Zum Inhalt springen

Analyse · Bitcoin

Metaplanet Bitcoin Verkauf: 10.000 BTC, teurer zurückgekauft

Metaplanet nennt es einen Liquiditätsbeweis für Kreditgeber: 10.000 BTC verkauft, 11.000 zurückgekauft, rechnerisch rund 9,3 Prozent teurer. Alle Zahlen sind vorläufig.

Phil6 Min. LesezeitAktualisiert 7.10.2026

Illustration: eine silberne Münze mit dem Zeichen von Bitcoin
Illustration: CryptoTuts, KI-generiert mit OpenAI GPT Image

Laut den vorläufigen, ungeprüften Zahlen der Metaplanet-Mitteilung vom 5. Oktober 2026 hat das Unternehmen im dritten Quartal 2026 (Juli bis September) 10.000 BTC verkauft und danach 11.000 BTC zurückgekauft. Aus den Durchschnittspreisen errechnet, lag der Rückkaufpreis rund 9,3 Prozent über dem Verkaufspreis. Nach eigener Angabe wollte Metaplanet mit der Transaktion Kreditgebern zeigen, dass sich seine Bitcoin in Bargeld umwandeln lassen. Ein Ausstieg ist das nicht: Der Bestand wuchs netto um 1.000 auf 44.000 BTC.

Metaplanet verkauft Bitcoin, um Kreditgebern Liquidität zu beweisen

Metaplanet nennt ein klares Ziel: Eine echte Transaktion soll zeigen, dass sich Bitcoin zu Bargeld machen lassen. Das soll das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit stärken, die ein Kreditrating misst, also die Note einer Ratingagentur dafür, wie sicher ein Schuldner zahlt. Außerdem will das Unternehmen leichter an Geld über Anleihen und Vorzugsaktien kommen, also Aktien mit Vorrang bei der Dividende, meist ohne Stimmrecht. Das Endziel bleibt ein größerer Bitcoin-Bestand.

Metaplanet berücksichtigte nach eigener Angabe auch das früher veröffentlichte Rating eines ungenannten ausländischen Vergleichsunternehmens. Metaplanet liest daraus: Wer erkennbar nicht verkaufen will, dessen Bitcoin zählen bei der Kreditbewertung womöglich nur eingeschränkt als liquides Vermögen. Diesen Einwand soll der Verkauf entkräften.

Laut Metaplanet lief das Geschäft in zwei getrennten Schritten. Zuerst verkaufte die Gruppe Bitcoin im Umfang von mehr als dem ausstehenden Nennbetrag ihrer Anleihen, Kredite und sonstigen verzinslichen Verbindlichkeiten und hielt den Erlös in bar. Danach kaufte sie in einer eigenen Transaktion 11.000 BTC. Die Schulden laufen zu den bisherigen Bedingungen weiter.

An Haltepolitik und langfristiger Bitcoin-Strategie ändert sich nach Angabe des Unternehmens nichts. Teilverkäufe behält sich Metaplanet vor, wenn das Management sie mit Blick auf Kapitaleffizienz und finanzielle Stabilität für sinnvoll hält. Unterm Strich stieg der Bestand von 43.000 BTC Ende Juni auf 44.000 BTC zum 30. September 2026.

Der Beweis kostete rund 9,3 Prozent Aufschlag je Bitcoin

Für die 10.000 verkauften BTC erhielt Metaplanet 124,7 Milliarden Yen, im Schnitt 12,47 Millionen Yen je Bitcoin. Für die 11.000 zurückgekauften BTC zahlte die Gruppe 149,9 Milliarden Yen, im Schnitt 13,63 Millionen Yen je Bitcoin. Alle vier Werte gelten für das dritte Quartal 2026 und sind vorläufig und ungeprüft.

Zahlenkarte mit fünf Werten zu Metaplanet: 10.000 BTC verkauft, 11.000 BTC zurückgekauft, rechnerisch 9,3 Prozent höherer Rückkaufpreis, Bestand 44.000 BTC und ein möglicher latenter Steueranspruch von 97 Mio. US-Dollar. Alle Angaben vorläufig.
Metaplanet verkaufte im dritten Quartal 2026 laut eigener, vorläufiger und ungeprüfter Mitteilung vom 5. Oktober 2026 10.000 BTC und kaufte 11.000 BTC zurück (Stand: 7. Oktober 2026).

