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Qubic Wallet: Die Signatur reicht nicht für deinen Anspruch

Bei schwachen Seeds kann der Angreifer dieselbe Signatur erzeugen. Was die Reclaim-Seite stattdessen als Eigentumsnachweis nennt, vom Börsen-Auszahlungsbeleg bis zur OTC-Bestätigung.

Phil5 Min. LesezeitAktualisiert 21.10.2026

Silberne Münze auf einem ausgedruckten Börsen-Auszahlungsbeleg vor einem geöffneten Tresor, im Hintergrund ein dunkles Netz aus feinen cyanfarbenen Linien. Die Szene steht für den Eigentumsnachweis beim Anspruch auf Rückgabe.
Illustration: CryptoTuts, KI-generiert mit OpenAI GPT Image

Qubic meldete am 20. Oktober 2026 ohne Abstimmungsergebnis und ohne Auszahlungstermin, die Validatoren des Netzes hätten die Rückgabe der Mittel aus betroffenen Wallets gebilligt. Laut Reclaim-Seite kommen an MEXC abgeflossene Mittel getrennt und langsamer über die Börse zurück; das hängt von der Zusammenarbeit mit Strafverfolgern ab. Steht deine Adresse auf der veröffentlichten Liste, kannst du bis zum 1. Mai 2027 auf weak-seed-reclaim.qubic.org einen Anspruch stellen. Nach geprüftem Anspruch sollen die Mittel an eine neue Adresse mit frischem Seed gehen, also einer neuen geheimen Wortfolge, aus der die Wallet ihre Schlüssel ableitet.

Die Billigung öffnet ein Verfahren, den Ausschlag für dein Geld gibt der Eigentumsnachweis. Wie der Angreifer Wallets mit schwachen Seeds leerte, beschreibt unser Bericht vom 19. Oktober 2026 zum Wallet-Drain bei Qubic.

Bis 1. Mai 2027 stellst du deinen Anspruch auf weak-seed-reclaim.qubic.org

Die Meldung kam über den X-Account @_Qubic_. Das Computor-Quorum ist die Mehrheit der Validatoren, bei Qubic Computors genannt, die im Netz über Änderungen entscheiden.

Zahlenkarte mit vier Angaben: Frist für Ansprüche bis 1. Mai 2027, 7 Tage Listung genehmigter Ansprüche vor der Auszahlung, 87,1 Prozent der abgezogenen QU laut Qubic im Netzwerk geblieben, 2.797 gesperrte Identitäten laut Cryptowatchdesk.
Frist und Listungsdauer nennt die Reclaim-Seite von Qubic, die Anteile und die Zahl gesperrter Identitäten gibt Cryptowatchdesk wieder (Stand: 21. Oktober 2026).

Auf der Reclaim-Seite von Qubic registrierst du einen Anspruch für deine betroffene Identität, so heißt bei Qubic eine Adresse. Ziel ist, dass die Mittel danach an eine neue, sichere Identität gehen. Die Frist läuft bis zum 1. Mai 2027 (Stand der Seite: 21. Oktober 2026).

Screenshot der Mitteilung von Qubic Fund Reclaim mit gelb markierter Passage: „If one of your Qubic identities was affected by the weak-seed incident, this is where you register a claim to have its funds returned to a new, secure identity.“
Screenshot: Qubic Fund Reclaim, Mitteilung. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle

Die Seite sammelt Ansprüche über die ganze Frist, ein späterer berechtigter Anspruch hat denselben Rang wie ein früher. Sie beschreibt sich als Sammel- und Prüfstelle. Rückgaben beschließt und vollzieht laut der Seite das Computor-Quorum.

Die Signatur reicht nicht: Über dein Geld entscheidet der Eigentumsnachweis

Für einen Antrag verlangt die Reclaim-Seite vier Dinge:

  1. deine betroffene Identität auf der veröffentlichten Liste,
  2. eine neue Zielidentität aus Wallet 4.26.4 oder neuer, angelegt auf einem nicht betroffenen Gerät oder Browser,
  3. eine signierte Nachricht der betroffenen Identität,
  4. einen Eigentumsnachweis.

Den Ausschlag gibt der vierte Punkt. Bei schwachen Seeds kann der Angreifer dieselbe Signatur erzeugen wie du. Die Signatur verknüpft deshalb nur deinen Antrag mit der Zielidentität. Über das Eigentum entscheiden Nachweise, die der Angreifer nicht haben kann; Core-Devs prüfen sie.

Der stärkste Nachweis ist der Auszahlungsbeleg einer Börse an deine Adresse, denn die Kundenprüfung der Börse verbindet die Adresse mit dir. Weitere Belege sind eine OTC-Bestätigung, eine Finanzierungsspur von vor dem Vorfall oder eine signierte Nachricht einer nicht betroffenen Adresse, die deine finanziert hat. Meist reicht ein starker Nachweis, mehrere sich stützende schwächere können genügen. Eine persönliche oder eidesstattliche Erklärung zählt nur unterstützend.

