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Steuern & RechtEinsteiger09. Februar 2026

LIFO

LIFO (Last In, First Out) ist eine Bewertungsmethode, bei der die zuletzt gekauften Kryptowährungen steuerlich als zuerst verkauft gelten. In Deutschland ist LIFO für private Krypto-Geschäfte nicht zulässig – hier gilt ausschließlich die FIFO-Methode.

LIFO steht für "Last In, First Out" und beschreibt eine Bewertungsmethode, die im Gegensatz zu FIFO davon ausgeht, dass die zuletzt erworbenen Assets auch als erste wieder verkauft werden. Während LIFO in einigen Ländern und Branchen – beispielsweise im klassischen Warenhandel oder bei bestimmten Wertpapiergeschäften – durchaus üblich ist, spielt diese Methode im deutschen Krypto-Steuerrecht praktisch keine Rolle.

Das Prinzip ist leicht zu verstehen: Stell dir einen Stapel Münzen vor. Bei LIFO nimmst du immer die Münze von ganz oben – also die, die du zuletzt aufgelegt hast. Übertragen auf Kryptowährungen würde dies bedeuten: Wenn du im Januar Bitcoin für 20.000 Euro kaufst, im März für 25.000 Euro und im Juni einen Bitcoin verkaufst, würde nach LIFO der im März gekaufte Bitcoin als verkauft gelten, nicht der vom Januar.

Wichtig: Die LIFO-Methode ist in Deutschland für private Veräußerungsgeschäfte mit Kryptowährungen nicht zulässig. Das Finanzamt akzeptiert ausschließlich FIFO. Die Verwendung von LIFO kann zu fehlerhaften Steuererklärungen und Problemen mit dem Finanzamt führen.

Warum ist es dann überhaupt wichtig, LIFO zu kennen? Zum einen taucht der Begriff immer wieder in internationalen Krypto-Foren und Steuerratgebern auf – besonders aus den USA, wo Steuerpflichtige unter bestimmten Umständen zwischen verschiedenen Bewertungsmethoden wählen können. Zum anderen hilft das Verständnis beider Methoden dabei, die Auswirkungen der in Deutschland vorgeschriebenen FIFO-Methode besser einzuschätzen.

Die steuerlichen Auswirkungen von LIFO unterscheiden sich erheblich von FIFO, besonders in volatilen Märkten. In einem steigenden Markt würde LIFO zu geringeren Gewinnen führen, da die teurer eingekauften Coins zuerst verkauft werden. In einem fallenden Markt wäre es umgekehrt. Ein Beispiel: Du kaufst 1 Bitcoin für 15.000 Euro, später einen weiteren für 30.000 Euro und verkaufst dann einen Bitcoin für 25.000 Euro. Bei LIFO würdest du einen Verlust von 5.000 Euro ausweisen (30.000 minus 25.000), während du bei FIFO einen Gewinn von 10.000 Euro (25.000 minus 15.000) hättest.

Genau aus diesem Grund ist LIFO in Deutschland nicht erlaubt: Die Finanzverwaltung möchte verhindern, dass Steuerpflichtige durch die Wahl der Bewertungsmethode ihre Steuerlast strategisch optimieren. Die Verpflichtung zur FIFO-Methode schafft einheitliche, nachvollziehbare Verhältnisse für alle Steuerpflichtigen.

Gut zu wissen: Manche Krypto Steuer-Tools bieten LIFO als Berechnungsoption an – dies ist jedoch nur für Nutzer aus Ländern relevant, in denen LIFO zulässig ist. Deutsche Nutzer sollten ausschließlich FIFO verwenden, um rechtskonforme Steuererklärungen zu erstellen.

In der Praxis begegnet man LIFO am ehesten bei internationalen Handelsplattformen oder wenn man Steuersoftware aus dem Ausland nutzt. Viele globale Börsen wie internationale Krypto-Börsen generieren standardmäßig Reports, die verschiedene Bewertungsmethoden anbieten. Als deutscher Nutzer musst du hier aufpassen und sicherstellen, dass deine Steuerberechnung auf FIFO basiert.

Ein weiterer Kontext, in dem LIFO relevant werden kann, sind Unternehmensbilanzen. Während Privatpersonen strikt an FIFO gebunden sind, können Unternehmen unter bestimmten Umständen und bei bestimmten Wirtschaftsgütern andere Bewertungsverfahren anwenden – allerdings gelten auch hier strenge Regeln und Kryptowährungen werden meist wie andere Vermögensgegenstände behandelt. Für professionelle Trader, die gewerblich handeln, können andere steuerliche Rahmenbedingungen gelten als für private Anleger.

Auch im Zusammenhang mit institutionellen Produkten ist das Verständnis von Bewertungsmethoden hilfreich. Obwohl ein Bitcoin ETF anderen steuerlichen Regelungen unterliegt als direkte Krypto-Investments, basieren die zugrundeliegenden Bewertungen oft auf ähnlichen Prinzipien.

Für die praktische Arbeit mit deinem Krypto-Portfolio bedeutet dies: Konzentriere dich auf die korrekte Anwendung von FIFO und dokumentiere alle Transaktionen sorgfältig. Tools wie CoinTracking können dabei helfen, die in Deutschland vorgeschriebene FIFO-Methode korrekt anzuwenden. LIFO solltest du als deutsche Privatperson nicht verwenden, auch wenn es theoretisch in manchen Situationen steuerlich vorteilhafter wäre.

Zusammenfassend ist LIFO also vor allem als Abgrenzung zu FIFO wichtig zu verstehen: Es zeigt, dass es verschiedene Bewertungsmethoden gibt, macht aber auch klar, dass in Deutschland keine Wahlfreiheit besteht. Die Kenntnis beider Methoden hilft dir, internationale Diskussionen zu verstehen und die Besonderheiten des deutschen Steuerrechts besser einzuordnen.

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