Das Weiße Haus hat zum zweiten Mal Vertreter der Krypto-Branche und des Bankensektors zusammengebracht, um über das geplante Krypto-Marktstruktur-Gesetz zu verhandeln. Eine Einigung steht weiterhin aus – der Streit um die Stablecoin-Regulierung blockiert den gesamten Gesetzentwurf.
Das Wichtigste in Kürze:
- Zweites Treffen zwischen Krypto-Branche und Banken im Weißen Haus ohne Einigung beendet
- Stablecoin-Regelungen bleiben der zentrale Streitpunkt – über 200 Mrd. USD Marktkapitalisierung stehen auf dem Spiel
- Beide Seiten bezeichnen die Gespräche als „produktiv", weitere Verhandlungsrunden sind geplant
- Kernkonflikt: Banken fordern ein Exklusivrecht auf Stablecoin-Emission, Krypto-Firmen wie Circle und Tether wehren sich
Weißes Haus vermittelt erneut zwischen Banken und Krypto-Branche
Die Gespräche waren produktiv, doch bei den Stablecoin-Bestimmungen des Marktstruktur-Gesetzes bestehen weiterhin erhebliche Differenzen. – Teilnehmer gegenüber Cointelegraph
Das Treffen brachte die American Bankers Association und andere Vertreter des traditionellen Finanzsektors mit Lobbyisten der Krypto-Branche an einen Tisch. Moderiert wurde die Runde vom Weißen Haus selbst – ein Vorgehen, das unter der Biden-Administration undenkbar gewesen wäre.
Vom Gegner zum Gesprächspartner
Unter Präsident Biden hatte die SEC unter Gary Gensler den Kurs vorgegeben: Regulierung durch Durchsetzung, kaum Dialog. Über 100 Enforcement-Actions gegen Krypto-Unternehmen in 4 Jahren sprachen eine deutliche Sprache.
Jetzt sitzt die Krypto-Branche nicht mehr vor Gericht, sondern am Verhandlungstisch. Das ist ein fundamentaler Kurswechsel, auch wenn er bisher keine konkreten Ergebnisse geliefert hat.
Was auf dem Tisch liegt
Das geplante Marktstruktur-Gesetz soll erstmals einen umfassenden regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen in den USA schaffen. Es definiert die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC, legt Regeln für Kryptobörsen fest und bestimmt, wie Stablecoins reguliert werden.
Beim ersten Treffen im Januar 2025 wurden Positionspapiere ausgetauscht. Beim zweiten Treffen sollten Kompromisse erarbeitet werden. Das ist nicht gelungen.
Gut zu wissen: Das Marktstruktur-Gesetz würde nicht nur Stablecoins regeln, sondern auch klären, welche Token als Wertpapiere (SEC-Zuständigkeit) und welche als Commodities (CFTC-Zuständigkeit) gelten. Für Anleger würde das bedeuten: Mehr Rechtssicherheit, klarere Regeln, weniger Überraschungen.
Stablecoins als Knackpunkt: Wer darf digitale Dollar ausgeben?
Der Kern des Konflikts ist eine Machtfrage mit Milliarden-Dimensionen. Stablecoins wie USDT und USDC haben zusammen eine Marktkapitalisierung von über 200 Mrd. USD. Über 70 % aller Transaktionen auf Kryptobörsen laufen über diese Token.
Die Position der Banken
Die Bankenlobby argumentiert, dass Stablecoins funktional Bankeinlagen entsprechen. Wer Dollar-gedeckte Token ausgibt, betreibe de facto Bankgeschäft und brauche eine Banklizenz, Einlagensicherung und entsprechende Kapitalreserven.
Der eigentliche Antrieb ist offensichtlicher: Wenn Verbraucher ihre Dollar in USDC statt auf einem Sparkonto parken, verlieren Banken Einlagen – und damit die Basis für ihr Kreditgeschäft. Allein in den USA sind über 17 Billionen USD an Bankeinlagen gebunden.
Die Position der Krypto-Branche
Circle (USDC-Emittent) und Tether (USDT) halten dagegen, dass sie bereits strenge Transparenzstandards erfüllen. Circle veröffentlicht monatlich geprüfte Reserveberichte, Tether hält über 100 Mrd. USD in US-Staatsanleihen.
Ein Bankenmonopol auf Stablecoins würde laut Branchenvertretern Innovation ausbremsen und die USA im globalen Wettbewerb zurückwerfen. Die EU hat mit MiCA bereits einen Rahmen geschaffen, der auch Nicht-Banken die Stablecoin-Emission erlaubt.
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Zum Börsen-VergleichWas das Marktstruktur-Gesetz für Anleger in Europa bedeutet
Was in Washington verhandelt wird, hat direkte Auswirkungen auf europäische Krypto-Anleger. Die USA sind der größte Finanzmarkt der Welt – regulatorische Entscheidungen dort setzen globale Standards.
Regulatorische Klarheit treibt institutionelles Kapital
Institutionelle Investoren wie Pensionsfonds und Vermögensverwalter warten auf klare Regeln, bevor sie größere Positionen in Kryptowährungen aufbauen. Ein verabschiedetes US-Gesetz könnte 2025 den nächsten Schub an institutionellem Kapital auslösen.