Danach läuft dein Fall in einer von zwei Spuren. Einzelne, gut belegte und unbestrittene Ansprüche gehen in die schnelle Spur. Bestrittene, schwächer belegte oder größere Ansprüche prüfen Core-Devs in der erweiterten Spur. Stärkere Nachweise führen zu schnellerer Klärung.

Eine freiwillige Prüfung deiner Identität beim Dienst Didit, mit Ausweisdokument und Selfie, soll die Freigabe beschleunigen. Nach Angaben des Betreibers erhält Qubic nur das Ergebnis, die Dokumente bleiben bei Didit.

Wo deine Mittel liegen, bestimmt den Rückweg

Laut Reclaim-Seite kommen geleerte Mittel, die noch auf Qubic liegen, aus dem Recovery-Escrow zurück, einem Sperrkonto für die Zeit bis zur Klärung. Was an die Börse MEXC abgeflossen ist, kommt getrennt und langsamer über die Börse zurück. Das hängt von der Zusammenarbeit mit Strafverfolgern ab.

Laut Cryptowatchdesk gab Qubic am 18. Oktober 2026 an, 87,1 Prozent der rund 2,94 Billionen abgezogenen QU hätten das Netzwerk nie verlassen. Die übrigen 12,9 Prozent habe MEXC eingefroren; CoinLab nennt dieselben Anteile und rund 379 Milliarden QU bei der Börse.

Laut Qubic gesperrt sind auch schwache Wallets, die nie geleert wurden. Ihre Mittel werden nach geprüftem Anspruch freigegeben, der Weg führt also ebenfalls über die Reclaim-Seite. Cryptowatchdesk zählt unter Verweis auf die Node-Software (Release v1.308.2) 2.797 gesperrte Weak-Seed-Identitäten, deren QU und Asset-Shares auf eine Escrow-Identität verschoben wurden.

Ältere Web-Wallet: neue Wallet ab 4.26.4 und keine QU mehr an alte Adressen

Das betrifft dich auch ohne Schaden. Qubic riet laut Cointelegraph am 20. Oktober 2026, jede vor Version 4.26.4 mit der Web-Wallet erstellte Wallet als unsicher zu behandeln, auch wenn nie etwas abgeflossen ist. Du legst in 4.26.4 oder neuer eine neue Wallet an und ziehst deine Mittel um. Cryptowatchdesk berichtet sinngemäß dasselbe.

Version 4.26.4 erschien am 18. Oktober 2026 auf GitHub, ihr Changelog nennt die Umstellung auf kryptographisch sichere Seed-Erzeugung.

Den neuen Seed sicherst du, wie es unsere Anleitung zum Backup der Seed-Phrase beschreibt. An die alte Adresse schickst du keine QU mehr: Laut Cryptowatchdesk verwirft das Netz Transaktionen gesperrter Identitäten, Überweisungen dorthin sind deshalb riskant.

Dein Seed bleibt bei dir

Laut Reclaim-Seite signiert deine Wallet für den Antrag nur einen vorgegebenen Text, den Seed gibst du nirgends ein. Zurückgeholte Mittel gehen ausschließlich an deine neue Zielidentität, den alten Seed verwendest du nie wieder.

Was du jetzt prüfst und was noch offen ist

Drei Schritte bringen dich jetzt weiter:

  • Such deine Adresse auf der veröffentlichten Liste der Reclaim-Seite.
  • Prüf, ob deine Wallet mit Version 4.26.4 oder neuer erstellt wurde.
  • Sammle Nachweise, am besten den Auszahlungsbeleg deiner Börse.

Vor jeder Auszahlung listet die Reclaim-Seite genehmigte Ansprüche 7 Tage lang mit Adresse und Betrag, ungeklärte konkurrierende Ansprüche bleiben im Escrow eingefroren. Qubic gab am 20. Oktober 2026 auf X an, erste Mittel seien schon an verifizierte Eigentümer zurückgeflossen, ohne Umfang oder Ablauf zu nennen. Den Fortschritt erkennst du an der ersten Liste genehmigter Ansprüche auf der Reclaim-Seite.

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Quellen

  1. Qubic Fund Reclaim: Reclaim your funds · Qubic
  2. X-Post @_Qubic_ vom 20. Oktober 2026 · Qubic
  3. Qubic Wallet Release v4.26.4 · Qubic (GitHub)
  4. Qubic Wallet CHANGELOG.md · Qubic (GitHub)
  5. Cointelegraph: Qubic restarts blockchain, opens recovery claims after $1.4M hack · Cointelegraph
  6. Cryptowatchdesk: Qubic restarts, moves weak-seed wallets' QU to escrow · Cryptowatchdesk
  7. CoinLab: Qubic hack explained · CoinLab

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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