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News · Bitcoin

Verwahrt die Deutsche Bank bald auch Bitcoin für Privatkunden?

Zum Start sollen nur Kunden der Unternehmensbank und der Investmentbank in Europa teilnehmen dürfen, zu Privatkunden verliert die Mitteilung kein Wort, weder zusagend noch ausschließend.

Phil4 Min. Lesezeit

Dunkles Titelbild mit einer silbernen Münze mit dem Zeichen von Bitcoin vor cyanfarbenem Netz; Text im Bild: DEUTSCHE BANK • NEWS, Verwahrt die Deutsche Bank bald auch Bitcoin?
Grafik: CryptoTuts, Szene erstellt mit Grok Imagine

Die Deutsche Bank will Bitcoin und Ether künftig für ihre Firmen- und Großkunden verwahren. Das kündigte sie am 16. September 2026 in einer Medieninformation an: Go-live mit ersten Kunden noch in diesem Jahr, ausdrücklich vorbehaltlich des Abschlusses des regulatorischen Verfahrens. Nutzbar ist der Dienst damit noch nicht, und die Jahresangabe bleibt ein Ziel, kein Termin.

Bekommen soll den Dienst zunächst die Kundschaft der Unternehmensbank und der Investmentbank in Europa: Unternehmen, Vermögensverwalter, Hedgefonds, Verwahrstellen, Broker und staatliche Institutionen. Eine deutsche Großbank baut damit Verwahrschienen für Kryptowerte, und die erste Ausbaustufe geht an Großkunden.

Privatkunden kommen in der Mitteilung nicht vor, weder als Zusage noch als Ausschluss. Ausgewiesen ist allein ein anfänglicher Fokus auf Unternehmen und institutionelle Kunden in Europa.

Wen die Bank aufnimmt und was sie verwahren will

Auch innerhalb dieser Zielgruppe entscheidet die Bank selbst, wen sie aufnimmt: nach ihren Kriterien, ihren Due-Diligence-Anforderungen und ihrer Risikobereitschaft. Welche Maßstäbe sie dabei anlegt, behält sie für sich.

Zum Start sollen Bitcoin und Ether dabei sein, dazu drei namentlich genannte Stablecoins beziehungsweise E-Geld-Token: USDC, EURC und EURAU. Die Liste ist offen formuliert und kann noch wachsen.

Einer dieser drei Token führt zurück in Richtung Bank: EURAU stammt von AllUnity, einem Gemeinschaftsunternehmen von DWS, Flow Traders und Galaxy.

Die Verbindung läuft über DWS. Der Vermögensverwalter steht nach Darstellung von Unchained mehrheitlich im Besitz der Deutschen Bank, womit einer der Token auf der Startliste aus einem mit der Bank verbundenen Gemeinschaftsunternehmen käme. Eine Beteiligungsquote nennt der Bericht nicht; benannt ist damit eine Nähe, kein belegter Interessenkonflikt.

Die Bank hält die Schlüssel, die Einlagensicherung greift nicht

In der geplanten Lösung verwaltet die Deutsche Bank die Wallets und die privaten Schlüssel ihrer Kunden. Diese sollen ihre Werte verwahren und an Dritte übertragen können, ohne selbst eine Verwahrinfrastruktur zu betreiben.

Wie sie das absichern will, beschreibt die Bank selbst: sichere Schlüsselerzeugung mit hardwarebasiertem Schutz, Funktionstrennung, Mehrpersonen-Freigaben, getrennte Warm- und Cold-Storage-Umgebungen sowie kontrollierte Backup- und Wiederherstellungsvorkehrungen. Das ist ihre Beschreibung des geplanten Dienstes, kein geprüftes Ergebnis.

Einen Punkt stellt die Bank selbst klar: Kryptowerte sind nicht durch ein Einlagensicherungssystem geschützt, das mit dem Schutz sicherungsfähiger Bankeinlagen vergleichbar wäre. Coins bei einer Bank sind also etwas anderes als Geld bei einer Bank. Wer die Verwahrmodelle für sich abwägen will, findet sie im Wallet-Vergleich.

