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Ethereum 2030: Buterin hält Hegotá für Ethereums letzten „normalen“ Fork
Nach Hegotá soll aus dem Netzwerk laut Buterin ein „kryptografischer Weltcomputer“ werden. Offiziell sind für das Upgrade bislang nur zwei Änderungen fest eingeplant, ein Termin fehlt.
Phil6 Min. Lesezeit

Vitalik Buterin hält das Upgrade Hegotá in seinem Blogbeitrag vom 27. September 2026 für wahrscheinlich Ethereums letzten „normalen“ Fork und vergleicht die Blockchains von 2010 mit denen von 2030. Für dich als ETH-Halter ist das eine Richtung und noch kein Fahrplan: Die Hegotá-Seite von ethereum.org führt zwei eingeplante Änderungen und keinen Termin, Buterin nennt Hegotá den für „nächstes Jahr“ geplanten Fork, die Jahreszahl 2027 stammt von Cointelegraph.
Buterin blickt über Hegotá hinaus, die offizielle Planung steht noch am Anfang
Seine Einschätzung stützt Buterin in seinem Blogbeitrag „The cryptographic world computer“ auf die Strawmap: Hegotá sei wahrscheinlich der letzte Fork, dessen Funktionen und Technik jemand aus dem Jahr 2015 noch wiedererkennen würde. Auf ethereum.org steht dasselbe Upgrade mit Stand 31. August 2026 in der frühen Planung.
Für die Zeit danach zählt Buterin vier Baustellen auf: rekursive STARKs, automatisierte formale Verifikation, stark optimierte Konsensalgorithmen und die quantensichere Ausgestaltung des Ganzen. Ab dann werde der Umbau zu einem „kryptografischen Weltcomputer“ zur Hauptentwicklung Ethereums. Gemeint ist eine Architektur, die Blockchains mit kryptografischer Privatsphäre und Verifikation sowie leistungsfähigen dezentralen Off-Chain-Komponenten verbindet.

Zwei dieser Baustellen lassen sich schon greifen. Beim Konsens beschreibt Buterin den Weg von Proof of Work über Proof of Stake zu einem deutlich besser optimierten Proof of Stake. Quantensicher heißt vorerst: Mit Frame Transactions, einer der beiden für Hegotá eingeplanten Änderungen, kann laut ethereum.org jedes Konto selbst ein Signaturverfahren wählen, das ein Quantencomputer nicht brechen könnte; eine protokollweite Umstellung ist das nicht.
Den Zeitrahmen setzt Buterin selbst: In den nächsten drei Jahren werde sich die Technik noch stärker verändern als in den vergangenen fünfzehn, bis man das, worauf Ethereum zusteuert, fair als qualitativ anderes System bezeichnen könne. 2030 ist damit der Horizont seiner Prognose.
Was für Hegotá bisher wirklich feststeht
Hegotá soll auf das Upgrade Glamsterdam folgen. Der Name verbindet Bogotá, das Upgrade der Ausführungsschicht, mit Heze, dem Upgrade der Konsensschicht; so erklärt es die Hegotá-Seite von ethereum.org.

Die Seite, zuletzt am 31. August 2026 aktualisiert, führt genau zwei eingeplante Änderungen: FOCIL (EIP-7805) als Headliner und Frame Transactions (EIP-8141). Dutzende weitere sind vorgeschlagen, über den übrigen Umfang wird noch entschieden.

