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Analyse · Technologie

Solana Alpenglow: Wann der Wechsel kommt und was er für dich ändert

Der Konsenswechsel ist für Slot 459.653.000 geplant, 5.000 Slots nach dem Feature Gate. Wallets und Gebühren bleiben laut Solana Foundation gleich, handeln müssen Validatoren.

Phil7 Min. LesezeitAktualisiert 21.10.2026

Illustration: eine silberne Münze mit dem Zeichen von Solana
Illustration: CryptoTuts, KI-generiert mit OpenAI GPT Image

Solana soll am 21. Oktober 2026 in Epoche 1064, einem Abrechnungszeitraum des Netzes, auf den neuen Konsens Alpenglow umstellen. Die Solana Foundation erwartet danach eine Finalität von rund 150 Millisekunden: So schnell soll eine Transaktion endgültig feststehen. Wallets, Signieren, Senden und Gebühren bleiben nach ihren Angaben gleich. Für dich als Nutzer oder SOL-Halter ist der Tag damit ein Termin zum Beobachten; handeln müssen Validatoren, umdenken muss, wer Solana an Transaktionszahlen misst.

Das Wichtigste in Kürze

  • Beim Wechsel ab Slot 459.653.000 pausieren normale Transaktionen kurz, nach Plan im besten Fall einen Slot lang.
  • Danach fällt die gezählte Transaktionszahl deutlich, weil Stimmen aus den Blöcken verschwinden; die Aktivität bleibt.
  • CoinDesk beziffert die Ersparnis bei den Abstimmungskosten auf rund 60 Prozent, gerechnet gegen etwa 2 SOL pro Tag; gegen die etwa 1 SOL pro Epoche der Solana Foundation sind es rechnerisch 20 Prozent.

Alpenglow soll am 21. Oktober in zwei Schritten übernehmen, Wallets und Gebühren bleiben gleich

Zu Beginn von Epoche 1064 wird zuerst das Feature Gate aktiviert. Das ist ein Schalter im Code, der eine neue Funktion netzweit freigibt. Der bisherige Konsens TowerBFT, mit dem sich Validatoren heute auf Blöcke einigen, läuft danach noch 5.000 Slots weiter. Ein Slot ist das kurze Zeitfenster für einen Block.

Dunkle Zahlenkarte mit fünf Kennzahlen zum Solana-Upgrade Alpenglow: rund 150 Millisekunden erwartete Finalität, 5.000 Slots zwischen Feature Gate und Konsenswechsel, Agave-Version 4.3.2, 0,8 SOL im Vote-Konto und bis zu 20 Prozent tolerierter böswilliger Stake.
Die Zahlenkarte zeigt den geplanten Alpenglow-Wechsel mit Finalitätsziel, Abstand zwischen Feature Gate und Konsenswechsel, Validatorpflichten und Sicherheitsmodell nach Angaben der Solana Foundation und der Spezifikation SIMD-0326, Stand 21. Oktober 2026.

Ab Slot 459.653.000 übernimmt Votor, der Abstimmungsteil von Alpenglow. Den Abstand zur Aktivierung beziffert die Upgrade-Seite der Solana Foundation auf etwa 18 Minuten.

Im Übergang pausieren normale Transaktionen kurz. Ab der Migrationsgrenze nehmen Blöcke nur noch Stimmen der Validatoren auf, so sieht es der Migrationsplan (SIMD-0384) vor. Nutzertransaktionen kommen zurück, sobald das Genesis-Zertifikat vorliegt: die gemeinsam unterschriebene Bestätigung des Alpenglow-Startblocks. Der Plan rechnet optimistisch mit einem Slot, Anza mit einigen hundert Millisekunden; beides sind Planwerte.

Für Staker zählt eine Aussage von Galaxy: An der Art, wie Stake Belohnungen erzielt, ändere sich nichts. So steht es in Galaxys Auswertung des Testbetriebs. Galaxy betreibt selbst Validatoren und ist damit Partei. Die Aussage gilt dem Weg zu den Belohnungen; ihre Höhe ist eine eigene Frage.

Die Finalität soll auf rund 150 Millisekunden sinken, weil Stimmen aus den Blöcken verschwinden

Unter TowerBFT stimmen Validatoren mit Transaktionen ab, die selbst in den Blöcken landen. Mit Alpenglow senden sie ihre Stimmen direkt untereinander und bündeln sie zu Zertifikaten. Vote-Transaktionen verschwinden damit aus den Blöcken, und ein Block ist nach einer oder zwei Abstimmungsrunden final.