Risikohinweise der Bank

Als wesentliche Risiken digitaler Vermögenswerte nennt die Mitteilung Preisvolatilität, Betrug, Cybervorfälle und Ausfälle von Marktteilnehmern. Die Aufzählung ist offen formuliert.

Was bis zum Start noch fehlt

Der Zeitplan hängt an einer Erlaubnis: Die geplante Verwahrlösung steht weiterhin unter dem Vorbehalt des Abschlusses des anwendbaren regulatorischen Verfahrens. Welche Erlaubnis das ist und wann sie vorliegt, steht in der Mitteilung nicht.

Konkreter wurde ein Sprecher der Bank: Heinrich Frömsdorf sagte Cointelegraph, die Bank erwarte die Lizenz für das Verwahrangebot im Oktober, unter dem EU-Rahmen MiCA. Gedeckt ist damit die Äußerung des Sprechers gegenüber dieser einen Redaktion; eine erwartete Lizenz ist etwas anderes als eine erteilte.

Andere deutsche Institute sind diesen Weg schon gegangen. Nach Cointelegraph bietet die Landesbank Baden-Württemberg seit April 2024 institutionelle Verwahrung über eine Partnerschaft mit Bitpanda an, und die DZ Bank erhielt im Dezember 2025 eine Zulassung der BaFin unter MiCA für ihre Plattform meinKrypto.

Der Rahmen dafür ist umrissen: Das qualifizierte Kryptoverwahrgeschäft ist in Deutschland grundsätzlich erlaubnispflichtig, Grundlage ist § 32 Absatz 1 in Verbindung mit § 1 Absatz 1a Satz 2 Nummer 6 KWG, nachzulesen auf der BaFin-Seite zum qualifizierten Kryptoverwahrgeschäft.

Für ein europaweites Angebot zählt ein zweiter Punkt: Die KWG-Erlaubnis trägt das Inlandsgeschäft, den Europäischen Pass gibt es nur mit einer Zulassung als Kryptowerte-Dienstleister nach MiCAR, und zugelassene Anbieter dürfen ihre Dienstleistung nach vorheriger Anzeige EU-weit erbringen (BaFin zu Kryptowerte-Dienstleistungen).

So prüfst du den Stand

Eine erteilte MiCAR-Zulassung veröffentlicht die BaFin im Bundesanzeiger, in der BaFin-Unternehmensdatenbank und im MiCAR-Interimsregister der ESMA. Dort kannst du selbst nachsehen, ob für die Deutsche Bank ein Eintrag steht.

Bis zu diesem Eintrag bleibt das Angebot ein Plan mit Jahresziel. Welche Erlaubnis am Ende erteilt wird und wann, sagt die Mitteilung nicht; sichtbar wird der Abschluss des Verfahrens zuerst in diesen drei Registern.

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Quellen

  1. Deutsche Bank: Medieninformation zur Verwahrlösung für digitale Vermögenswerte (deutsche Fassung, 16.09.2026) · Deutsche Bank AG
  2. Deutsche Bank: Media Release zur Verwahrlösung für digitale Vermögenswerte (englische Fassung, 16.09.2026) · Deutsche Bank AG
  3. BaFin: Qualifiziertes Kryptoverwahrgeschäft (Erlaubnis und Registrierung) · Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
  4. BaFin: Kryptowerte-Dienstleistungen (Zulassung nach MiCAR) · Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
  5. Taurus SA: Deutsche Bank and Taurus Sign a Global Partnership (14.09.2023) · Taurus SA
  6. AllUnity: BaFin-E-Geld-Lizenz für den Euro-Stablecoin EURAU (02.07.2025) · AllUnity GmbH
  7. Cointelegraph: Deutsche Bank awaits regulatory nod to launch institutional crypto custody solutions · Cointelegraph
  8. Unchained: Deutsche Bank Confirms Bitcoin and Ether Custody Launch, Still Subject to Regulators · Unchained
  9. CoinMarketCap Academy: Deutsche Bank Seeks MiCA License for Institutional BTC and ETH Custody · CoinMarketCap Academy

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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