, reagiert nicht; wie ein Backup richtig liegt, steht im Leitfaden zum Seed-Phrase-Backup und in der Phishing-Warnung von Blockstream.

Offen bleibt, ob Peg-outs und die Auszahlungen an den Handelsplätzen inzwischen wieder laufen; der jüngste belegte Stand dazu ist der 10. September 2026, 10:00 UTC. Neue Stände meldet Blockstream im Vorfallseintrag auf seiner Statusseite.

* Werbehinweis: Dieser Artikel enthält eine gekennzeichnete Partnerempfehlung (Werbung). Die Auswahl folgt dem Partnerregister und ändert nichts an der Berichterstattung zum Sicherheitsvorfall. Mehr erfahren

Quellen

  1. Chainalysis: 320M exploit auf dem Liquid Network · Chainalysis
  2. Blockstream Status: Liquid Security Incident · Blockstream
  3. Blockstream Blog: Phishing Alert zu unaufgeforderten Liquid- oder Blockstream-Nachrichten · Blockstream
  4. ElementsProject/elements: Release elements-23.3.4 · Elements Project (GitHub)
  5. liquid.network API: BTC-Reserve der Liquid Federation · liquid.network (mempool.space)
  6. liquid.network API: ausstehende L-BTC im Umlauf · liquid.network (mempool.space)
  7. liquid.network API: monatliche Zeitreihe der Federation-Reserve · liquid.network (mempool.space)

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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