Screenshot der Informationsseite von Solana Media mit gelb markierter Passage: „Validators send votes directly to each other and bundle them into certificates, so a block is final after one or two rounds of voting.“
Screenshot: Solana Media, Informationsseite vom 24. Juni 2026. Gelb markiert ist die Stelle, auf die sich der Artikel stützt. Zur Quelle

Die 150 Millisekunden sind eine Erwartung für normale Netzbedingungen. Die Solana Foundation hat sie an der Stake-Verteilung zum Testzeitpunkt gemessen, die Agave-Dokumentation von Anza nennt denselben Zielwert. Verschiebt sich die Verteilung des Stakes, wandert auch der Wert.

Liniendiagramm: Kurs von Solana (SOL) in US-Dollar über 30 Tage, zuletzt −1 % in 7 Tagen
Kursverlauf von Solana (SOL) in US-Dollar über 30 Tage. Daten: CoinGecko, Stand 21.10.2026, 10:01 Uhr.

Wie groß der Sprung ausfällt, hängt am Ausgangswert, und der ist umstritten. Die Solana Foundation und die Spezifikation SIMD-0326 nennen für TowerBFT etwa 12,8 Sekunden. Galaxy und CoinDesk kommen bei den heutigen Slots von 200 Millisekunden auf etwa 6 Sekunden.

Die kürzeren Slots sind ein eigenes Projekt. Die Slotzeit sank unabhängig von Alpenglow in vier Stufen von 400 auf 200 Millisekunden, abgeschlossen im Oktober 2026 (laut Galaxy am 9. Oktober). Auch Alpenglow kommt in Etappen: Am 21. Oktober startet Votor. Rotor, der Nachfolger des Verbreitungsprotokolls Turbine, folgt später, hat noch keinen Termin und bekommt ein eigenes SIMD.

Nach dem Wechsel fällt die Transaktionszahl deutlich, ohne dass auf Solana weniger los ist

Wer Solana an Transaktionen pro Sekunde misst, sieht nach dem Wechsel einen deutlichen Einbruch. Der Grund liegt in der Zählung: Die Vote-Transaktionen fallen aus den Blöcken heraus. Die Solana Foundation spricht von einer Änderung der Buchführung, Aktivität und Durchsatz bleiben erhalten.

Galaxy schätzt den Anteil der Stimmen auf etwa drei Viertel dessen, was das Netz unter TowerBFT verarbeitet, ohne die Methode offenzulegen. Das ist eine grobe Größenordnung; wie stark die gezählte Zahl fällt, zeigen erst die Daten nach dem Wechsel.

Für dich heißt das: Vergleiche Werte vor und nach dem Wechsel nur, wenn beide ohne Votes gezählt sind. Sonst sieht ein Chart nach Nutzungsrückgang aus, obwohl sich nur die Zählweise geändert hat.

Auch für Entwickler ändert sich etwas. Mit den Commitment-Stufen confirmed und finalized fragen Anwendungen ab, wie fest ein Block bestätigt ist. Nach dem Wechsel beschreiben beide denselben Zustand. Auf finalized umstellen sollen Entwickler erst danach, confirmed wird später entfernt.

Den Zeitstempel im Clock-Sysvar setzt künftig der Leader, also der Validator, der gerade den Block baut. Er wählt ihn innerhalb einer Spanne, die von der Slotzeit abhängt. Programme, die präzise Zeit brauchen, sollten ihre Logik prüfen.

Validatoren brauchen Agave 4.3.2 und 0,8 SOL im Vote-Konto, sonst fallen sie eine Epoche aus

Für Betreiber von Validatoren gilt eine harte Frist. Vor Beginn von Epoche 1064 muss ein Agave-basierter Client in Version 4.3.2 laufen, also Agave, Jito-Solana oder Harmonic Salsa. Firedancer und Frankendancer werden während der Migration nicht unterstützt.

Dazu kommt Geld im Vote-Konto, dem Konto, über das ein Validator abstimmt. Dort müssen mindestens 0,8 SOL über dem rent-exempt Minimum liegen, dem Sockelbetrag, den ein Solana-Konto dauerhaft halten muss. Der Saldo bezahlt das Validator Admission Ticket (VAT), die Zulassung zum Konsens, und muss jede Epoche gedeckt bleiben. Das Identity-Konto, aus dem bisher die Vote-Gebühren flossen, zählt dafür nicht.

Wer das versäumt, fällt eine Epoche aus. Reicht das Vote-Konto zu Beginn einer Epoche nicht, wird der Validator für die folgende Epoche nicht zugelassen. Er bleibt dann ohne Stimme, ohne Blöcke und ohne die Belohnungen dieser Epoche. Ein zu niedriger Saldo zu Beginn von Epoche 1064 kostet also Epoche 1065.