Wer wissen will, wie man Bitcoin sicher kauft, profitiert von dieser Entwicklung: Mehr institutionelle Teilnehmer bedeuten tiefere Liquidität und engere Spreads an regulierten Börsen. Auch börsennotierte Krypto-Unternehmen wie Galaxy Digital sind direkt von der US-Regulierungslage betroffen.
Europa ist weiter – aber nicht unabhängig
Mit MiCA hat die EU seit 2024 ein eigenes Krypto-Regelwerk. Für deutsche Anleger bedeutet das Planungssicherheit beim Handel über EU-regulierte Plattformen wie Bitvavo (registriert bei der niederländischen Zentralbank).
Trotzdem: Wenn die USA Stablecoins restriktiv regulieren, betrifft das auch europäische Nutzer. USDT und USDC sind globale Handelsinstrumente. Einschränkungen in den USA hätten Auswirkungen auf Liquidität und Verfügbarkeit weltweit.
Achtung: Solange das US-Marktstruktur-Gesetz nicht verabschiedet ist, bleibt die regulatorische Unsicherheit bestehen. Das gilt besonders für Stablecoins, DeFi-Protokolle und die Token-Klassifizierung. Plötzliche regulatorische Entscheidungen können den Markt kurzfristig stark bewegen – Einsteiger sollten nur investieren, was sie bereit sind zu verlieren.
Einordnung: Echte Annäherung oder politisches Theater?
Das Wort „produktiv" ist in diplomatischem Sprachgebrauch die niedrigste Stufe positiver Bewertung. Es bedeutet: Man hat geredet, sich nicht angeschrien, aber auch nichts beschlossen.
Der Stablecoin-Konflikt ist nicht trivial lösbar. Banken werden nicht freiwillig auf ein 200-Mrd.-USD-Geschäft verzichten. Krypto-Firmen werden nicht akzeptieren, regulatorisch aus dem Markt gedrängt zu werden. Die wahrscheinlichste Lösung ist ein Zwei-Stufen-Modell: Banken und lizenzierte Nicht-Bank-Emittenten mit unterschiedlichen Anforderungen.
Realistisch dauert der legislative Prozess nach einer Einigung weitere 6–18 Monate. Ein fertiges Gesetz vor Ende 2025 wäre ambitioniert. Vor 2026 ist ein vollständig implementierter Regulierungsrahmen kaum zu erwarten.
Worauf du jetzt achten solltest
1. Nächste Verhandlungsrunde verfolgen
Das Weiße Haus hat kein Datum für das dritte Treffen genannt. Branchenbeobachter rechnen mit März oder April 2025. Ein konkreter Gesetzentwurf könnte frühestens im Q3 2025 vorliegen.
2. Stablecoin-Positionen prüfen
Wer größere Beträge in USDT oder USDC hält, sollte die Verhandlungen beobachten. Ein restriktives US-Gesetz könnte die Nutzung bestimmter Stablecoins einschränken und globale Liquidität beeinflussen.
3. Auf EU-regulierte Plattformen setzen
Unabhängig vom Ausgang der US-Verhandlungen bieten MiCA-regulierte Börsen in Europa bereits Rechtssicherheit. Das reduziert das Risiko regulatorischer Überraschungen für deutsche Anleger.
4. Keine voreiligen Reaktionen auf Headlines
Kurzfristige Marktbewegungen nach Regulierungs-Headlines sind selten nachhaltig. Zwischen „produktiven Gesprächen" und einem fertigen Gesetz liegen Monate, wenn nicht Jahre.
Häufige Fragen zum US-Krypto-Marktstruktur-Gesetz
Worum geht es beim Krypto-Marktstruktur-Gesetz?
Das geplante Gesetz soll erstmals einen umfassenden regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen in den USA schaffen. Es regelt die Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC, definiert Anforderungen für Kryptobörsen und legt fest, wie Stablecoins emittiert und beaufsichtigt werden dürfen.
Warum blockiert der Stablecoin-Streit das Gesetz?
Banken fordern das Exklusivrecht, Dollar-gedeckte Stablecoins auszugeben, da diese ihr Einlagengeschäft bedrohen. Krypto-Firmen wie Circle und Tether, die zusammen über 200 Mrd. USD an Stablecoins verwalten, lehnen das ab. Solange dieser Grundsatzkonflikt nicht gelöst ist, kann das Gesamtpaket nicht verabschiedet werden.
Was bedeutet das für deutsche Krypto-Anleger?
Direkt ändert sich für deutsche Anleger kurzfristig nichts, da Europa mit MiCA bereits ein eigenes Regelwerk hat. Indirekt beeinflusst die US-Regulierung jedoch den globalen Markt: Klarere Regeln ziehen institutionelles Kapital an, was zu mehr Liquidität und stabileren Kursen führt. Restriktive Stablecoin-Regeln könnten die Verfügbarkeit von USDT und USDC auch in Europa beeinflussen.