Daraus lässt sich der Preis des Umwegs nachrechnen. Je Bitcoin lag der Rückkauf rund 1,16 Millionen Yen über dem Verkauf, das sind rund 9,3 Prozent Aufschlag. Auf die 10.000 Bitcoin, die verkauft und wieder gekauft wurden, kommen so rund 11,57 Milliarden Yen zusammen (eigene Rechnung aus den Durchschnittspreisen). Transaktionskosten nennt Metaplanet als weiteren Posten, ohne einen Betrag anzugeben.

Liniendiagramm: Kurs von Bitcoin (BTC) in US-Dollar über 30 Tage, zuletzt +1 % in 7 Tagen
Kursverlauf von Bitcoin (BTC) in US-Dollar über 30 Tage, gestrichelt die Mitteilung vom 5. Oktober 2026. Daten: CoinGecko, Stand 07.10.2026, 07:53 Uhr.

Metaplanet erklärt den Unterschied mit dem Anstieg des Bitcoin-Kurses zwischen Verkauf und Rückkauf. Rechnerisch zahlte die Gruppe netto 25,2 Milliarden Yen mehr, als der Verkauf einbrachte.

Warum der Aufpreis nicht automatisch ein Bilanzverlust ist

In Japan stehen Kryptowerte mit aktivem Markt am Periodenende zum Marktpreis in der Bilanz. Das regelt der Standardsetzer für Rechnungslegung ASBJ in seinem Praxisleitfaden zu Kryptowerten (Nr. 38). Diese Bewertung zum beizulegenden Zeitwert schiebt die Differenz zum bisherigen Buchwert ins Ergebnis der Periode.

Metaplanet bewertet seine Bitcoin nach eigener Angabe ebenfalls zum Zeitwert. Deshalb führe der steuerliche US-Kapitalverlust aus dem Verkauf für sich genommen zu keinem neuen bilanziellen Verlust.

Aus demselben Kapitalverlust könnte ein Steuerposten entstehen. Metaplanet schätzt einen latenten Steueranspruch, also einen möglichen künftigen Steuervorteil, vorläufig auf rund 97 Millionen US-Dollar. Ansetzen ließe er sich bei Töchtern der US-Holding Metaplanet Holdings Inc., zählen würde er erst bei späteren Kapitalgewinnen dieser Töchter in den USA. Eine sichere Steuerersparnis von 97 Millionen US-Dollar ist das also nicht.

Die bilanzielle und steuerliche Behandlung, auch eines möglichen Veräußerungsergebnisses, stimmt Metaplanet noch mit dem Abschlussprüfer ab. Die endgültigen Zahlen, auch zu Ansatz und Höhe des Steueranspruchs, folgen im Ergebnisbericht zum dritten Quartal.

Mehr oder weniger Bitcoin je Aktie: Die Antwort hängt an der Zählweise

Metaplanet meldet für das dritte Quartal eine BTC Yield von 11,3 Prozent. Die Kennzahl misst den Zuwachs an Bitcoin je Aktie, wenn alle Wandel- und Bezugsrechte als Aktien mitgezählt werden (vollständig verwässerte Aktien). Je 1.000 dieser Aktien stieg der Bestand nach Unternehmensrechnung von 0,0263554 auf 0,0293312 BTC. Trotz des Namens beschreibt die Zahl einen Bestand je Aktie, keine Rendite in Geld.

Mit den tatsächlich ausgegebenen Stammaktien gerechnet, kehrt sich das Bild um. Je Stammaktie sanken die Bitcoin vom 30. Juni bis 30. September 2026 rechnerisch um rund 3,9 Prozent, von etwa 3.356 auf etwa 3.225 Satoshi; ein Satoshi ist ein Hundertmillionstel Bitcoin. Die Werte sind aus den Metaplanet-Angaben nachgerechnet, Blocktrainer kommt auf dieselben Zahlen.

Beide Zahlen stimmen, sie messen Verschiedenes. Die Stammaktien stiegen im Quartal von rund 1,281 auf rund 1,364 Milliarden und damit schneller als der Bestand von 43.000 auf 44.000 BTC. Die vollständig verwässerte Aktienzahl sank dagegen von rund 1,632 auf rund 1,500 Milliarden.

Für dich als Aktionär heißt das: Hinter jeder Stammaktie stand zum 30. September rechnerisch weniger Bitcoin als Ende Juni. Wie sich Bestand und Aktienzahl bei einem anderen Unternehmen entwickelt haben, zeigt der Fall Strive. Was eine Aktie mit Bitcoin in der Bilanz von einem Bitcoin-ETF unterscheidet, erklärt der Beitrag zu ASSX und der Strive-Bilanz.