FOCIL steht für fork-choice enforced inclusion lists und dreht sich um Zensurresistenz. Geplant ist folgender Mechanismus: Ein Komitee aus Validatoren schlägt Listen von Transaktionen vor, die in einen Block aufgenommen werden sollen. Die Protokollregeln verpflichten dann den Block-Builder, also den Teilnehmer, der den Block zusammenstellt, diese Listen zu berücksichtigen.
Der Mechanismus hat eine Vorgeschichte. Am 22. Dezember 2025 hielt die Ethereum Foundation fest, dass FOCIL schon für Glamsterdam im Gespräch war und dort bei einer Entscheidung zur Umfangsreduzierung zurückgestellt wurde. Inzwischen ist FOCIL der Headliner von Hegotá.
Warum Buterin den Wandel bei PeerDAS beginnen lässt
Den Beginn des Umbaus setzt Buterin früher an als bei Hegotá: Mit PeerDAS habe Ethereums Übergang von einer reinen Blockchain zu etwas deutlich Leistungsfähigerem begonnen. PeerDAS (EIP-7594) ist ein Netzwerkprotokoll, mit dem Nodes die Verfügbarkeit von Blob-Daten per Stichprobe prüfen, statt ganze Blobs herunterzuladen. Für die Verifikation heißt das nach Buterin: weg vom Herunterladen und erneuten Ausführen, hin zur Stichprobe.
Ausgeliefert wurde PeerDAS mit dem Upgrade Fusaka. Dessen Mainnet-Aktivierung hatte die Ethereum Foundation in ihrer Mainnet-Ankündigung für den 3. Dezember 2025 um 21:49:11 UTC angesetzt.
Verifikation, Konsens, Blockbau: Buterin sieht fast jede Kerneigenschaft im Wandel
Aus Buterins Sicht hat sich fast jede Kerneigenschaft einer Blockchain grundlegend verändert oder wird es bald tun. Neben Verifikation und Konsens nennt er ausdrücklich den Blockbau: Der Weg führt vom einzelnen Miner, der den Block baut, zum Blockbau durch mehrere Parteien. Teils ist dieser Wandel vollzogen, teils steht er bevor.
Für Entwickler zeichnet Buterin eine Folge, als Prognose ohne Zeitangabe: Dieselbe Rechenmenge werde in künftigen Architekturen deutlich teurer, wenn sie in einer einzigen seriell ausgeführten Transaktion steckt. Deutlich günstiger werde sie, wenn sie in gekapselte Teilschritte zerlegt ist, die sich parallelisieren oder kürzen lassen.
Quantensicher heißt vorerst: Konten können wählen
Frame Transactions setzen beim einzelnen Konto an: Das Konto legt selbst fest, was für es als gültige Transaktion zählt, und damit auch, welches Signaturverfahren es nutzt. Die Hegotá-Seite von ethereum.org beschreibt das als Schritt in Richtung Quantenresistenz. Die quantensichere Ausgestaltung des Ganzen zählt Buterin zu den Baustellen nach Hegotá.
Einordnen lässt sich die Quantenfrage an der Standardisierung in den USA. Am 13. August 2024 gab NIST bekannt, dass der US-Handelsminister drei Post-Quanten-Standards genehmigt hat: FIPS 203 für die Schlüsselkapselung sowie FIPS 204 und FIPS 205 für digitale Signaturen. Welches Verfahren ein Konto bei Frame Transactions nutzt, entscheidet das Konto selbst.

Was dagegen spricht und was das für dich als ETH-Halter heißt
Gegen Buterins Zielbild gibt es Einwände, die Cointelegraph wiedergibt. Der Kryptoanwalt Gabriel Shapiro bezweifelt demnach, dass beweisbasierte Systeme so viel Nachfrage finden wie vertrauensbasierte Modelle, weil viele Finanzdienste auf Reputation, Regulierung und Rechtsdurchsetzung beruhen.
Ethereum-Forscher Barnabé Monnot sieht in der Wiedergabe von Cointelegraph beide Seiten. Berechnung auszulagern und die Ergebnisse on-chain zu beweisen, könnte die Arbeit des Netzes deutlich verringern. Ein Weltcomputer sollte aber wichtige Datensätze, von denen seine Anwendungen abhängen, weiterhin direkt on-chain halten.
Auch Buterin zieht Grenzen. Ethereum werde nie eine Latenz erreichen, die mit Servern konkurriert; darum herum gebaute Infrastruktur könne das. Die Dezentralisierung, bisher rein eine Last für Sicherheit und Robustheit, werde zumindest manchmal, in wenigen begrenzten Fällen, auch zum Leistungsvorteil.
Als voraussichtlich schwierigsten und systemisch komplexesten Teil nennt er, den Zugriff auf sehr große Zustandsmengen zu verwalten und zu parallelisieren. Ideen dafür gebe es viele, sie müssten aber noch verfeinert werden. Seine Schlussfolgerungen gelten nach seinen Worten lange, bevor eine mögliche spätere Verschiebung durch Obfuskation (iO) verfügbar wird.
Für dich als Halter gibt es eine Erfahrung aus früheren Upgrades. Zu Fusaka schrieb die Ethereum Foundation, Mainnet-Nutzer und ETH-Halter müssten nichts tun, sofern Börse oder Wallet-Anbieter nichts anderes mitteilen. Die Marktseite, etwa Zu- und Abflüsse der Ethereum-ETFs, verfolgst du getrennt davon im ETF-Flow-Tracker von CryptoTuts.
Offen sind Termin und Restumfang von Hegotá und eine eigene Mitteilung dazu, ob du diesmal etwas tun musst. Konkret wird es, sobald auf der Hegotá-Seite von ethereum.org oder im All-Core-Devs-Call der Core-Entwickler ein Termin steht.
Stand: 28. September 2026; die Hegotá-Seite von ethereum.org trägt den Stand 31. August 2026.
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Quellen
- Vitalik Buterin: The cryptographic world computer · Vitalik Buterin (vitalik.eth.limo)
- ethereum.org: Hegotá (Roadmap-Seite) · ethereum.org
- Ethereum Foundation Blog: Hegota Upgrade EIP Proposal Timelines · Ethereum Foundation
- Ethereum Foundation Blog: Fusaka Mainnet Announcement · Ethereum Foundation
- NIST CSRC: Post-Quantum Cryptography FIPS Approved · NIST
- Cointelegraph: Vitalik nennt Hegotá Ethereums letzten „normalen“ Fork · Cointelegraph