Zwei Vorstufen laufen schon seit dem Sommer. Die Registrierung der BLS-Schlüssel ist seit 8. Juli 2026 aktiv, das VAT-Feature-Gate seit 22. Juli (Solana Foundation zu BLS-Schlüssel und VAT). Seither nehmen nur Validatoren mit registriertem BLS-Schlüssel am Konsens teil. Mit diesem Schalter gilt auch eine Obergrenze von 2.000 Validatoren je Epoche, ausgewählt nach Stake.

Was die neue Gebühr gegenüber heute spart, hängt wieder am Ausgangswert. CoinDesk setzt sie mit 0,8 SOL je Epoche von etwa 24 Stunden an und rechnet gegen bisherige Vote-Gebühren von etwa 2 SOL pro Tag. Dann bleiben 2 minus 0,8, also 1,2 SOL Ersparnis, rund 60 Prozent. Die Solana Foundation nennt für TowerBFT dagegen etwa 1 SOL pro Epoche; dann sind es 0,2 SOL, rechnerisch 20 Prozent.

Galaxy nennt als bisherige Kosten etwa 1 SOL pro Tag bei Slots von 400 Millisekunden und etwa 2 SOL bei 200 Millisekunden. Die neue Gebühr liegt für Galaxy bei weniger als der Hälfte. Alle drei Rechnungen erfassen allein die Abstimmungskosten.

Der Preis der Geschwindigkeit: weniger Puffer gegen Angreifer und ein holpriger Testbetrieb

Alpenglow verschiebt den Sicherheitspuffer. Nach der Spezifikation verkraftet das Protokoll gleichzeitig bis zu 20 Prozent böswilligen und weitere 20 Prozent ausgefallenen Stake, zusammen 40 Prozent. TowerBFT tolerierte bis zu 33 Prozent böswilligen Stake. Mehr Puffer gegen Ausfälle steht also weniger Puffer gegen aktive Angreifer gegenüber.

Auch der Testbetrieb verlief holprig. Galaxy ist im Juni 2026 in den Testcluster eingestiegen. Seither zählt das Unternehmen sechs Re-Geneses, also Neustarts von einem frischen Startblock, dazu eine netzweit gescheiterte Migration und einen Rollback. Später gelang die erste erfolgreiche Migration.

Laut Galaxy startete der Cluster Anfang Mai mit rund 50 Validatoren und zählt inzwischen rund 100. Für das Mainnet sind Galaxys Angaben Anhaltspunkte; entscheidend ist der Verlauf am 21. Oktober.

Slashing, also das Einziehen von Stake als Strafe, ist laut Galaxy für Validatoren definiert, die für widersprüchliche Blöcke stimmen. In der ersten Iteration bleibt es aber bewusst ausgeschaltet.

Aus dem Handel kommt eine nüchterne Stimme. Robin Nordnes ist Gründer und CEO von Raiku, das Handelsinfrastruktur auf Solana baut. Gegenüber CoinDesk schrieb er per E-Mail, schnellere Finalität sei für Handelsdesks angenehm, aber nie der Engpass gewesen. Wichtiger bleibe die Nähe zu dem Ort, an dem der Block gebaut wird.


Vollzogen ist der Wechsel, wenn Slot 459.653.000 erreicht ist und Nutzertransaktionen wieder in Blöcken landen. Danach zeigen die ersten Messungen, wie nah die Finalität an die erwarteten 150 Millisekunden kommt. Offen ist, ob Nutzer im kurzen Migrationsfenster Transaktionen neu senden müssen. Wer den Wechsel live verfolgt, hält sich an den Slot, denn jede genannte Uhrzeit ist eine Schätzung.

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Quellen

  1. Solana Foundation: Alpenglow (Upgrade-Seite) · Solana Foundation
  2. Anza: Alpenglow · Anza
  3. SIMD-0326: Alpenglow · Solana Improvement Documents
  4. SIMD-0384: Alpenglow migration · Solana Improvement Documents
  5. Solana Foundation: BLS Pubkey and the Validator Admission Ticket · Solana Foundation
  6. Galaxy: Alpenglow, What We Learned Running Solana's Biggest Consensus Change · Galaxy
  7. Agave-Dokumentation: Alpenglow · Anza
  8. CoinDesk: Solana's Alpenglow, its biggest network overhaul since 2020, goes live Wednesday · CoinDesk

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

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Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

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