Woran du erkennst, ob sich der Umweg auszahlt

Als Vergleichsgröße nennt Metaplanet geschätzte 122,4 Milliarden Yen: Anleihen, Kredite und Vorzugsaktien abzüglich Barmitteln und Dollar-Stablecoins, Stand 30. September 2026. Der Verkaufserlös lag rechnerisch rund 2,3 Milliarden Yen darüber. Diese Nettogröße enthält Vorzugsaktien und gilt für das Quartalsende, sie misst also etwas anderes als die verzinslichen Schulden zum Verkaufszeitpunkt.

Zum 30. Juni 2026, also vor dem Verkauf, nannte Metaplanet in der Bestandsmeldung vom 2. Juli 2026 rund 75,2 Milliarden Yen an Schulden, eigene Summe aus 8,0 Milliarden Yen unverzinslichen Yen-Anleihen und 67,2 Milliarden Yen Fremdwährungsschulden. Dazu kamen MERCURY-Vorzugsaktien mit 23,61 Milliarden Yen Nennwert. Einen Vergleichsfall mit Vorzugsaktien beschreibt der Beitrag zu Strategy und den STRC-Aktien.

In der überarbeiteten Kapitalallokationspolitik vom 5. Oktober 2026 gibt sich Metaplanet neue Richtwerte. Etwa 85 bis 90 Prozent der Gesamtaktiva sollen in Bitcoin liegen. Bitcoin-besicherte Kredite für Bitcoin-Käufe sollen unter etwa 10 Prozent des BTC-Nettovermögenswerts bleiben, also des Marktwerts des Bitcoin-Bestands; Finanzierungen strategischer Investitionen sind ausgenommen. Ein Kreditrating will das Unternehmen anstreben, ohne Zusage zu Erhalt, Note oder Zeitpunkt.

Metaplanet hat die Transaktion nach eigener Angabe durchgeführt, um zu zeigen, dass sich Bitcoin in Bargeld umwandeln lassen, und hält danach mehr Bitcoin als vorher. Den höheren Rückkaufpreis führt Metaplanet auf den Kursanstieg zurück. Ob der Beweis wirkt, siehst du an drei Signalen:

  • Metaplanet meldet ein erteiltes Kreditrating und dessen Note.
  • Metaplanet platziert neue Anleihen oder Vorzugsaktien.
  • Der Q3-Ergebnisbericht bestätigt oder korrigiert die vorläufigen Zahlen samt Steueranspruch.

Offen bleibt vor allem, wie Metaplanet die netto 25,2 Milliarden Yen für den Rückkauf finanziert hat und wann genau beide Transaktionen liefen. Bis zum Ergebnisbericht gelten alle Zahlen der Mitteilung vom 5. Oktober 2026 als vorläufig.

* Werbehinweis: Dieser Artikel enthält eine Partnerbox (Anzeige). Wenn du über den Partnerlink ein Angebot abschließt, kann CryptoTuts eine Provision erhalten. Die Aussagen des Artikels bleiben davon unberührt. Mehr erfahren

Quellen

  1. Metaplanet Inc.: Notice of Additional Purchase of Bitcoin (Including Sale and Reacquisition of Bitcoin to Demonstrate Liquidity), 05.10.2026 · Metaplanet Inc.
  2. Metaplanet Inc.: Notice Regarding Further Revision of Capital Allocation Policy, 05.10.2026 · Metaplanet Inc.
  3. Metaplanet Inc.: Notice of Additional Purchase of Bitcoin, 02.07.2026 · Metaplanet Inc.
  4. ASBJ: Praxisleitfaden Nr. 38 zur Bilanzierung von Kryptowerten · Accounting Standards Board of Japan (ASBJ)
  5. Blocktrainer: Metaplanet hat 10.000 Bitcoin verkauft und 11.000 BTC teurer zurückgekauft · Blocktrainer

Autor dieses Beitrags

Phil, Gründer & Chefredakteur bei CryptoTuts

Phil

Gründer & Chefredakteur · Krypto seit 2017

Verifiziert

Phil ist Gründer von CryptoTuts und beschäftigt sich seit 2017 mit Bitcoin, Kryptowährungen und Blockchain-Technologie. Er ordnet komplexe Themen verständlich, datenbasiert und ohne leere Versprechen ein.

  • XRP und XRPL
  • Bitcoin
  • Krypto-Steuern
  • Börsen-Vergleiche
  • On-Chain-Analyse

Weiterlesen